BRANCHENREPORT — SEPTEMBER 2026
Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|Aktualisiert |9 Quellen zitiert
Unternehmensdienstleistungen

Unternehmensberatung

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor unternehmensberatung 24 048 Unternehmen, 69 432 Mitarbeitende. (Daten per 2026-09.) Wachstum +1,2%. Transaktionen in der Branche werden typischerweise mit 5–7.5× EBITDA bewertet. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Wichtigste Erkenntnisse
  • •Deal-Multiplikatoren: 5.0 - 7.5× EBITDA (Trend: stabil)
  • •Wachstumsrate: +1,2%
  • •Aktive Unternehmen: 24 048
  • •Top-Trend: Beratung schrumpfte 2025, Prüfung und Steuern wuchsen

1.0Marktüberblick

24 048
Einheiten der Unternehmens- und Managementberatung (NOGA 70.22) im Jahr 2024, gegenüber 23 404 im Jahr 2023 und 17 322 im Jahr 2014 (BFS STATENT). Die Klasse umfasst Strategie-, Organisations- und HR-Beratungen sowie tausende Einzelberater; IT-Beratung wird separat gezählt.
69 432
Beschäftigte der Unternehmensberatung im Jahr 2024, entsprechend 54 525 Vollzeitäquivalenten oder 2,27 pro Einheit; 41,4% sind Frauen (BFS STATENT). Die Beschäftigung ist seit 2014 (48 751) jedes Jahr gestiegen.
+1,2%
Beschäftigungswachstum 2023–2024 (68 582 auf 69 432; BFS STATENT), gegenüber durchschnittlich +3,6% pro Jahr in den Jahren 2014–2024. Die Umsätze entwickelten sich 2025 anders: Das Beratungsgeschäft von Deloitte Schweiz schrumpfte im Geschäftsjahr bis Mai 2025 um 11%, der Advisory-Umsatz von KPMG Schweiz um 1,1%.
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz 24 048 Unternehmensberatung-Unternehmen — Einheiten der Unternehmens- und Managementberatung (NOGA 70.22) im Jahr 2024, gegenüber 23 404 im Jahr 2023 und 17 322 im Jahr 2014 (BFS STATENT). Die Klasse umfasst Strategie-, Organisations- und HR-Beratungen sowie tausende Einzelberater; IT-Beratung wird separat gezählt..

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Die Unternehmensberatung in der Schweiz ist ein Markt sehr kleiner Firmen rund um einige internationale Namen. Das Bundesamt für Statistik zählte 2024 insgesamt 24 048 Einheiten der Unternehmens- und Managementberatung (NOGA 70.22) mit 69 432 Beschäftigten oder 54 525 Vollzeitäquivalenten – durchschnittlich 2,27 Vollzeitäquivalente pro Einheit. Die Beschäftigung ist in jedem Jahr der Statistik gewachsen, von 48 751 im Jahr 2014 (+3,6% pro Jahr), und stieg 2024 um 1,2%, während die Zahl der Einheiten um 2,8% zunahm. Die Klasse umfasst Strategie-, Prozess-, Organisations- und HR-Beratung sowie viele Einzelberater; IT-Beratung wird separat gezählt.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Interne Faktoren
Stärken4
  • Die Beschäftigung ist von 2014 bis 2024 jedes Jahr gewachsen, von 48 751 auf 69 432 Personen (BFS STATENT)
Schwächen4
  • Fragmentierung: 2,27 Vollzeitäquivalente pro Beratungseinheit im Jahr 2024 – die meisten Firmen sind ihre Inhaber
Externe Faktoren
Chancen4
  • Regulatorisch getriebene Mandate – OECD-Mindeststeuer, Zölle, Nachhaltigkeitsberichterstattung –, die Kunden nicht aufschieben können
Risiken4
  • Generative KI automatisiert Recherche, Benchmarking und erste Entwürfe – genau die Arbeit, die Junior-Berater rechtfertigt
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
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Bewertungsüberblick

Firmenbewertung Unternehmensberatung Schweiz

Deal-Multiplikator (EBITDA)
5.0 - 7.5×
Markttrend
Stabil

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

8.0Regionale Cluster

Zürich

ZH

Der grösste Standort: 23% der Schweizer Beratungseinheiten, aber 32% der Beschäftigten der Branche (22 300), mit 3,3 Vollzeitäquivalenten pro Einheit gegenüber 2,27 im Landesdurchschnitt. Hier sitzen die Schweizer Büros der internationalen Strategieberatungen und die Beratungsbereiche der Big Four, die Banken, Versicherer und Konzernzentralen betreuen.

Genferseeregion

VDGE

Die Waadt zählt 2 106 Einheiten und 8 855 Beschäftigte – 3,6 Vollzeitäquivalente pro Einheit, mehr als Zürich –, Genf 1 523 Einheiten und 3 765 Beschäftigte. Die Region bedient multinationale Hauptsitze, Rohstoffhändler, Privatbanken und internationale Organisationen.

Zentralschweiz

ZGSZLUNWOWUR

Viele Einheiten, die meisten sehr klein: Zug hat 1 974 Einheiten mit 4 595 Beschäftigten, Schwyz 1 091 mit 1 866 – im Schnitt 1,8 bzw. 1,3 Vollzeitäquivalente pro Einheit. Steuergünstige Sitze ziehen Einzelberater und holdingartige Beratungsgesellschaften an; Luzern (963 Einheiten, 3 268 Beschäftigte) hat üblichere Firmengrössen.

Bern

BE

1 797 Einheiten mit 5 033 Beschäftigten. Bundesverwaltung und bundesnahe Betriebe sind die Ankerkunden, mit Mandaten zu Organisation, Beschaffung und Digitalisierung.

Basel

BSBL

Basel-Stadt zählt 745 Einheiten (1 838 Beschäftigte), Basel-Landschaft 638 (1 415). Die Nachfrage folgt dem Life-Sciences-Cluster: Regulierung, Marktzugang und Operations für Pharma- und Chemiekonzerne.

Tessin

TI

1 524 Einheiten, aber nur 2 985 Beschäftigte – 1,5 Vollzeitäquivalente pro Einheit, eine der höchsten Dichten an Kleinstpraxen im Land –, die italienischsprachige KMU und grenzüberschreitende Geschäfte mit der Lombardei betreuen.

Quellen

Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|9 Quellen zitiert

9.0Häufig gestellte Fragen

▶Was ist eine Unternehmensberatung in der Schweiz wert?

Die Multiplikatoren-Tabelle von ValIndex setzt Schweizer Unternehmensberatungen bei 5,0–7,5× EBITDA in Transaktionen und 4,0–6,0× EBITDA für steuerliche Bewertungen an. Die Spanne ist breit, weil die Firmen es sind: Ein spezialisiertes Team mit wiederkehrenden Mandaten, mehreren Partnern und Kunden, die nach einem Verkauf bleiben, liegt am oberen Ende; eine Gründerpraxis, deren Kunden den Gründer einkaufen, liegt darunter oder ist nur mit langem Earn-out verkäuflich. Der Beratungsumsatz der Big Four sank 2025 (Deloitte Schweiz −11%), deshalb prüfen Käufer die Pipeline und den Anteil frei verfügbarer Projekte genau.

▶Welche Faktoren bestimmen den Wert einer Unternehmensberatung?

Käufer bewerten vier Punkte: (1) Unabhängigkeit vom Gründer – wie viele Partner die wichtigsten Kundenbeziehungen halten; (2) Umsatzqualität – wiederkehrende oder Rahmenmandate gegenüber Einzelprojekten und die Abhängigkeit von frei verfügbaren Budgets, die 2025 sanken; (3) Spezialisierung – Branchen- oder Technologiewissen, das ein Konsolidierer nicht leicht aufbauen kann, genau das Profil, das Eraneos und die Implement Consulting Group gekauft haben; (4) Auslastung und Teamstruktur, da Personal der grösste Kostenblock ist. Kundenkonzentration ist der häufigste Grund für einen Abschlag.

▶Wie viele Unternehmensberatungen gibt es in der Schweiz?

Das Bundesamt für Statistik zählte 2024 insgesamt 24 048 Einheiten der Unternehmens- und Managementberatung (NOGA 70.22) mit 69 432 Beschäftigten oder 54 525 Vollzeitäquivalenten (BFS STATENT). Die Zahl ist jedes Jahr gewachsen, von 17 322 im Jahr 2014. Die meisten sind sehr klein – durchschnittlich 2,27 Vollzeitäquivalente pro Einheit –, und die Zählung umfasst Einzelberater. Zürich hat 5 567 Einheiten, die Waadt 2 106, Zug 1 974 und Bern 1 797.

▶Wie steht es um die Nachfolge in Schweizer Unternehmensberatungen?

Die Nachfolge ist die strukturelle Schwäche der Branche: Bei durchschnittlich 2,27 Vollzeitäquivalenten pro Einheit sind die meisten Beratungen ihre Inhaber, und Kunden kaufen oft die Person statt der Firma. Praxen, die ihre Kundenbeziehungen auf mehrere Partner verteilt und wiederkehrende Mandate aufgebaut haben, sind verkäuflich; Konsolidierer wie Eraneos und die Implement Consulting Group kaufen spezialisierte Teams von 20 bis 70 Personen. Gründerabhängige Praxen werden meist mit Earn-out verkauft oder in eine Partnerfirma integriert, viele werden schlicht geschlossen.

▶Was sind die wichtigsten Trends in der Schweizer Unternehmensberatung?

Fünf Trends: (1) Die Beratung der Big Four schrumpfte 2025, Prüfung und Steuern wuchsen – Beratung bei Deloitte Schweiz −11%, Advisory bei KPMG −1,1%; (2) mehr, aber kleinere Firmen – Einheiten +2,8% im Jahr 2024, Beschäftigte +1,2%; (3) Konsolidierer kaufen spezialisierte Boutiquen, dokumentiert im Handelsregister; (4) KI automatisiert Recherche und Analyse, die bisher Junior-Berater erledigten; (5) Regulierung – Mindeststeuer, Zölle, Nachhaltigkeitsvorgaben – treibt die Mandate, die wuchsen.

▶Was sind die Hauptrisiken beim Kauf einer Unternehmensberatung?

Die Hauptrisiken sind: (1) Kundenbeziehungen, die mit dem Verkäufer gehen – abgefedert durch Earn-outs und das Halten der Partner, die sie pflegen; (2) die Abhängigkeit von frei verfügbaren Budgets, die 2025 sanken; (3) KI, die nach Tagen abgerechnete Analysearbeit verdrängt; (4) Schlüsselpersonenrisiko bei erfahrenen Beratern, die sich mit geringen Kosten selbständig machen können. Die Due Diligence sollte den Umsatz nach Kunde, Partner und Mandatstyp aufschlüsseln.

▶Wie sieht die typische Kostenstruktur einer Schweizer Unternehmensberatung aus?

Das Personal ist mit Abstand der grösste Kostenblock einer Beratung – indikativ rund 55% des Umsatzes, dazu etwa 8% für Subunternehmer und Freelancer; Büro, IT und Reisen machen den Grossteil des Rests aus. Eine EBITDA-Marge um 15% ist ein üblicher Richtwert für inhabergeführte Firmen. Keine Schweizer Statistik veröffentlicht eine Kostenstruktur der Beratung, die Werte sind daher indikativ. Die Marge hängt vor allem von der Auslastung ab, dem Anteil der verrechneten bezahlten Stunden.

▶Wo liegen die wichtigsten Beratungsstandorte der Schweiz?

Zürich ist der grösste Standort mit 5 567 Einheiten und 22 300 Beschäftigten im Jahr 2024 – 32% der Beschäftigung der Branche. Es folgt die Genferseeregion (Waadt und Genf) mit 3 629 Einheiten und 12 620 Beschäftigten. Die Zentralschweiz zählt 4 441 Einheiten, aber kleine: In Zug und Schwyz liegen sie im Schnitt unter zwei Vollzeitäquivalenten. Bern (1 797 Einheiten), das Tessin (1 524) und Basel (1 383) vervollständigen das Bild (BFS STATENT 2024).

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