BRANCHENREPORTSEPTEMBER 2026
ValIndex Intelligence · Alain Walder, M.A. HSG|Daten per 2026-09|10 Quellen zitiert
Industrie & Fertigung

Firmenbewertung: Elektronikfertigung (EMS)

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor elektronikfertigung (ems) CHF 3,2 Mrd., 2'117 Unternehmen, 119'010 Mitarbeitende. (Daten per 2026-09.) Wachstum +5,5%. Exportquote: ~70%. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Bewertungsüberblick
Deal-Multiplikator (EBITDA)
5.5 - 7.5×
Markttrend
Stabil

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

Wichtigste Erkenntnisse
  • Marktgrösse: CHF 3,2 Mrd.
  • Deal-Multiplikatoren: 5.5 - 7.5× EBITDA (Trend: stabil)
  • Wachstumsrate: +5,5%
  • Aktive Unternehmen: 2'117
  • Top-Trend: Die einzige noch wachsende Schweizer Industrieabteilung

1.0Marktüberblick

CHF 3,2 Mrd.
Geschätzter Schweizer Markt für Elektronikfertigungsdienstleistungen (EMS)
2'117
Arbeitsstätten in Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (NOGA 26, BFS STATENT 2024)
119'010
112'015 Vollzeitäquivalente — seit 2012 um 9,7% gestiegen, die einzige wachsende Schweizer Industrieabteilung (BFS STATENT 2024)
~70%
Exportanteil der Produktion, vorwiegend in die EU und nach Asien
+5,5%
Schweizer Exporte elektrischer Maschinen und Erzeugnisse, 1. Halbjahr 2026 (Swissmem Q2/2026, BAZG)

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Die Schweizer Elektronikfertigung (EMS) ist der Ausreisser der Schweizer Industrie: die einzige gewachsene Industrieabteilung. Die im August 2026 publizierte BFS-Statistik STATENT 2024 zählt 2'117 Arbeitsstätten in Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (NOGA 26) mit 119'010 Beschäftigten bzw. 112'015 Vollzeitäquivalenten. Die Beschäftigung liegt 9,7% über dem Wert von 2012 — während Metallerzeugnisse um 7,4%, der Maschinenbau um 1,1% und elektrische Ausrüstungen um 24,0% zurückgingen. Die Zahl der Arbeitsstätten sank um 9,9%: Das Wachstum kam über Grösse, nicht über Zuwachs an Betrieben.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Grösstes RisikoUS-Zollregime
Interne Faktoren
Stärken5
  • Die einzige Schweizer Industrieabteilung mit Beschäftigungswachstum — seit 2012 +9,7% (NOGA 26, BFS STATENT 2024)→ §4.0
Schwächen5
  • Starker Franken macht Exporte gegenüber EUR- und USD-Konkurrenten weniger wettbewerbsfähig
Externe Faktoren
Chancen5
  • Luftfahrt und Verteidigung sind der stärkste EMS-Endmarkt — Cicor verbuchte 2025 daraus einen um 46,5% höheren Auftragseingang→ §4.0
Risiken5
  • US-Zollregime: Section-301-Zölle von bis zu 12,5% seit dem 24. Juli 2026, nach dem 39%-Schock vom August 2025 (SECO)
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum

4.0Wichtige Trends

1

Die einzige noch wachsende Schweizer Industrieabteilung

9,7%

BFS STATENT 2024 weist für Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse (NOGA 26) 119'010 Beschäftigte aus, 9,7% mehr als 2012. Im gleichen Zwölfjahreszeitraum sanken Metallerzeugnisse um 7,4%, der Maschinenbau um 1,1% und elektrische Ausrüstungen um 24,0%. Die Zahl der Arbeitsstätten fiel um 9,9% auf 2'117 — das Plus kam über Grösse, nicht über neue Marktteilnehmer. Für Käufer ist dies der seltene Schweizer Industriesektor, in dem der Strukturtrend die Investmentthese stützt statt ihr entgegenzuwirken.

2

Das Wachstum ist gekauft, nicht erarbeitet

28%

Die Cicor Group, der kotierte Taktgeber, steigerte den Umsatz 2025 um rund 28% auf CHF 616,5 Mio. bei einem bereinigten EBITDA von CHF 65 Mio. (10,5% Marge). M&A steuerte jedoch 32,5 Prozentpunkte bei, während das organische Wachstum bei -2% lag; allein die Akquisitionen 2025 brachten CHF 197 Mio. Umsatz. Der Auftragseingang stieg um 46,5%. Jede Due Diligence an einem Schweizer EMS-Ziel muss 2026 akquirierten Umsatz von zugrunde liegender Nachfrage trennen — auf Branchenebene zeigen diese beiden Zahlen in entgegengesetzte Richtungen.

3

Konsolidierung hat Grenzen: die TT-Electronics-Abstimmung

51,77%

Im Oktober 2025 kündigte Cicor ein empfohlenes Angebot über GBP 287 Mio. für die britische TT Electronics an, mit angestrebtem Vollzug im 1. Halbjahr 2026. Im Januar 2026 fiel das Verfahren dahin: Nur 51,77% der nach Wert abgegebenen Stimmen unterstützten es, unter der gesetzlichen Schwelle; der Verwaltungsratspräsident trat in der Folge zurück. Die grösste angestrebte grenzüberschreitende Konsolidierung dieses Schweizer EMS-Zyklus scheiterte an der Aktionärsabstimmung — eine Warnung für alle, die eine Buy-and-Build-These auf Ausführungssicherheit stützen.

4

Luftfahrt und Verteidigung lösen die Medizintechnik als Wachstumstreiber ab

46,5%

Regulierte, qualifikationsintensive Endmärkte bleiben der Burggraben der Schweizer EMS-Branche, doch der Mix verschiebt sich. Cicor nannte Luftfahrt und Verteidigung als Treiber hinter dem um 46,5% gestiegenen Auftragseingang, und die Übernahme von Éolane France wurde ausdrücklich damit begründet, dass Frankreich Europas zweitgrösster Markt für Luftfahrt und Verteidigung ist — samt zusätzlicher Kapazität in Marokko. Europäische Verteidigungsbudgets ziehen qualifizierte Elektronikvolumen, die die Medizinnachfrage allein nicht erzeugt hätte.

5

Zölle und der Schutzschild regulierter Märkte

39%

Die US-Zollsequenz — 39% im August 2025, im November 2025 auf 15% gedeckelt, ab Februar 2026 eine Section-122-Basis von 10%, ab 24. Juli 2026 Section-301-Zölle von bis zu 12,5% — traf die Schweizer Exporte breit; in die USA gingen sie im 1. Halbjahr 2026 um 5,3% zurück. Die Elektronik schlug sich besser als der Industriedurchschnitt: Exporte elektrischer Maschinen und Erzeugnisse stiegen um 5,5%. Qualifizierte, designseitig festgelegte Elektronik lässt sich schwerer umverlagern als Standardzerspanung — diese Wechselkosten wirken real als Zollschutz.

5.0Kostenstruktur-Benchmark

45%
28%
8%
8%
Komponenten & Materialien45%
Leiterplatten, Halbleiter
Personalkosten28%
Anlagenabschreibungen8%
SMT-Linien, Testausrüstung
Qualität & Compliance5%
Zertifizierungen, Prüfungen
Sonstige Betriebskosten6%
Gewinnmarge8%
EBITDA

Basierend auf Schweizer EMS-Branchenbenchmarks. Komponentenkosten dominieren aufgrund zugekaufter Materialien.

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9.0Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Elektronikfertigung (EMS)-Unternehmen in der Schweiz wert?

Ein durchschnittliches Schweizer Elektronikfertigung (EMS)-Unternehmen wird mit 4.0 - 6.0× EBITDA bei der steuerlichen Bewertung und 5.5 - 7.5× EBITDA bei tatsächlichen Transaktionen bewertet. Die Differenz zwischen steuerlichen und Deal-Multiplikatoren stellt eine wesentliche Arbitrage-Möglichkeit für informierte Käufer dar. Der aktuelle Markttrend ist stabil, mit einer als mittel bewerteten Arbitrage-Spanne. Die tatsächliche Bewertung hängt stark von wiederkehrenden Umsätzen, Kundendiversifikation, Führungstiefe und Anlagenmodernität ab.

Welche Faktoren beeinflussen die Bewertung eines Elektronikfertigung (EMS)-Unternehmens?

Zu den wichtigsten Bewertungstreibern zählen: Die einzige Schweizer Industrieabteilung mit Beschäftigungswachstum — seit 2012 +9,7% (NOGA 26, BFS STATENT 2024); Regulierte Endmärkte (Medizin, Luftfahrt, Verteidigung), in denen Qualifikation und Rückverfolgbarkeit über Stückkosten stehen. Bewertungsmindernd wirken: Starker Franken macht Exporte gegenüber EUR- und USD-Konkurrenten weniger wettbewerbsfähig; Das organische Wachstum ist branchenweit schwach — Cicor, der kotierte Taktgeber, lag 2025 bei -2% organisch. Deal-Multiplikatoren liegen typischerweise bei 5.5 - 7.5× EBITDA, die tatsächlichen Preise variieren jedoch deutlich je nach Kundenkonzentration, Managementqualität, Umsatzstabilität und geografischer Reichweite in den 26 Schweizer Kantonen.

Wie viele Elektronikfertigung (EMS)-Unternehmen gibt es in der Schweiz?

Die Schweiz zählte im Referenzjahr 2024 2'117 Arbeitsstätten in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (NOGA 26) — jener Abteilung, welche die Elektronikfertigungsdienstleistungen enthält — gemäss BFS STATENT 2024, publiziert im August 2026. Sie beschäftigen 119'010 Personen bzw. 112'015 Vollzeitäquivalente. Das ist der Ausreisser der Schweizer Industrie: Die Beschäftigung stieg seit 2012 um 9,7%, während Metallerzeugnisse um 7,4%, der Maschinenbau um 1,1% und elektrische Ausrüstungen um 24,0% zurückgingen. Die Zahl der Arbeitsstätten selbst sank um 9,9% von 2'350 — das Wachstum kam über Grösse, nicht über neue Marktteilnehmer. Das eigentliche EMS-Segment innerhalb dieser Abteilung wird auf rund CHF 3,2 Mrd. Jahresumsatz geschätzt.

Wie sieht die Nachfolgesituation im Schweizer Elektronikfertigung (EMS)-Sektor aus?

Der Schweizer EMS-Sektor erlebt eine rasche Konsolidierung, angetrieben durch Cicors aggressive Buy-and-Build-Strategie. Seit 2021 hat Cicor über 12 Unternehmen akquiriert. Kleinere unabhängige EMS-Firmen stehen unter zunehmendem Druck, sich einer grösseren Gruppe anzuschliessen oder sich in Nischenanwendungen zu spezialisieren. Viele inhabergeführte Schweizer EMS-Firmen aus den 1980er-90er Jahren haben Inhaber im Ruhestandsalter. Transaktionsmultiplikatoren liegen in der Branche typischerweise bei 5.5 - 7.5× EBITDA.

Was sind die wichtigsten Markttrends im Schweizer Elektronikfertigung (EMS)-Sektor?

Fünf Trends prägen den Sektor 2026: (1) Die einzige noch wachsende Schweizer Industrieabteilung — BFS STATENT 2024 weist für Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse (NOGA 26) 119'010 Beschäftigte aus, 9,7% mehr als 2012. (2) Das Wachstum ist gekauft, nicht erarbeitet — Die Cicor Group, der kotierte Taktgeber, steigerte den Umsatz 2025 um rund 28% auf CHF 616,5 Mio. bei einem bereinigten EBITDA von CHF 65 Mio. (3) Konsolidierung hat Grenzen: die TT-Electronics-Abstimmung — Im Oktober 2025 kündigte Cicor ein empfohlenes Angebot über GBP 287 Mio. für die britische TT Electronics an, mit angestrebtem Vollzug im 1. (4) Luftfahrt und Verteidigung lösen die Medizintechnik als Wachstumstreiber ab — Regulierte, qualifikationsintensive Endmärkte bleiben der Burggraben der Schweizer EMS-Branche, doch der Mix verschiebt sich. (5) Zölle und der Schutzschild regulierter Märkte — Die US-Zollsequenz — 39% im August 2025, im November 2025 auf 15% gedeckelt, ab Februar 2026 eine Section-122-Basis von 10%, ab 24.

Was sind die Hauptrisiken beim Kauf eines Elektronikfertigung (EMS)-Unternehmens?

Die wichtigsten Akquisitionsrisiken sind: (1) US-Zollregime: Section-301-Zölle von bis zu 12,5% seit dem 24. Juli 2026, nach dem 39%-Schock vom August 2025 (SECO); (2) Konsolidierung ist nicht reibungslos — Cicors Angebot über GBP 287 Mio. für TT Electronics scheiterte im Januar 2026 an einer Zustimmung von 51,77% nach Stimmwert, unter der gesetzlichen Schwelle; (3) Asiatische EMS-Giganten (Foxconn, Flex, Jabil) dringen in höherwertige, regulierte Segmente vor. Käufer sollten Kundenkonzentration, regulatorische Compliance und Schlüsselpersonen-Abhängigkeiten sorgfältig prüfen. Deal-Multiplikatoren von 5.5 - 7.5× EBITDA können bei erhöhtem Risikoprofil abschlägig ausfallen.

Wie sieht die typische Kostenstruktur von Schweizer Elektronikfertigung (EMS)-Unternehmen aus?

Die typische Kostenaufschlüsselung eines Schweizer Elektronikfertigung (EMS)-Unternehmens ist: Komponenten & Materialien (Leiterplatten, Halbleiter): 45%, Personalkosten: 28%, Anlagenabschreibungen (SMT-Linien, Testausrüstung): 8%, Qualität & Compliance (Zertifizierungen, Prüfungen): 5%, Sonstige Betriebskosten: 6%, Gewinnmarge (EBITDA): 8%. Basierend auf Schweizer EMS-Branchenbenchmarks. Komponentenkosten dominieren aufgrund zugekaufter Materialien. Diese Benchmarks sind wichtig für Käufer zur Beurteilung der operativen Effizienz und des Margensteigerungspotentials nach der Übernahme.

Welche Regionen sind die wichtigsten Elektronikfertigung (EMS)-Cluster der Schweiz?

Die wichtigsten Elektronikfertigung (EMS)-Cluster der Schweiz sind: (1) Westschweiz (NE, VD, GE) — Cicor Group HQ (Boudry), STMicroelectronics (Genf), CSEM (Neuenburg). (2) Ostschweiz (SG, TG, AR) — Escatec (Heerbrugg), Sensorhersteller. Nähe zu österreichischen und deutschen Elektronik-Lieferketten. (3) Nordwestschweiz (AG, SO, BL) — Iftest (Wettingen), Enics (Turgi). Nahe am Basler Pharma-Korridor für Medizingeräte-Elektronik. (4) Tessin (TI) — Italienischsprachige Elektronik-Nische. Precicast (Novazzano).

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