BRANCHENREPORT — SEPTEMBER 2026
Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|Aktualisiert |11 Quellen zitiert
Gesundheitswesen

MedTech & Medizinprodukte

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor medtech & medizinprodukte CHF 26 Mrd., ~1 400 Unternehmen, ~72 000 Mitarbeitende. (Daten per 2026-09.) Wachstum +5,5%. Transaktionen in der Branche werden typischerweise mit 8–14× EBITDA bewertet. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Bewertungsüberblick

Firmenbewertung MedTech & Medizinprodukte Schweiz

Deal-Multiplikator (EBITDA)
8.0 - 14.0×
Markttrend
Steigend

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

Wichtigste Erkenntnisse
  • •Marktgrösse: CHF 26 Mrd.
  • •Deal-Multiplikatoren: 8.0 - 14.0× EBITDA (Trend: steigend)
  • •Wachstumsrate: +5,5%
  • •Aktive Unternehmen: ~1 400
  • •Top-Trend: Das Wachstum hält an, die Zuversicht nicht

1.0Marktüberblick

CHF 26 Mrd.
Umsatz der Schweizer Medtech-Branche 2025 gemäss der am 10. September 2026 veröffentlichten Branchenstudie von Swiss Medtech. Die Studie zählt Hersteller, Zulieferer und Händler; die Medtech trägt rund 10% zur industriellen Wertschöpfung und CHF 5,5 Milliarden zum Handelsbilanzüberschuss bei.
~1 400
Medtech-Unternehmen gemäss der Branchenstudie 2026 von Swiss Medtech. BFS STATENT misst einen engeren Kern: 277 Hersteller medizinischer und zahnmedizinischer Apparate und Materialien (NOGA 32.50.01) und 113 Hersteller elektromedizinischer Geräte (NOGA 26.60) im Jahr 2024; grosse Konzerne sind oft als Holding- oder Handelsgesellschaften eingestuft.
~72 000
Beschäftigte der Schweizer Medtech-Branche (Branchenstudie Swiss Medtech 2026). BFS STATENT zählt 2024 10 737 Beschäftigte bei medizinischen und zahnmedizinischen Apparaten und 13 171 bei elektromedizinischen Geräten. Der Netto-Stellenaufbau sank zuletzt auf rund 200, gegenüber einem Zehnjahresdurchschnitt von 1 500.
+5,5%
Durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum der Branche 2024 und 2025, unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 6,4% (Swiss Medtech 2026). Für 2026 erwartet die Studie kein Beschäftigungswachstum.
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) ist der Schweizer MedTech & Medizinprodukte-Markt CHF 26 Mrd. gross — Umsatz der Schweizer Medtech-Branche 2025 gemäss der am 10. September 2026 veröffentlichten Branchenstudie von Swiss Medtech. Die Studie zählt Hersteller, Zulieferer und Händler; die Medtech trägt rund 10% zur industriellen Wertschöpfung und CHF 5,5 Milliarden zum Handelsbilanzüberschuss bei..
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz ~1 400 MedTech & Medizinprodukte-Unternehmen — Medtech-Unternehmen gemäss der Branchenstudie 2026 von Swiss Medtech. BFS STATENT misst einen engeren Kern: 277 Hersteller medizinischer und zahnmedizinischer Apparate und Materialien (NOGA 32.50.01) und 113 Hersteller elektromedizinischer Geräte (NOGA 26.60) im Jahr 2024; grosse Konzerne sind oft als Holding- oder Handelsgesellschaften eingestuft..

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Die Schweizer Medtech-Branche erzielte 2025 laut der am 10. September 2026 veröffentlichten Branchenstudie von Swiss Medtech einen Umsatz von CHF 26 Milliarden mit rund 72 000 Beschäftigten in etwa 1 400 Unternehmen. Der Umsatz wuchs 2024 und 2025 im Schnitt um 5,5% – noch immer rund doppelt so schnell wie die Gesamtwirtschaft, aber unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 6,4%. Die Stimmung hat gedreht: 53% der Unternehmen beurteilen die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz schlechter als vor fünf Jahren, 43% planen keine Investitionen in der Schweiz – der schlechteste Wert seit Beginn der Erhebung –, und der Netto-Stellenaufbau sank auf rund 200 gegenüber durchschnittlich 1 500 pro Jahr. Der Kostendruck hat die Regulierung als grösste Sorge abgelöst.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Interne Faktoren
Stärken4
  • CHF 26 Milliarden Umsatz 2025 und rund 10% der industriellen Wertschöpfung der Schweiz (Swiss Medtech 2026)
Schwächen4
  • Drittstaatstatus in der EU seit Mai 2021: einmalige Mehrkosten von über CHF 100 Millionen und CHF 75 Millionen pro Jahr→ §5.0
Externe Faktoren
Chancen4
  • Selbstinjektionssysteme für Biologika und GLP-1-Medikamente – Ypsomed gewann einen Rekord von 44 Kundenprojekten
Risiken4
  • US-Untersuchung nach Section 232 zu Medizinprodukten, ohne garantierte Zollobergrenze
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
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8.0Regionale Cluster

Bern, Solothurn und Jura

BESOJU

39 Unternehmen mit 4 389 Beschäftigten bei medizinischen und zahnmedizinischen Apparaten (2024) – allein Solothurn 2 877 in 10 Unternehmen rund um den Implantat-Gürtel von Bettlach –, dazu 1 730 bei elektromedizinischen Geräten. Ypsomed hat seinen Sitz in Burgdorf (BE).

Westschweiz

VDGENEFRVS

1 930 Beschäftigte bei medizinischen und zahnmedizinischen Apparaten und 3 197 bei elektromedizinischen Geräten. Die Waadt führt mit 1 087 bei den Apparaten.

Zentralschweiz

ZGLUSZNWOWUR

1 009 Beschäftigte bei medizinischen und zahnmedizinischen Apparaten und 3 672 bei elektromedizinischen Geräten, die meisten in Zug, wo die Roche Diagnostics International eingetragen ist. Medela hat ihren Sitz in Baar (ZG).

Ostschweiz

SGTGSHARAIGRGL

1 534 Beschäftigte bei medizinischen und zahnmedizinischen Apparaten – St. Gallen 1 017 – und 1 422 bei elektromedizinischen Geräten.

Zürich

ZH

49 Unternehmen mit 1 347 Beschäftigten bei medizinischen und zahnmedizinischen Apparaten und 2 379 bei elektromedizinischen Geräten. Sonova hat ihren Sitz in Stäfa.

Basel und Aargau

BSBLAG

Nur 356 Beschäftigte bei medizinischen und zahnmedizinischen Apparaten und 707 bei elektromedizinischen Geräten, obwohl Straumann und Medartis ihren Hauptsitz in Basel haben: Grosse Konzerne sind oft als Holding- oder Handelsgesellschaften eingestuft, sodass ihr Personal nicht in diesen Klassen erscheint.

Quellen

Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|11 Quellen zitiert

Korrekturen

Zahlen und Aussagen der Ausgabe vom Februar 2026, die diese Ausgabe zurückzieht oder berichtigt, mit Begründung.

  • «CHF 21,4 Mrd. Umsatz» und «~67 500 Beschäftigte» aktualisiert: Die Branchenstudie 2026 von Swiss Medtech weist für 2025 CHF 26 Milliarden Umsatz und rund 72 000 Beschäftigte aus.
  • «~95% Exportquote», «+6,5% Wachstum», «F&E ~13% des Umsatzes», «MDR erhöhte die Regulierungskosten um 30-50%» und «über 60 Medtech-Firmen in Bettlach-Solothurn» zurückgezogen: keine Quelle. Das Wachstum ist nun die Zahl von Swiss Medtech (5,5% pro Jahr 2024–2025).
  • Firmenzahlen aktualisiert: Straumann CHF 2,605 Milliarden 2025 mit 11 821 Mitarbeitenden (zuvor «CHF 2,3 Mrd., ~12 200»); Sonova CHF 3 605,9 Millionen 2025/26 (zuvor «CHF 3,7 Mrd., ~17 000»); Ypsomed CHF 731,0 Millionen (zuvor «CHF 570 Mio.»); Medartis CHF 266 Millionen Kernumsatz (zuvor «CHF 220 Mio.+»).
  • u-blox entfernt: ein Hersteller von Positionierungs- und Funkmodulen, kein Medtech-Unternehmen.
  • Bien-Air Surgery korrigiert: eingetragen in Le Noirmont (JU), nicht in Biel (BE). Bien-Air und Mathys werden nun im Bericht zur medizinischen Auftragsfertigung behandelt.
  • «Sehr aktives PE-Interesse (EQT, Permira, Partners Group)» zurückgezogen: keine Quelle.
  • Die sechsteilige Kostenaufteilung war nicht gemessen und wurde zurückgezogen; ersetzt durch die ausgewiesene Marge von Straumann.

9.0Häufig gestellte Fragen

▶Wie viel ist ein Medtech-Unternehmen in der Schweiz wert?

Die ValIndex-Multiplikatorentabelle setzt Schweizer Medtech-Unternehmen bei 8,0–14,0× EBITDA in Transaktionen und 6,0–9,0× EBITDA bei steuerlichen Bewertungen an, unter den höchsten aller Branchen. Der Aufschlag spiegelt hohe Margen – Straumann erzielte 2025 25,2% Kern-EBIT-Marge, Ypsomed Delivery Systems 32,5% EBIT – und den Wert zertifizierter Produkte und Zulassungsdossiers. Lohnzulieferer und Firmen ohne eigene Produkte werden tiefer bewertet.

▶Was bestimmt den Wert eines Schweizer Medtech-Unternehmens?

Käufer bewerten: (1) zertifizierte Produkte und die Zulassungsdossiers für die EU (MDR) und die USA (FDA); (2) Patente und klinische Daten; (3) Kundenverträge, besonders mit Pharmafirmen bei Verabreichungssystemen; (4) das Exposure gegenüber US-Zöllen und dem EU-Drittstaatstatus; (5) Margen und wiederkehrende Umsätze; (6) die Abhängigkeit vom Inhaber und von Schlüsselingenieuren.

▶Wie gross ist die Schweizer Medtech-Branche?

Die Branchenstudie 2026 von Swiss Medtech zählt rund 1 400 Unternehmen mit etwa 72 000 Beschäftigten und CHF 26 Milliarden Umsatz 2025. BFS STATENT misst einen engeren Produktionskern: 277 Hersteller medizinischer und zahnmedizinischer Apparate (10 737 Beschäftigte) und 113 Hersteller elektromedizinischer Geräte (13 171) im Jahr 2024.

▶Wie funktioniert die Nachfolge bei Schweizer Medtech-Unternehmen?

Der grösste Teil der Branche ist klein: Laut Swiss Medtech sind 95% der Unternehmen KMU. Inhabergeführte Zulieferer und Nischenhersteller werden an kotierte Gruppen – Medartis kaufte Cadskills in Belgien –, internationale Strategen oder Investoren verkauft, die für zertifizierte Produkte und Zulassungsdossiers bezahlen. Da 43% der Firmen keine Investitionen in der Schweiz planen, sind die Pläne des Käufers für den Schweizer Standort für viele Verkäufer wichtig.

▶Was sind die wichtigsten Trends in der Schweizer Medtech?

Fünf Trends: (1) 5,5% Wachstum pro Jahr 2024–2025, aber rekordtiefe Investitionslust und kaum Stellenaufbau (Swiss Medtech 2026); (2) Drittstaatstatus in der EU seit Mai 2021; (3) US-Zölle von 12,5% seit Juli 2026 ohne garantierte Obergrenze für Medizinprodukte; (4) Marktführer fokussieren sich – Sonova verkauft Consumer Hearing, Ypsomed ist aus dem Diabetesgeschäft ausgestiegen; (5) Mid-Caps wie Medartis wachsen durch Zukäufe.

▶Was sind die grössten Risiken beim Kauf eines Schweizer Medtech-Unternehmens?

Die grössten Risiken sind: (1) Regulierung – MDR-Zertifizierung und EU-Marktzugang ohne aktualisiertes MRA; (2) die US-Handelspolitik und die Untersuchung nach Section 232 zu Medizinprodukten; (3) der starke Franken und die Schweizer Kostenbasis; (4) Kundenkonzentration, besonders bei Zulieferern; (5) Abhängigkeit von Schlüsselpersonen. Die Due Diligence sollte Zertifikate, den Status der benannten Stelle, US-Registrierungen und Exportrisiken prüfen.

▶Welche Margen erzielen Schweizer Medtech-Unternehmen?

Eine amtliche Kostenaufteilung gibt es nicht. Veröffentlichte Resultate zeigen die Spanne: Straumann meldete 2025 eine Kern-EBIT-Marge von 25,2%, Ypsomed Delivery Systems 2025/26 32,5% EBIT, Sonova 22,5% normalisierte EBITA-Marge und Medartis 18,4% Kern-EBITDA-Marge. Bei Straumann absorbierte der Betriebsaufwand – Material, Personal, F&E, Regulierung und Vertrieb – rund 75% des Umsatzes.

▶Wo sind die Schweizer Medtech-Unternehmen angesiedelt?

Die gemessene Produktionsbeschäftigung ist in Bern, Solothurn und Jura am höchsten (4 389 bei medizinischen und zahnmedizinischen Apparaten, davon 2 877 in Solothurn), gefolgt von der Westschweiz (1 930, dazu 3 197 bei elektromedizinischen Geräten) und der Ostschweiz (1 534). Die Zentralschweiz zählt 3 672 Beschäftigte bei elektromedizinischen Geräten, meist in Zug. Die Hauptsitze grosser Konzerne – Straumann und Medartis in Basel, Sonova in Stäfa, Ypsomed in Burgdorf – sind oft ausserhalb dieser Klassen eingestuft.

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