BRANCHENREPORT — OKTOBER 2026
Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-10|Aktualisiert |8 Quellen zitiert
Distribution & Grosshandel

Elektro- & Elektronikgrosshandel

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor elektro- & elektronikgrosshandel Elektroinstallationsmaterial, Kabel, Beleuchtung und elektronische Bauteile für Installateure und Industrie — ein Markt, den zwei französische Gruppen anführen, Rexel (EM) und Sonepar, ohne eigene BFS-Zählung. (Daten per 2026-10.) Wachstum +10,5%. Transaktionen in der Branche werden typischerweise mit 5–7.5× EBITDA bewertet. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Wichtigste Erkenntnisse
  • •Deal-Multiplikatoren: 5.0 - 7.5× EBITDA (Trend: stabil)
  • •Wachstumsrate: +10,5%
  • •Top-Trend: Solar kühlt ab, Speicher boomen

1.0Marktüberblick

+10,5%
Wachstum der Beschäftigten in Elektroinstallationsbetrieben, den wichtigsten Kunden der Grosshändler, von 2020 (50 691) bis 2024 (55 988), BFS STATENT NOGA 43.21. Das BFS zählt den Grosshandel mit Elektroinstallationsmaterial nicht separat; er ist in NOGA 46.69 mit anderen Ausrüstungsgrosshändlern erfasst.
4 940
Elektroinstallationsbetriebe 2024 mit 55 988 Beschäftigten (BFS STATENT, NOGA 43.21): die Installateure, die bei den Elektrogrosshändlern einkaufen.
1 333 MW
In der Schweiz 2025 zugebaute Solarleistung, rund 26% weniger als 2024; der Verkauf von Modulen sank um 29,3%, jener von Heimspeichern stieg um über 70% (Swissolar, Statistik Sonnenenergie 2025).
4 339
Beschäftigte im Grosshandel mit elektronischen Bauteilen und Telekommunikationsgeräten 2024 (BFS STATENT, NOGA 46.52, 386 Einheiten), der einzige Zweig des Elektrogrosshandels, den das BFS eigens zählt.

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Elektrogrosshändler beliefern Installateure und Industrie mit Installationsmaterial, Kabeln, Schaltgeräten, Beleuchtung, Solar- und Automationsprodukten. Den Schweizer Markt führen zwei französische Gruppen an. Die Elektro-Material AG (EM), 1913 in Zürich gegründet und Teil von Rexel, beschäftigt rund 750 Mitarbeitende an neun Standorten. Sonepar Suisse mit Sitz in St. Gallen, früher Winterhalter + Fenner, hat über 550 Mitarbeitende an 15 Standorten; seit April 2021 treten ihre regionalen Grosshändler Dysbox, ElectroLAN, Electroplast und Fabbri unter der einheitlichen Marke Sonepar auf. Die Otto Fischer AG in Zürich ist ein grosser unabhängiger Grosshändler, und Distributoren elektronischer Bauteile wie Distrelec (seit 2023 im Besitz der britischen RS Group) beliefern Industrie und Ingenieure.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Interne Faktoren
Stärken4
  • Unverzichtbares Bindeglied zwischen Herstellern und fast 5 000 Installationsbetrieben
Schwächen4
  • Schmale Handelsmargen→ §5.0
Externe Faktoren
Chancen4
  • Heimspeicher, Wärmepumpen und Ladestationen
Risiken4
  • Abkühlung im Solarmarkt nach dem Boom 2022–2024
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
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Bewertungsüberblick

Firmenbewertung Elektro- & Elektronikgrosshandel Schweiz

Deal-Multiplikator (EBITDA)
5.0 - 7.5×
Markttrend
Stabil

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

8.0Regionale Cluster

Zürich

ZH

114 Grosshändler mit elektronischen Bauteilen und Telekommunikationsgeräten mit 1 439 Beschäftigten 2024 (BFS STATENT, NOGA 46.52), ein Drittel des Landestotals; EM und Otto Fischer haben ihren Sitz in Zürich, Distrelec in Uster und Demelectric in Geroldswil.

Zentralschweiz

LUSZZGOWURNW

58 Einheiten mit 374 Beschäftigten, viele davon kleine Handelsgesellschaften.

Nordwestschweiz

AGBLBS

48 Einheiten mit 693 Beschäftigten.

Westschweiz

VDGEFRVSNEJU

46 Einheiten mit 609 Beschäftigten.

Ostschweiz

SGTGGRSHARAIGL

46 Einheiten mit 491 Beschäftigten; Sonepar Suisse hat ihren Sitz in St. Gallen.

Bern und Solothurn

BESO

38 Einheiten mit 647 Beschäftigten, im Schnitt die grössten (17,0 pro Einheit).

Tessin

TI

26 Einheiten mit 80 Beschäftigten.

Quellen

Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-10|8 Quellen zitiert

9.0Häufig gestellte Fragen

▶Wie viel ist ein Elektrogrosshändler in der Schweiz wert?

Die ValIndex-Multiplikatorentabelle setzt den Schweizer Elektrogrosshandel bei 5,0–7,5× EBITDA in Transaktionen und 4,0–5,5× EBITDA bei steuerlichen Bewertungen an. Spezialisten mit starken Beziehungen zu Installateuren oder einer Nische wie Automation oder Beleuchtung liegen am oberen Ende; allgemeine Händler mit schmalen Margen tiefer.

▶Was bestimmt den Wert eines Schweizer Elektrogrosshändlers?

Käufer bewerten: (1) Beziehungen zu Installateuren und Industriekunden; (2) Lieferantenverträge und Markenexklusivität; (3) Logistik und Liefergeschwindigkeit; (4) Bruttomarge und Lagerqualität; (5) Spezialwissen in Solar, Speichern, Automation oder Beleuchtung; (6) Nachfolge und Abhängigkeit vom Inhaber.

▶Wie gross ist der Schweizer Elektrogrosshandel?

Eine amtliche Marktzahl gibt es nicht. Das BFS zählt die Kunden — 4 940 Elektroinstallationsbetriebe mit 55 988 Beschäftigten 2024 — und 386 Grosshändler mit elektronischen Bauteilen und Telekommunikationsgeräten mit 4 339 Beschäftigten; die Grosshändler für Installationsmaterial werden jedoch mit anderen Ausrüstungsgrosshändlern gezählt. Die zwei Marktführer beschäftigen in der Schweiz zusammen rund 1 300 Personen (EM rund 750, Sonepar über 550).

▶Welches sind die wichtigsten Elektrogrosshändler der Schweiz?

Elektro-Material (EM, Rexel-Gruppe, Zürich) und Sonepar Suisse (Sonepar-Gruppe, St. Gallen) führen den Markt an. Otto Fischer (Zürich) ist ein grosser Unabhängiger, Distrelec (Uster, RS Group) vertreibt elektronische Bauteile, und Demelectric (Geroldswil) handelt mit elektrotechnischen Industrieprodukten und stellt sie her.

▶Was sind die wichtigsten Trends im Schweizer Elektrogrosshandel?

Fünf Trends: (1) Der Solarzubau sank 2025 um rund 26%, Heimspeicher legten um über 70% zu; (2) die Beschäftigung bei den Installateuren stieg von 2020 bis 2024 um 10,5%; (3) Sonepar vereinheitlichte 2021 seine Marken und kaufte 2024 die EHS Switzerland; (4) die Elektronikdistribution ging an globale Gruppen, wie Distrelec an die RS Group; (5) weniger Elektronikgrosshändler bei stabiler Beschäftigung.

▶Was sind die grössten Risiken beim Kauf eines Schweizer Elektrogrosshändlers?

Die grössten Risiken sind: (1) schmale Margen und Preisdruck durch die zwei grossen Gruppen; (2) Lager- und Umlaufvermögensrisiko, besonders bei Solarprodukten nach dem Boom; (3) Verlust eines wichtigen Lieferanten; (4) Hersteller und Plattformen verkaufen direkt; (5) an den Inhaber gebundene Kundenbeziehungen. Die Due Diligence sollte das Alter des Lagers, die Lieferantenverträge und die Kundenkonzentration prüfen.

▶Wie wirkt sich die Abkühlung im Solarmarkt auf die Elektrogrosshändler aus?

Solar war bis 2024 die am schnellsten wachsende Produktlinie. 2025 sank der Schweizer Solarzubau um rund 26% auf 1 333 MW und der Modulverkauf um 29,3%, der erste Rückgang seit 2017; das bringt den Grosshändlern tiefere Volumen und Lagerrisiken. Heimspeicher gleichen das teilweise aus, mit über 70% mehr Verkäufen; Swissolar erwartet für 2026 eine Stabilisierung.

▶Wo sind die Schweizer Elektro- und Elektronikgrosshändler angesiedelt?

Gemäss BFS-Zahlen 2024 für die Grosshändler mit elektronischen Bauteilen und Telekommunikationsgeräten: Zürich führt mit 114 Einheiten und 1 439 Beschäftigten, gefolgt von der Zentralschweiz (58; 374), der Nordwestschweiz (48; 693), der Westschweiz (46; 609), der Ostschweiz (46; 491), Bern und Solothurn (38; 647) und dem Tessin (26; 80). EM und Otto Fischer haben ihren Sitz in Zürich, Sonepar Suisse in St. Gallen.

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