BRANCHENREPORT — OKTOBER 2026
Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-10|Aktualisiert |8 Quellen zitiert
Dienstleistungen & Logistik

Uebersetzung & Lokalisierung

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor uebersetzung & lokalisierung 2 162 Unternehmen, 2 866 Mitarbeitende. (Daten per 2026-10.) Rückgang 12,5%. Transaktionen in der Branche werden typischerweise mit 3.5–5.5× EBITDA bewertet. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Wichtigste Erkenntnisse
  • •Deal-Multiplikatoren: 3.5 - 5.5× EBITDA (Trend: stabil)
  • •Wachstumsrate: −12,5%
  • •Aktive Unternehmen: 2 162
  • •Top-Trend: Weniger Firmen und Stellen

1.0Marktüberblick

2 162
Einheiten für Übersetzen und Dolmetschen in der Schweiz 2024 (BFS STATENT, NOGA 74.30), nach 2 455 im Jahr 2020. Die meisten sind selbständige Übersetzerinnen und Übersetzer: Eine Einheit hat im Schnitt 1,3 Beschäftigte.
2 866
Beschäftigte von Übersetzungs- und Dolmetschfirmen 2024 (BFS STATENT, NOGA 74.30), 1 644 Vollzeitäquivalente; 72% sind Frauen. Interne Übersetzer in Unternehmen und in der Bundesverwaltung werden in den Branchen ihrer Arbeitgeber gezählt.
−12,5%
Veränderung der Beschäftigten von Übersetzungs- und Dolmetschfirmen von 2020 (3 276) bis 2024 (2 866), BFS STATENT. Die Zahl der Einheiten sank im selben Zeitraum um 11,9%, da maschinelle Übersetzung Routinearbeit übernahm.
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz 2 162 Uebersetzung & Lokalisierung-Unternehmen — Einheiten für Übersetzen und Dolmetschen in der Schweiz 2024 (BFS STATENT, NOGA 74.30), nach 2 455 im Jahr 2020. Die meisten sind selbständige Übersetzerinnen und Übersetzer: Eine Einheit hat im Schnitt 1,3 Beschäftigte..

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Übersetzen und Dolmetschen ist in der Schweiz eine kleine, zersplitterte und schrumpfende Branche. 2024 zählte das BFS 2 162 Einheiten für Übersetzen und Dolmetschen mit 2 866 Beschäftigten (STATENT, NOGA 74.30), im Schnitt 1,3 Personen pro Einheit: Die meisten sind Selbständige. Beide Zahlen sind seit 2020 um rund 12% gesunken. Viele Sprachfachleute arbeiten anderswo – in den Sprachdiensten der Bundesverwaltung, von Banken, Versicherungen und Pharmaunternehmen – und werden in diesen Branchen gezählt. Auch die Berufsverbände sind klein: Die ASTTI hat rund 400 Mitglieder, die DÜV rund 250 (ZHAW, 2024).

3.0Branchen-Check (SWOT)

Interne Faktoren
Stärken4
  • Vier Landessprachen und Mehrsprachigkeitsregeln des Bundes sichern Nachfrage
Schwächen4
  • Sehr kleine Einheiten: im Schnitt 1,3 Beschäftigte
Externe Faktoren
Chancen4
  • KI-gestützte Abläufe mit menschlicher Prüfung
Risiken4
  • Maschinelle Übersetzung ersetzt Routinearbeit→ §4.0
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
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Bewertungsüberblick

Firmenbewertung Uebersetzung & Lokalisierung Schweiz

Deal-Multiplikator (EBITDA)
3.5 - 5.5×
Markttrend
Stabil

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

8.0Regionale Cluster

Westschweiz

VDGEFRVSNEJU

797 Einheiten für Übersetzen und Dolmetschen mit 1 070 Beschäftigten 2024 (BFS STATENT, NOGA 74.30), 37% des Landestotals; die internationalen Organisationen in Genf brauchen Dolmetscher und Übersetzer. Die Schweizer Gesellschaft von TransPerfect sitzt in Genf.

Zürich

ZH

469 Einheiten mit 598 Beschäftigten; Supertext hat seinen Sitz in Zürich.

Bern und Solothurn

BESO

244 Einheiten mit 361 Beschäftigten, nahe der Bundesverwaltung in Bern.

Tessin

TI

206 Einheiten mit 228 Beschäftigten.

Nordwestschweiz

AGBLBS

196 Einheiten mit 240 Beschäftigten; Lionbridge Switzerland ist in Basel eingetragen.

Ostschweiz

SGTGGRSHARAIGL

137 Einheiten mit 184 Beschäftigten; die STAR-Gruppe hat ihren Hauptsitz in Ramsen (SH).

Zentralschweiz

LUSZZGOWURNW

107 Einheiten mit 179 Beschäftigten, die meisten pro Einheit (1,7); die Apostroph Group hat ihren Hauptsitz in Luzern.

Quellen

Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-10|8 Quellen zitiert

9.0Häufig gestellte Fragen

▶Wie viel ist eine Übersetzungsagentur in der Schweiz wert?

Die ValIndex-Multiplikatorentabelle setzt Schweizer Übersetzung und Lokalisierung bei 3,5–5,5× EBITDA in Transaktionen und 2,5–4,0× EBITDA bei steuerlichen Bewertungen an. Agenturen mit spezialisierten Gebieten, beglaubigten Übersetzungen und langen institutionellen Verträgen liegen am oberen Ende; allgemeine Agenturen und Einpersonenfirmen, die am Inhaber hängen, tiefer.

▶Was bestimmt den Wert eines Schweizer Übersetzungs- oder Lokalisierungsunternehmens?

Käufer bewerten: (1) Spezialisierung auf juristische, finanzielle, pharmazeutische oder technische Texte; (2) lange Verträge mit Banken, Versicherungen, Pharmaunternehmen oder Behörden; (3) KI-gestützte Abläufe und Produktivität; (4) Schweizer Datenhaltung und Sicherheitszertifizierungen; (5) Unabhängigkeit vom Inhaber; (6) das Netz qualifizierter Freelancer.

▶Wie gross ist die Schweizer Übersetzungsbranche?

Klein. Das BFS zählte 2024 2 162 Einheiten für Übersetzen und Dolmetschen mit 2 866 Beschäftigten (NOGA 74.30), im Schnitt 1,3 pro Einheit; beide Zahlen sind seit 2020 um rund 12% gesunken. Viele Sprachfachleute arbeiten intern bei der Bundesverwaltung, Banken und Pharmaunternehmen und werden dort gezählt. Eine offizielle Marktgrösse wird nicht veröffentlicht.

▶Welches sind die wichtigsten Übersetzungsunternehmen der Schweiz?

Zu den grösseren Anbietern gehören Supertext (Zürich, 2024 mit TextShuttle fusioniert), die Apostroph Group (Luzern, seit Februar 2025 im Besitz von TransPerfect), TransPerfect (Genf), Lionbridge Switzerland (Basel, früher CLS Communication) und die STAR-Gruppe (Ramsen). Der grösste Teil des Markts besteht aus Selbständigen.

▶Was sind die wichtigsten Trends bei Übersetzung und Lokalisierung in der Schweiz?

Fünf Trends: (1) Einheiten und Beschäftigte sanken von 2020 bis 2024 um rund 12%; (2) die Bundesverwaltung übersetzt über eine Million Seiten pro Monat mit DeepL Pro; (3) Schweizer Agenturen wie Supertext bauen eigene KI-Übersetzer; (4) globale Gruppen kaufen Schweizer Agenturen, wie TransPerfect mit Apostroph; (5) selbst KI-Anbieter bauen Stellen ab, wie DeepL im Mai 2026.

▶Was sind die grössten Risiken beim Kauf einer Schweizer Übersetzungsagentur?

Die grössten Risiken sind: (1) maschinelle Übersetzung ersetzt Routinearbeit und drückt die Preise; (2) Kunden übersetzen mit KI-Werkzeugen intern; (3) Abhängigkeit vom Inhaber und von wenigen Kunden; (4) Verlust wichtiger Freelancer; (5) Datenschutzpflichten bei vertraulichen Texten. Die Due Diligence sollte Kundenkonzentration, Vertragsbedingungen, den Anteil allgemeiner gegenüber spezialisierter Arbeit und die eingesetzte Technologie prüfen.

▶Wie verändert KI das Übersetzen in der Schweiz?

Maschinelle Übersetzung erledigt heute Routinearbeit: Die Bundesverwaltung übersetzt über eine Million Standardseiten pro Monat mit DeepL Pro, Texte mit Aussenwirkung übersetzen weiterhin Fachleute. Die meisten Übersetzer bearbeiten heute auch maschinelle Übersetzungen nach (ZHAW). Agenturen wie Supertext verbinden eigene KI mit Expertenprüfung, und die Zahl der Übersetzungsbetriebe sank zwischen 2020 und 2024 um rund 12%.

▶Wo sind die Schweizer Übersetzungsbetriebe angesiedelt?

Gemäss BFS-Zahlen 2024: Die Westschweiz hat die meisten Einheiten (797, mit 1 070 Beschäftigten), getragen von den internationalen Organisationen in Genf, gefolgt von Zürich (469; 598) sowie Bern und Solothurn (244; 361). Das Tessin hat 206 Einheiten, die Nordwestschweiz 196, die Ostschweiz 137 und die Zentralschweiz 107.

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