BRANCHENREPORT — SEPTEMBER 2026
Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|Aktualisiert |9 Quellen zitiert
Gesundheitswesen

Medizinische Laborgeraete

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor medizinische laborgeraete 344 Unternehmen, 18 530 Mitarbeitende. (Daten per 2026-09.) Wachstum +2,8%. Transaktionen in der Branche werden typischerweise mit 6.5–9.5× EBITDA bewertet. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Wichtigste Erkenntnisse
  • •Deal-Multiplikatoren: 6.5 - 9.5× EBITDA (Trend: steigend)
  • •Wachstumsrate: +2,8%
  • •Aktive Unternehmen: 344
  • •Top-Trend: Diagnostik wächst in Franken kaum

1.0Marktüberblick

344
Unternehmen, die Mess-, Kontroll- und Laborinstrumente herstellen (NOGA 26.51), im Jahr 2024, dazu 113 Hersteller elektromedizinischer Geräte (NOGA 26.60) (BFS STATENT). Keine amtliche Klasse erfasst medizinische Laborgeräte gesondert; 26.51 umfasst auch industrielle Messinstrumente.
18 530
Beschäftigte in der Herstellung von Mess-, Kontroll- und Laborinstrumenten (NOGA 26.51) im Jahr 2024, 21,6% mehr als 2011; weitere 13 171 arbeiten in der Herstellung elektromedizinischer Geräte (NOGA 26.60), davon 3 540 im Kanton Zug, wo die Roche Diagnostics International eingetragen ist (BFS STATENT).
+2,8%
Beschäftigungswachstum 2023–2024 bei Mess-, Kontroll- und Laborinstrumenten (18 022 auf 18 530; BFS STATENT). Die Beschäftigung in der Elektromedizin sank im selben Jahr um 3,8% (13 688 auf 13 171).
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz 344 Medizinische Laborgeraete-Unternehmen — Unternehmen, die Mess-, Kontroll- und Laborinstrumente herstellen (NOGA 26.51), im Jahr 2024, dazu 113 Hersteller elektromedizinischer Geräte (NOGA 26.60) (BFS STATENT). Keine amtliche Klasse erfasst medizinische Laborgeräte gesondert; 26.51 umfasst auch industrielle Messinstrumente..

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Die Schweiz beherbergt einige der weltweit grössten Hersteller von Labor- und Diagnostikgeräten. Die Division Diagnostics von Roche, deren globales Geschäft von Rotkreuz im Kanton Zug aus geführt wird, erzielte 2025 einen Umsatz von CHF 13,8 Milliarden. Tecan in Männedorf (CHF 882,5 Millionen) und Hamilton in Bonaduz führen in der Laborautomation und im Liquid Handling; Mettler-Toledo, geführt von Greifensee und Columbus (Ohio) aus, stellt Laborwaagen und Analyseinstrumente her und erzielte einen Nettoumsatz von USD 4,0 Milliarden; Metrohm in Herisau baut Instrumente für die chemische Analytik. Um sie herum gibt es eine Schicht spezialisierter KMU in Diagnostik, Pipettiertechnik, Bioreaktoren und Instrumentenkomponenten.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Interne Faktoren
Stärken4
  • Weltmarktführer mit Sitz oder Führung in der Schweiz: Roche Diagnostics, Tecan, Mettler-Toledo, Hamilton, Metrohm
Schwächen4
  • Abhängigkeit von wenigen sehr grossen Gruppen für Beschäftigung und Zuliefernachfrage
Externe Faktoren
Chancen4
  • Laborautomation und molekulare Diagnostik – die Pathologie- und Molekularlösungen von Roche wuchsen 2025
Risiken4
  • Preisreformen der Gesundheitssysteme wie in China, die den Diagnostikumsatz von Roche im asiatisch-pazifischen Raum 2025 um 12% senkten
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
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Bewertungsüberblick

Firmenbewertung Medizinische Laborgeraete Schweiz

Deal-Multiplikator (EBITDA)
6.5 - 9.5×
Markttrend
Steigend

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

8.0Regionale Cluster

Zürich

ZH

88 Instrumentenhersteller und 17 Elektromedizin-Hersteller mit 10 165 Beschäftigten (BFS STATENT 2024), der grösste Standort. Hier sitzen Tecan (Männedorf) und Mettler-Toledo (Greifensee).

Zug und Zentralschweiz

ZGLUSZNWOWUR

5 076 Beschäftigte, davon 3 540 in der Elektromedizin in Zug, wo die Roche Diagnostics International eingetragen ist (Rotkreuz). Luzern steuert 741 Beschäftigte bei den Instrumenten bei.

Espace Mittelland

BEFRSONEJU

4 994 Beschäftigte – 2 006 bei den Instrumenten und 2 988 in der Elektromedizin, angeführt von Bern (1 730) und Freiburg (940). Neuenburg steuert Mikrotechnik-Zulieferer bei.

Basel und Aargau

BSBLAG

4 379 Beschäftigte, davon 3 672 bei den Instrumenten – allein Basel-Landschaft 2 191. Hier sitzt BÜHLMANN Laboratories (Schönenbuch), nahe dem Basler Pharma-Cluster.

Ostschweiz und Tessin

SGARGRTGSHGLTI

4 144 Beschäftigte. Metrohm (Herisau AR, 779 Instrumenten-Beschäftigte im Kanton) und Hamilton (Bonaduz GR, 843 Instrumenten-Beschäftigte im Kanton) prägen die Region.

Genferseeregion

VDGEVS

2 937 Beschäftigte, davon 1 878 in der Elektromedizin in der Waadt. Hier sitzen Hersteller von Pipetten und Dispensern wie Socorex (Ecublens).

Quellen

Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|9 Quellen zitiert

9.0Häufig gestellte Fragen

▶Was ist ein Hersteller medizinischer Laborgeräte in der Schweiz wert?

Die Multiplikatoren-Tabelle von ValIndex setzt Schweizer Hersteller medizinischer Laborgeräte bei 6,5–9,5× EBITDA in Transaktionen und 5,0–7,0× EBITDA für steuerliche Bewertungen an. Firmen mit einer grossen installierten Basis, die wiederkehrende Umsätze aus Verbrauchsmaterial, Reagenzien und Service erzeugt, und mit zugelassenen Diagnostikprodukten erreichen das obere Ende; Komponentenlieferanten und projektbasierte Instrumentenbauer das untere. Tecan, ein grosser kotierter Anbieter, meldete für 2025 eine bereinigte EBITDA-Marge von 16,1%.

▶Welche Faktoren bestimmen den Wert eines Laborgeräteherstellers?

Käufer prüfen: (1) die installierte Basis und den Anteil wiederkehrender Umsätze aus Verbrauchsmaterial, Reagenzien und Service; (2) regulatorische Zulassungen – CE-Kennzeichnung nach der EU-IVDR für Diagnostika; (3) eigene Technologie und Patente; (4) die Abhängigkeit von wenigen grossen OEM-Kunden; (5) das Währungsrisiko, da der Grossteil des Umsatzes im Ausland anfällt. Schlüsselingenieure und die Rolle des Gründers in der Produktentwicklung sind häufige Prüfpunkte.

▶Wie viele Hersteller von Labor- und Diagnostikgeräten gibt es in der Schweiz?

Keine amtliche Statistik zählt Hersteller medizinischer Laborgeräte als solche. BFS STATENT zählte 2024 insgesamt 344 Hersteller von Mess-, Kontroll- und Laborinstrumenten (NOGA 26.51) mit 18 530 Beschäftigten und 113 Hersteller elektromedizinischer Geräte (NOGA 26.60) mit 13 171 Beschäftigten. Die erste Klasse umfasst auch industrielle Messinstrumente. Zürich hat in beiden Klassen die meisten Unternehmen.

▶Wie funktioniert die Nachfolge bei Schweizer Laborgeräteherstellern?

Die grossen Akteure sind kotiert (Roche, Tecan, Mettler-Toledo) oder im Besitz einer Stiftung – der Gründer von Metrohm übertrug die Firma 1982 an die Metrohm Stiftung. Bei kleineren Herstellern endet die Nachfolge meist im Verkauf an einen strategischen Käufer, der Technologie, Zulassungen und installierte Basis will. Die Konsolidierung ist in den Daten sichtbar: Die Zahl der Elektromedizin-Hersteller sank von 157 im Jahr 2011 auf 113 im Jahr 2024, während die Beschäftigung stieg.

▶Was sind die wichtigsten Trends bei Schweizer Labor- und Diagnostikgeräten?

Fünf Trends: (1) Der Diagnostikumsatz von Roche wuchs 2025 zu konstanten Kursen um 2% auf CHF 13,8 Milliarden, gebremst durch Preisreformen in China; (2) der Umsatz von Tecan sank auf CHF 882,5 Millionen, und die Firma startete ein Umbauprogramm; (3) Elektromedizin-Hersteller sind weniger, aber grösser (113 Unternehmen mit durchschnittlich 111 Vollzeitäquivalenten); (4) medizinische Labore konsolidieren – Galenica kaufte Labor Team, das viertgrösste; (5) Laborinstrumente bleiben stabil – Mettler-Toledo wuchs in Lokalwährungen um 3%.

▶Was sind die Hauptrisiken beim Kauf eines Laborgeräteherstellers?

Die Hauptrisiken sind: (1) Preisentscheide der Gesundheitssysteme, wie Chinas Reformen zeigten; (2) schwächere Budgets von Biopharma und Forschung; (3) regulatorische Kosten unter der EU-IVDR; (4) der starke Franken; (5) die Konzentration auf wenige OEM-Kunden oder Vertriebspartner. Die Due Diligence sollte installierte Basis, Anteil wiederkehrender Umsätze, Zulassungsstatus jedes Produkts und Kundenkonzentration prüfen.

▶Wie sieht die typische Kostenstruktur eines Schweizer Laborgeräteherstellers aus?

Eine indikative Aufteilung für einen Schweizer Laborgerätehersteller: Material und Komponenten rund 25% des Umsatzes, Produktions- und Servicepersonal 28%, Forschung und Entwicklung 12%, Verkauf, Marketing und Vertrieb 14%, Verwaltung, Qualitätssicherung und Regulatory 7%; es bleibt eine EBITDA-Marge von rund 14%. Die Aufteilung ist indikativ und auf die von Tecan für 2025 veröffentlichte bereinigte EBITDA-Marge von 16,1% abgestimmt; Komponentenhersteller und kleine Instrumentenbauer arbeiten mit tieferen Margen.

▶Wo liegen die wichtigsten Standorte der Laborgerätehersteller in der Schweiz?

Zürich ist mit 105 Unternehmen und 10 165 Beschäftigten in beiden Klassen der grösste Standort, Sitz von Tecan und Mettler-Toledo. Es folgen Zug und die Zentralschweiz mit 5 076 Beschäftigten, die meisten bei Roche Diagnostics in Rotkreuz. Der Espace Mittelland zählt 4 994 Beschäftigte, Basel und Aargau 4 379, die Ostschweiz 4 144 (Metrohm, Hamilton) und die Genferseeregion 2 937 (BFS STATENT 2024; die Kantonswerte ergeben wegen Rundung und Datenschutz 31 695).

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