BRANCHENREPORTSEPTEMBER 2026
ValIndex Intelligence · Alain Walder, M.A. HSG|Daten per 2026-09|23 Quellen zitiert
MEM: High-Tech, Luft-/Raumfahrt & Lieferkette

Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor luft-/raumfahrt, sicherheit & verteidigung CHF ~5.8 Mrd., ~950 Unternehmen, ~32 000 Mitarbeitende. (Daten per 2026-09.) Wachstum 14,5%. Exportquote: ~75%. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Bewertungsüberblick
Deal-Multiplikator (EBITDA)
7.0 - 10.0×
Markttrend
Steigend

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

Wichtigste Erkenntnisse
  • Marktgrösse: CHF ~5.8 Mrd.
  • Deal-Multiplikatoren: 7.0 - 10.0× EBITDA (Trend: steigend)
  • Wachstumsrate: 14,5%
  • Aktive Unternehmen: ~950
  • Top-Trend: Die Schweizer Kriegsmaterialausfuhren stiegen 2025 um 42,4%

1.0Marktüberblick

CHF ~5.8 Mrd.
Indikativer Umsatz über Schweizer Luftfahrtfertigung, MRO, Verteidigungssysteme und Komponentenzulieferung. Eine offizielle Schweizer Umsatzreihe für Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung existiert nicht. Die eine harte Zahl ist die SECO-Kriegsmaterialausfuhrstatistik: CHF 946,3 Millionen im Jahr 2025 (Rohdaten publiziert am 10. März 2026), die nur bewilligtes Kriegsmaterial erfasst, nicht die zivile Luftfahrt oder Dual-Use-Güter.
~950
Geschätzte Zahl der Firmen in Luftfahrt, Verteidigung und deren Lieferketten. Der messbare Kern ist die STATENT 2024 des BFS (publiziert am 20.08.2026): 290 Arbeitsstätten in der NOGA-Abteilung 30 "Sonstiger Fahrzeugbau", die den Luft- und Raumfahrzeugbau neben Schienen- und Schiffbau enthält. Waffen, Munition und Militärfahrzeuge liegen in anderen Abteilungen; die breitere Zahl bleibt daher eine Schätzung.
~32 000
Geschätzte Beschäftigung über Luftfahrtfertigung, MRO, Verteidigungssysteme und Zulieferer. Der messbare Kern, die NOGA-Abteilung 30, zählte in der STATENT 2024 13 699 Beschäftigte — +14,5% gegenüber 2022 und +25,3% gegenüber 2012 und damit eine der ganz wenigen MEM-nahen Abteilungen, die noch spürbar Personal aufbauen.
~75%
Geschätzte Exportquote der Produktion. Auf der bewilligungspflichtigen Seite ist die Zahl gemessen: Das SECO erfasste 2025 Schweizer Kriegsmaterialausfuhren von CHF 946,3 Millionen, ein Plus von 42,4% gegenüber CHF 664,7 Millionen im Jahr 2024. Zivile Luftfahrtkomponenten gehen weltweit in Airbus-, Boeing- und Businessjet-Programme.
14,5%
Beschäftigungswachstum in der NOGA-Abteilung 30 zwischen STATENT 2022 und 2024, als nächstliegender amtlicher Näherungswert verwendet. Das Nachfragesignal ist andernorts schärfer: Die SECO-Kriegsmaterialausfuhren stiegen 2025 um 42,4%, und die Armeebotschaft 2026 vom 20. März 2026 beantragt Verpflichtungskredite von CHF 3,4 Milliarden. Die im Februar 2026 geführten 4,3% liessen sich nicht belegen.
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) ist der Schweizer Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Markt CHF ~5.8 Mrd. gross — Indikativer Umsatz über Schweizer Luftfahrtfertigung, MRO, Verteidigungssysteme und Komponentenzulieferung. Eine offizielle Schweizer Umsatzreihe für Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung existiert nicht. Die eine harte Zahl ist die SECO-Kriegsmaterialausfuhrstatistik: CHF 946,3 Millionen im Jahr 2025 (Rohdaten publiziert am 10. März 2026), die nur bewilligtes Kriegsmaterial erfasst, nicht die zivile Luftfahrt oder Dual-Use-Güter..
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) werden ~75% der Schweizer Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Produktion exportiert (Geschätzte Exportquote der Produktion. Auf der bewilligungspflichtigen Seite ist die Zahl gemessen: Das SECO erfasste 2025 Schweizer Kriegsmaterialausfuhren von CHF 946,3 Millionen, ein Plus von 42,4% gegenüber CHF 664,7 Millionen im Jahr 2024. Zivile Luftfahrtkomponenten gehen weltweit in Airbus-, Boeing- und Businessjet-Programme.).
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz ~950 Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Unternehmen — Geschätzte Zahl der Firmen in Luftfahrt, Verteidigung und deren Lieferketten. Der messbare Kern ist die STATENT 2024 des BFS (publiziert am 20.08.2026): 290 Arbeitsstätten in der NOGA-Abteilung 30 "Sonstiger Fahrzeugbau", die den Luft- und Raumfahrzeugbau neben Schienen- und Schiffbau enthält. Waffen, Munition und Militärfahrzeuge liegen in anderen Abteilungen; die breitere Zahl bleibt daher eine Schätzung..

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Die Schweizer Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsindustrie war ein Jahrzehnt lang eine stille, exportgetriebene Nische. Still ist sie nicht mehr. Die SECO-Kriegsmaterialausfuhrstatistik, deren Rohdaten für 2025 am 10. März 2026 publiziert wurden, weist für 2025 CHF 946,3 Millionen aus gegenüber CHF 664,7 Millionen im Jahr 2024 — ein Plus von 42,4% in einem einzigen Jahr. Auf der Beschaffungsseite beantragt die am 20. März 2026 publizierte Armeebotschaft 2026 beim Parlament drei Verpflichtungskredite von rund CHF 3,4 Milliarden: rund CHF 2,4 Milliarden für Rüstungsbeschaffungen, CHF 394 Millionen als Zusatzkredit für den F-35A und CHF 562 Millionen für Immobilienprojekte des VBS. Das Parlament hat separat beschlossen, die Armeeausgaben auf 1 Prozent des BIP zu erhöhen, und der Bundesrat lässt eine befristete, zweckgebundene Mehrwertsteuererhöhung vernehmlassen — 0,5 Prozentpunkte auf dem Normalsatz, auf zwölf Jahre befristet — zur Speisung eines verschuldungsfähigen Rüstungsfonds, der einen Fähigkeitsbedarf von CHF 18 Milliarden, CHF 5 Milliarden für ein mögliches zweites System der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite und CHF 1 Milliarde Mehrkosten beim System Patriot abdeckt.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Interne Faktoren
Stärken5
  • Die stärkste inländische Beschaffungspipeline seit einer Generation: Die Armeebotschaft 2026 vom 20. März 2026 beantragt rund CHF 3,4 Milliarden an Verpflichtungskrediten, und das Parlament hat beschlossen, die Armeeausgaben auf 1 Prozent des BIP zu erhöhen.→ §4.0
Schwächen5
  • Verteidigungsnachfrage ist nicht Luftfahrtnachfrage, und das Register belegt es: Die RUAG Aerostructures Schweiz AG, das Emmer Geschäft für zivile Flugzeugstrukturen, befindet sich seit SHAB vom 17. April 2026 in Liquidation.
Externe Faktoren
Chancen5
  • Der Bundesrat lässt eine befristete, zweckgebundene Mehrwertsteuererhöhung zur Finanzierung eines verschuldungsfähigen Rüstungsfonds vernehmlassen, der einen Fähigkeitsbedarf von CHF 18 Milliarden, CHF 5 Milliarden für ein mögliches zweites System der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite und CHF 1 Milliarde Patriot-Mehrkosten abdeckt.→ §5.0
Risiken5
  • Inputkosten-Eskalation, die der Käufer nicht steuern kann. Das Marktkapitel der Armeebotschaft 2026 hält fest, dass sich Munition westlicher Firmen seit Kriegsbeginn in der Ukraine um rund die Hälfte verteuert hat, dass sich Artilleriegranatenpreise vervielfacht haben und dass die europäische Produktionskapazität nur langsam ausgebaut wird.→ §5.0
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
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8.0Regionale Cluster

Zentralschweiz

NWLU

Der Kern des Flugzeugbaus. Die PILATUS Flugzeugwerke AG in Stans (NW) ist der einzige Schweizer Hersteller kompletter Flugzeuge, und die RUAG AG ist in Emmen (LU) neben dem Militärflugplatz eingetragen. Der Cluster trägt zugleich die deutlichste Warnung des Sektors: Die RUAG Aerostructures Schweiz AG, das Emmer Geschäft für zivile Flugzeugstrukturen, ist seit SHAB vom 17. April 2026 in Liquidation.

Grossraum Zürich und Thurgau

ZHTG

Verteidigungssysteme und kommerzielles MRO. Die Rheinmetall Air Defence AG ist in Zürich eingetragen und liefert genau jene bodengestützte Luftverteidigungsfähigkeit, die das Rüstungsprogramm 2026 priorisiert; die General Dynamics European Land Systems - Mowag GmbH baut gepanzerte Radfahrzeuge in Kreuzlingen (TG); die SR Technics Switzerland AG betreibt am Flughafen Zürich unabhängiges MRO für Zelle, Triebwerk und Komponenten.

Bern und Mittelland

BESO

Bundesverwaltung der Verteidigung und Präzisionszulieferung. Die RUAG International Holding AG und die RUAG MRO Holding AG sind in Bern eingetragen, nahe bei armasuisse und dem VBS, während der Solothurner Präzisionsgürtel die Tier-2-Arbeit liefert — die Mecaplex AG in Grenchen fertigt Kabinenhauben, Windschutzscheiben und Kabinenfenster.

Basel und Wallis

BSVS

Completions und zertifizierte Werkstoffe. Die Jet Aviation AG in Basel ist eine der grössten Business-Aviation-Completion- und Wartungsoperationen Europas, mit eingetragenen Zweigniederlassungen am Flughafen Genf und in Zürich-Kloten. Im Wallis liefert die Constellium Valais SA in Sierre Aluminiumplatten und -profile in Luftfahrtqualität — das zertifizierte Werkstoffende der Kette, nicht das Montageende.

Quellen

Zefix — Swiss Central Business Name Index (register status of RUAG entities, PILATUS, Mowag, Rheinmetall Air Defence, SR Technics, Jet Aviation, Constellium Valais, Mecaplex)VBS/DDPS — Armeebotschaft 2026 (published 20.03.2026): CHF 3.4bn in commitment credits, CHF 394m additional credit for the F-35A, an expected 30 aircraftVBS/DDPS — Rüstungsprogramm 2026 (air defence in the lower and medium airspace, two additional IRIS-T SLM fire units)VBS/DDPS — Situation auf dem Rüstungsmarkt 2026 (Western ammunition prices up ~50% since 2022, artillery shell prices multiplied, European capacity expanding slowly)armasuisse — FAQ F-35A: CHF 6.035bn commitment credit, CHF 9.4bn 30-year operating costs, 60% offset obligation worth CHF 2.9bn, CHF 67m direct federal orders, STIB definitionarmasuisse — Air2030 series procurement contract (Patriot deliveries begin 2026)armasuisse — Rüstungspolitik and offset policyVBS/DDPS — Finanzierung der Armee: earmarked VAT proposal, CHF 18bn capability requirement, CHF 5bn possible second long-range GBAD system, CHF 1bn additional Patriot costs, army spending to 1% of GDPSECO — war materiel export statistics (2025 annual data published 10.03.2026; H1 2026 published 07.07.2026)SECO — Ausfuhren von Kriegsmaterial nach Kategorie pro Endempfängerstaat, raw data 2025 (total CHF 946,280,560)BFS STATENT — establishments and employment by NOGA division (2024, published 20.08.2026); NOGA 30 "other transport equipment" contains aircraft and spacecraft manufactureSwissmem — Tech Industry Key Figures Q2/2026 (capacity utilisation 81.1% vs 85.6% long-run average)Swissmem — Selective recovery with significant downside risks in the tech industry (Q2 2026)Pilatus Aircraft — PC-12, PC-24 and PC-21 programmes, Stans (NW)RUAG — Swiss defence technology groupSR Technics — independent commercial aircraft MRO, Zurich AirportJet Aviation — business aviation completions, maintenance and FBO, BaselRheinmetall — ground-based air defence systemsGeneral Dynamics European Land Systems — Mowag armoured wheeled vehicles, KreuzlingenConstellium — aerospace aluminium plate and extrusions (Valais operations in Sierre)Mecaplex — aircraft canopies, windshields and cabin windows, Grenchen (SO)Kopter Group — Swiss helicopter manufacturer, Glarus Nord (Leonardo)SECO — Swiss-US trade relations and tariff timeline
ValIndex Intelligence · Alain Walder, M.A. HSG|Daten per 2026-09|23 Quellen zitiert

9.0Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Unternehmen in der Schweiz wert?

Ein durchschnittliches Schweizer Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Unternehmen wird mit 5.0 - 7.5× EBITDA bei der steuerlichen Bewertung und 7.0 - 10.0× EBITDA bei tatsächlichen Transaktionen bewertet. Die Differenz zwischen steuerlichen und Deal-Multiplikatoren stellt eine wesentliche Arbitrage-Möglichkeit für informierte Käufer dar. Der aktuelle Markttrend ist steigend, mit einer als mittel bewerteten Arbitrage-Spanne. Die tatsächliche Bewertung hängt stark von wiederkehrenden Umsätzen, Kundendiversifikation, Führungstiefe und Anlagenmodernität ab.

Welche Faktoren beeinflussen die Bewertung eines Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Unternehmens?

Zu den wichtigsten Bewertungstreibern zählen: Die stärkste inländische Beschaffungspipeline seit einer Generation: Die Armeebotschaft 2026 vom 20. März 2026 beantragt rund CHF 3,4 Milliarden an Verpflichtungskrediten, und das Parlament hat beschlossen, die Armeeausgaben auf 1 Prozent des BIP zu erhöhen; Ein verbindliches Offset-Regime, das ausländische Programmausgaben in Schweizer Firmen lenkt. Die armasuisse verpflichtet Lockheed Martin, 60 Prozent des F-35A-Vertragswerts in der Schweiz zu kompensieren — ein Offsetvolumen von CHF 2,9 Milliarden —, und das Rüstungsprogramm 2026 soll rund CHF 1 Milliarde an Aufträgen und CHF 990 Millionen an Kompensationsgeschäften in die Schweizer Industrie bringen. Bewertungsmindernd wirken: Verteidigungsnachfrage ist nicht Luftfahrtnachfrage, und das Register belegt es: Die RUAG Aerostructures Schweiz AG, das Emmer Geschäft für zivile Flugzeugstrukturen, befindet sich seit SHAB vom 17. April 2026 in Liquidation. April 2026 in Liquidation; Eine offizielle Schweizer Umsatzreihe für Luftfahrt und Verteidigung existiert nicht. Jede Marktgrösse, Unternehmenszahl oder Wachstumsrate für den Sektor insgesamt — auch die in diesem Bericht — ist eine Schätzung; gemessen sind nur die SECO-Kriegsmaterialausfuhrstatistik und die BFS-STATENT auf Abteilungsebene. Deal-Multiplikatoren liegen typischerweise bei 7.0 - 10.0× EBITDA, die tatsächlichen Preise variieren jedoch deutlich je nach Kundenkonzentration, Managementqualität, Umsatzstabilität und geografischer Reichweite in den 26 Schweizer Kantonen.

Wie viele Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Unternehmen gibt es in der Schweiz?

Eine offizielle Zahl der Schweizer Luftfahrt- und Verteidigungsunternehmen existiert nicht. Der messbare Kern ist die STATENT 2024 des BFS, publiziert am 20. August 2026: 290 Arbeitsstätten und 13 699 Beschäftigte in der NOGA-Abteilung 30 "Sonstiger Fahrzeugbau" — jener Abteilung, die den Luft- und Raumfahrzeugbau neben Schienen- und Schiffbau enthält. Das ist mehr als 282 Arbeitsstätten (2022) und 243 (2012) und damit eine der ganz wenigen MEM-nahen Abteilungen, die noch wächst. Waffen-, Munitions- und Militärfahrzeugproduktion liegen in anderen NOGA-Abteilungen; die breitere Zahl von rund 950 Firmen über Luftfahrt, Verteidigung und deren Lieferketten bleibt daher eine Schätzung und keine Messung. Zwei publizierte Reihen liefern harte Zahlen: Das SECO erfasste 2025 Schweizer Kriegsmaterialausfuhren von CHF 946,3 Millionen, +42,4% gegenüber 2024, und die armasuisse berichtet, dass beim F/A-18-Programm knapp 400 Schweizer Unternehmen — rund drei Viertel davon KMU — von Offsets profitierten. Das Handelsregister ist die Prüfung jedes Einzelnamens: Die RUAG Aerostructures Schweiz AG etwa befindet sich seit SHAB vom 17. April 2026 in Liquidation.

Wie sieht die Nachfolgesituation im Schweizer Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Sektor aus?

Schweizer Luftfahrt- und Verteidigungs-KMU nähern sich der Nachfolge im günstigsten Nachfragemoment seit einer Generation — und beide Tatsachen stehen in Spannung zueinander. Die Armeebotschaft 2026 vom 20. März 2026 legt dem Parlament rund CHF 3,4 Milliarden an Verpflichtungskrediten vor, das SECO verzeichnete 2025 einen Sprung der Schweizer Kriegsmaterialausfuhren um 42,4%, und allein die F-35A-Offsetpflicht lenkt CHF 2,9 Milliarden Vertragswert von Lockheed Martin in Schweizer Aufträge. Was ein Käufer tatsächlich erwirbt, sind jedoch Zertifizierung und Programmstanding: EASA-Part-21/145-Zulassungen, NADCAP-Akkreditierungen, Prime-Qualifikation und Offset-Berechtigung brauchen Jahre und hängen an wenigen Personen. Ein Gründer, der ohne dokumentierte Übergabe geht, nimmt Audithistorie, Kontinuität des Zulassungsinhabers und die Prime-Beziehung mit — nichts davon ist innerhalb eines Geschäftsjahres ersetzbar. Der Käuferkreis ist für eine Nische dieser Grösse ungewöhnlich tief und strategisch statt finanziell: General Dynamics besitzt bereits Mowag in Kreuzlingen und Jet Aviation in Basel, die Rheinmetall Air Defence AG sitzt in Zürich, und Leonardo hält die kopter group ag in Glarus Nord — alle in der Lage, einen zertifizierten Schweizer Zulieferer direkt aufzunehmen. Die Gegenevidenz steht im selben Register: Die RUAG Aerostructures Schweiz AG, das Emmer Geschäft für zivile Flugzeugstrukturen, ist seit SHAB vom 17. April 2026 in Liquidation — eine Erinnerung daran, dass Verteidigungsnachfrage und zivile Flugzeugstrukturnachfrage nicht dasselbe sind. Eigentümer sollten die Kontinuität des Zulassungsinhabers als ersten Punkt jedes Nachfolgeplans behandeln, zwei bis drei Jahre Überlappung einplanen und auf den laufenden Beschaffungszyklus preisen statt auf die Annahme, er wiederhole sich. Transaktionsmultiplikatoren liegen in der Branche typischerweise bei 7.0 - 10.0× EBITDA.

Was sind die wichtigsten Markttrends im Schweizer Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Sektor?

Vier Trends prägen den Sektor 2026: (1) Die Schweizer Kriegsmaterialausfuhren stiegen 2025 um 42,4% — Die am 10. März 2026 publizierten SECO-Rohdaten weisen für 2025 Schweizer Kriegsmaterialausfuhren von CHF 946,3 Millionen aus gegenüber CHF 664,7 Millionen im Jahr 2024. (2) Die Armeebotschaft 2026 legt dem Parlament CHF 3,4 Milliarden vor — Die am 20. März 2026 publizierte Armeebotschaft 2026 beantragt drei Verpflichtungskredite von rund CHF 3,4 Milliarden: rund CHF 2,4 Milliarden für Rüstungsbeschaffungen, CHF 394 Millionen als Zusatzkredit für den F-35A und CHF 562 Millionen für Immobilienprojekte des VBS. (3) Die Offset-Arithmetik, korrigiert: CHF 2,9 Milliarden, nicht CHF 3,7 Milliarden — Die armasuisse verpflichtet Lockheed Martin, 60 Prozent des F-35A-Vertragswerts durch Auftragsvergaben in der Schweiz zu kompensieren; das ergibt ein Offsetvolumen von CHF 2,9 Milliarden, zuzüglich CHF 67 Millionen direkter Bundesaufträge an die Schweizer Industrie. (4) Die Verteidigung zieht an, die zivilen Flugzeugstrukturen nicht — Die RUAG Aerostructures Schweiz AG, das Emmer Geschäft für zivile Flugzeugstrukturen, befindet sich seit SHAB vom 17. April 2026 in Liquidation.

Was sind die Hauptrisiken beim Kauf eines Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Unternehmens?

Die wichtigsten Akquisitionsrisiken sind: (1) Inputkosten-Eskalation, die der Käufer nicht steuern kann. Das Marktkapitel der Armeebotschaft 2026 hält fest, dass sich Munition westlicher Firmen seit Kriegsbeginn in der Ukraine um rund die Hälfte verteuert hat, dass sich Artilleriegranatenpreise vervielfacht haben und dass die europäische Produktionskapazität nur langsam ausgebaut wird; (2) Risiko der Programmredimensionierung, demonstriert am grössten Schweizer Programm selbst: Der im März 2026 beantragte F-35A-Zusatzkredit wird damit begründet, voraussichtlich 30 Kampfflugzeuge zu ermöglichen, und die berechneten Betriebskosten über 30 Jahre von rund CHF 9,4 Milliarden betragen etwa das Doppelte der Beschaffungsausgaben; (3) Die US-Zolleskalation 2025-2026 — 39% im August 2025, Deckelung auf 15% im November 2025, Section-232-Zölle von 10-50% auf Stahl, Aluminium und Kupfer ab April 2026 — verteuert qualifizierte Metalle für Schweizer Zulieferer. Käufer sollten Kundenkonzentration, regulatorische Compliance und Schlüsselpersonen-Abhängigkeiten sorgfältig prüfen. Deal-Multiplikatoren von 7.0 - 10.0× EBITDA können bei erhöhtem Risikoprofil abschlägig ausfallen.

Wie sieht die typische Kostenstruktur von Schweizer Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Unternehmen aus?

Die typische Kostenaufschlüsselung eines Schweizer Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Unternehmens ist: Materialien & zertifizierte Komponenten: 30%, Personalkosten (hochqualifizierte Belegschaft): 33%, Qualitätssicherung & Zertifizierung: 9%, Anlagenabschreibungen & Werkzeuge: 10%, Sonstige Betriebskosten (Versicherung, Compliance): 11%, Gewinnmarge (EBITDA): 7%. Indikative Aufteilung für einen zertifizierten Schweizer Luftfahrt- oder Verteidigungszulieferer. Zertifizierte Werkstoffe und Komponenten dominieren, weil luftfahrttaugliches Metall und qualifizierte Teile nicht über den Preis substituierbar sind; das Marktkapitel der Armeebotschaft 2026 hält fest, dass sich Munition westlicher Firmen seit Kriegsbeginn in der Ukraine um rund die Hälfte verteuert hat, dass sich Artilleriegranatenpreise vervielfacht haben und dass die europäische Produktionskapazität nur langsam ausgebaut wird. Qualitätssicherung und Zertifizierung beanspruchen einen Anteil, der im übrigen MEM-Sektor ungewöhnlich wäre, denn EASA-Part-21/145-Zulassungen und NADCAP-Akkreditierung sind wiederkehrende, nicht einmalige Kosten. Swissmem meldete für Q2 2026 eine Kapazitätsauslastung der Tech-Industrie von 81,1% gegenüber einem langjährigen Mittel von 85,6% (2015-2025); Zulieferer auf der Verteidigungsseite stossen an Lieferfristen, nicht an die Nachfrage, und die NOGA-Abteilung 30 legte zwischen STATENT 2022 und 2024 um 14,5% bei der Beschäftigung zu. Diese Benchmarks sind wichtig für Käufer zur Beurteilung der operativen Effizienz und des Margensteigerungspotentials nach der Übernahme.

Welche Regionen sind die wichtigsten Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Cluster der Schweiz?

Die wichtigsten Luft-/Raumfahrt, Sicherheit & Verteidigung-Cluster der Schweiz sind: (1) Zentralschweiz (NW, LU) — Der Kern des Flugzeugbaus. Die PILATUS Flugzeugwerke AG in Stans (NW) ist der einzige Schweizer Hersteller kompletter Flugzeuge, und die RUAG AG ist in Emmen (LU) neben dem Militärflugplatz eingetragen. (2) Grossraum Zürich und Thurgau (ZH, TG) — Verteidigungssysteme und kommerzielles MRO. Die Rheinmetall Air Defence AG ist in Zürich eingetragen und liefert genau jene bodengestützte Luftverteidigungsfähigkeit, die das Rüstungsprogramm 2026 priorisiert; die General Dynamics European Land Systems - Mowag GmbH baut gepanzerte Radfahrzeuge in Kreuzlingen (TG); die (3) Bern und Mittelland (BE, SO) — Bundesverwaltung der Verteidigung und Präzisionszulieferung. Die RUAG International Holding AG und die RUAG MRO Holding AG sind in Bern eingetragen, nahe bei armasuisse und dem VBS, während der Solothurner Präzisionsgürtel die Tier-2-Arbeit liefert — die Mecaplex AG in Grenchen fertigt Kabinenhauben, Windschutzscheiben und Kabinenfenster. (4) Basel und Wallis (BS, VS) — Completions und zertifizierte Werkstoffe. Die Jet Aviation AG in Basel ist eine der grössten Business-Aviation-Completion- und Wartungsoperationen Europas, mit eingetragenen Zweigniederlassungen am Flughafen Genf und in Zürich-Kloten. Regionale Konzentration beeinflusst Bewertungen, da Unternehmen in etablierten Clustern von Zulieferer-Ökosystemen, spezialisierten Talentpools und Branchennetzwerken profitieren.

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