BRANCHENREPORT — SEPTEMBER 2026
Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|Aktualisiert |9 Quellen zitiert
Unternehmensdienstleistungen

Immobiliendienstleistungen

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor immobiliendienstleistungen 11 157 Unternehmen, 49 360 Mitarbeitende. (Daten per 2026-09.) Rückgang 0,8%. Transaktionen in der Branche werden typischerweise mit 5.5–8× EBITDA bewertet. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Bewertungsüberblick

Firmenbewertung Immobiliendienstleistungen Schweiz

Deal-Multiplikator (EBITDA)
5.5 - 8.0×
Markttrend
Stabil

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

Wichtigste Erkenntnisse
  • •Deal-Multiplikatoren: 5.5 - 8.0× EBITDA (Trend: stabil)
  • •Wachstumsrate: −0,8%
  • •Aktive Unternehmen: 11 157
  • •Top-Trend: Knapperer Wohnraum

1.0Marktüberblick

11 157
Unternehmen der Immobilienvermittlung (NOGA 68.31: 3 778) und der Verwaltung für Dritte (NOGA 68.32: 7 379) 2024, BFS STATENT. Gegenüber 9 316 im Jahr 2011.
49 360
Beschäftigte 2024 (31 258 Vollzeitäquivalente), BFS STATENT: 16 428 in der Vermittlung und 32 932 in der Bewirtschaftung. Das durchschnittliche Unternehmen hat weniger als drei Vollzeitstellen.
−0,8%
Veränderung der Beschäftigung 2024 (49 757 auf 49 360), BFS STATENT. Die Vermittlung wuchs (+3,0%), die Bewirtschaftung schrumpfte (−2,6%) – ihre Beschäftigung ist seit 2020 um 6% gesunken, bei gleichbleibender Zahl der Firmen.
1,00%
Leerwohnungsziffer der Schweiz am 1. Juni 2025, der fünfte Rückgang in Folge und der tiefste Wert seit zwölf Jahren (BFS). Genf 0,34%, Zug 0,42%, Zürich 0,48%.
CHF 240 Mio.
Preis, den die PHM Group 2024 für das Immobiliendienstleistungsgeschäft von Investis (inkl. Privera) zahlte: CHF 180,8 Mio. Umsatz und CHF 17,9 Mio. Betriebsgewinn 2023 – rund das 13-Fache des EBIT.
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz 11 157 Immobiliendienstleistungen-Unternehmen — Unternehmen der Immobilienvermittlung (NOGA 68.31: 3 778) und der Verwaltung für Dritte (NOGA 68.32: 7 379) 2024, BFS STATENT. Gegenüber 9 316 im Jahr 2011..

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Die Schweizer Immobiliendienstleistungen bestehen aus zwei Teilen. Die Bewirtschaftung für Dritte – Mietzinsinkasso, Vermietung, Unterhalt und Mieterkontakt für Eigentümer wie Pensionskassen, Versicherer, Immobilienfonds und private Vermieter – beschäftigt 32 932 Personen in 7 379 Unternehmen (BFS STATENT, 2024). Die Vermittlung von Grundstücken, Gebäuden und Wohnungen beschäftigt 16 428 Personen in 3 778 Unternehmen. Zusammen sind es 11 157 Unternehmen und 49 360 Beschäftigte, doch das durchschnittliche Unternehmen hat weniger als drei Vollzeitstellen: Wenige nationale Bewirtschafter stehen über Tausenden kleiner lokaler Agenturen.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Interne Faktoren
Stärken4
  • Wiederkehrende Honorare aus Bewirtschaftungsmandaten institutioneller und privater Eigentümer
Schwächen4
  • Kleine Firmen: im Schnitt weniger als drei Vollzeitstellen
Externe Faktoren
Chancen4
  • Konsolidierung durch Plattformen wie PHM Group, Implenia/Wincasa und Versicherer
Risiken4
  • Mietrecht und politischer Druck in einem angespannten Wohnungsmarkt
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
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8.0Regionale Cluster

Westschweiz

VDGEFRVSNEJU

3 031 Unternehmen mit 15 570 Beschäftigten 2024 (BFS STATENT, NOGA 68.31/68.32) – die grösste Region. Genf zählt 6 711 Beschäftigte, ein Spiegel seiner grossen Régies.

Zürich

ZH

1 841 Unternehmen mit 10 837 Beschäftigten – der grösste Kanton. Livit hat ihren Sitz in Zürich, Wincasa in Winterthur.

Bern und Solothurn

BESO

1 112 Unternehmen mit 6 243 Beschäftigten; Privera hat ihren Sitz in Gümligen bei Bern.

Ostschweiz

SGTGGRSHARAIGL

1 565 Unternehmen mit 4 904 Beschäftigten – rund drei pro Firma.

Zentralschweiz

LUSZZGOWURNW

1 489 Unternehmen mit 4 510 Beschäftigten; allein Zug zählt 457 Firmen.

Nordwestschweiz

AGBLBS

1 313 Unternehmen mit 4 833 Beschäftigten.

Tessin

TI

800 Unternehmen mit 2 454 Beschäftigten.

Quellen

Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|9 Quellen zitiert

Korrekturen

Zahlen und Aussagen der Ausgabe vom Februar 2026, die diese Ausgabe zurückzieht oder berichtigt, mit Begründung.

  • «Markt von CHF 4–5 Mrd.» zurückgezogen: Das BFS veröffentlicht den Umsatz der Branche nicht, und die Zahl hatte keine Quelle.
  • «~3 500 Unternehmen» und «~25 000 Beschäftigte» ersetzt durch BFS STATENT 2024: 11 157 Unternehmen und 49 360 Beschäftigte in Vermittlung und Bewirtschaftung.
  • «+2–3% Wachstum» ersetzt durch die gemessene Veränderung der Beschäftigung: −0,8% 2024.
  • Privera korrigiert: nicht Teil der Baloise-Gruppe. Sie gehörte bis 2024 zu Investis und ist heute im Besitz der finnischen PHM Group. Wincasa ergänzt: seit 2023 im Besitz von Implenia.
  • CBRE, JLL, Wüest Partner, IAZI, SPG Intercity, Naef, Properti und Flatfox aus den wichtigsten Akteuren entfernt: für diese Ausgabe nicht geprüft, und mehrere sind Beratungsfirmen oder Plattformen statt Bewirtschafter.
  • Die Kostenaufteilung ist nun als indikativ bezeichnet: Sie wurde nie gemessen.

9.0Häufig gestellte Fragen

▶Wie viel ist ein Immobiliendienstleister in der Schweiz wert?

Die ValIndex-Multiplikatorentabelle setzt Schweizer Immobiliendienstleister bei 5,5–8,0× EBITDA in Transaktionen und 4,0–6,0× EBITDA bei steuerlichen Bewertungen an. Ein gemessener grosser Deal: 2024 zahlte die PHM Group CHF 240 Millionen für das Immobiliendienstleistungsgeschäft von Investis, das CHF 17,9 Millionen Betriebsgewinn erzielte – rund das 13-Fache des EBIT. Kleine Agenturen werden tiefer bewertet, und ein Teil des Preises hängt oft davon ab, dass die Mandate nach dem Verkauf bleiben.

▶Was bestimmt den Wert einer Schweizer Bewirtschaftungsfirma?

Käufer bewerten: (1) Laufzeit und Übertragbarkeit der Bewirtschaftungsmandate; (2) Kundenkonzentration – die Abhängigkeit von einem institutionellen Eigentümer; (3) bewirtschaftete Objekte pro Mitarbeitenden; (4) die Rolle des Inhabers in den Kundenbeziehungen; (5) das Verhältnis wiederkehrender Bewirtschaftungshonorare zu einmaligen Vermittlungserträgen; (6) ausgebildetes Personal und IT-Systeme.

▶Wie gross ist die Schweizer Branche der Immobiliendienstleistungen?

BFS STATENT zählt 2024 11 157 Unternehmen und 49 360 Beschäftigte: 3 778 Vermittlungsfirmen mit 16 428 Beschäftigten und 7 379 Bewirtschafter mit 32 932 Beschäftigten. Die Beschäftigung sank 2024 um 0,8%. Den Umsatz der Branche veröffentlicht das BFS nicht.

▶Welches sind die grössten Bewirtschafter der Schweiz?

Zu den grössten gehören Wincasa (Implenia; rund 1 350 Mitarbeitende, über 250 000 Objekte, CHF 81 Milliarden), Livit (Swiss Life; über 790 Mitarbeitende, rund 205 000 Mietobjekte, CHF 64,5 Milliarden) und Privera (seit 2024 PHM Group).

▶Was sind die wichtigsten Trends bei den Schweizer Immobiliendienstleistungen?

Fünf Trends: (1) knapperer Wohnraum – 1,00% Leerstand 2025; (2) weniger Bewirtschaftungspersonal pro Objekt; (3) Plattformen kaufen Bewirtschafter (Implenia/Wincasa, PHM/Privera); (4) Versicherer und Asset Manager konsolidieren (Vaudoise/Procimmo); (5) wachsende Beschäftigung in der Vermittlung.

▶Was sind die grössten Risiken beim Kauf einer Schweizer Bewirtschaftungsfirma?

Die grössten Risiken sind: (1) der Verlust von Mandaten bei Neuausschreibungen oder wenn der Verkäufer geht; (2) die Abhängigkeit von einem grossen Kunden; (3) Mietrecht und politischer Druck; (4) Mangel an ausgebildeten Bewirtschaftern; (5) weniger Transaktionen für Vermittlungsfirmen. Die Due Diligence sollte Mandatsverträge, Kündigungsfristen und den Umsatz pro Kunde prüfen.

▶Wer kauft Schweizer Bewirtschaftungsfirmen?

Vier Käufertypen: internationale Plattformen für Immobiliendienstleistungen (PHM Group), Bau- und Immobiliengruppen (Implenia mit Wincasa), Versicherer und ihre Bewirtschafter (Swiss Life mit Livit, Vaudoise mit Procimmo) und regionale Konsolidierer, die lokale Agenturen kaufen, wie Swisspartners.

▶Wo sind die Schweizer Immobiliendienstleister angesiedelt?

Die Westschweiz hat die meisten Beschäftigten in den Immobiliendienstleistungen (15 570 in 3 031 Unternehmen 2024), gefolgt von Zürich (10 837 in 1 841), Bern und Solothurn (6 243 in 1 112), der Ostschweiz (4 904 in 1 565), der Nordwestschweiz (4 833 in 1 313), der Zentralschweiz (4 510 in 1 489) und dem Tessin (2 454 in 800).

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