BRANCHENREPORTSEPTEMBER 2026
ValIndex Intelligence · Alain Walder, M.A. HSG|Daten per 2026-09|23 Quellen zitiert
MEM: High-Tech, Luft-/Raumfahrt & Lieferkette

Raumfahrttechnologie

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor raumfahrttechnologie CHF ~2.4 Mrd., ~290 Unternehmen, 13 699 Mitarbeitende. (Daten per 2026-09.) Wachstum 14,5%. Exportquote: ~78%. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Bewertungsüberblick
Deal-Multiplikator (EBITDA)
7.0 - 11.0×
Markttrend
Steigend

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

Wichtigste Erkenntnisse
  • Marktgrösse: CHF ~2.4 Mrd.
  • Deal-Multiplikatoren: 7.0 - 11.0× EBITDA (Trend: steigend)
  • Wachstumsrate: 14,5%
  • Aktive Unternehmen: ~290
  • Top-Trend: Die ESA-CM25 in Bremen setzte die Nachfragekurve bis 2030

1.0Marktüberblick

CHF ~2.4 Mrd.
Indikativer Umsatz der Schweizer Raumfahrtbranche über Fertigung, Dienstleistungen und F&E. Eine offizielle Schweizer Umsatzreihe für die Raumfahrt existiert nicht: Das BFS ordnet die Tätigkeit NOGA 30.3 (Luft- und Raumfahrzeuge) und NOGA 26 (Elektronik und Instrumente) zu und publiziert STATENT nur auf Abteilungsebene.
~290
Arbeitsstätten in der NOGA-Abteilung 30 "Sonstiger Fahrzeugbau", die den Raumfahrzeugbau enthält — 290 im Jahr 2024, nach 282 (2022) und 243 (2012), STATENT publiziert am 20.08.2026. Die Abteilung umfasst auch Schienen- und Schiffbau, gilt also als Obergrenze. Die im Februar 2026 geführte Zahl "~280 Raumfahrtunternehmen" stammte vom Swiss Space Center, dessen Website heute HTTP 503 liefert.
13 699
Beschäftigte in NOGA 30, BFS STATENT 2024: +14,5% gegenüber 2022 und +25,3% gegenüber 2012. Damit gehört sie zu den ganz wenigen MEM-nahen Abteilungen, die noch spürbar Personal aufbauen, während Maschinenbau, Metallerzeugnisse und elektrische Ausrüstungen schrumpfen. Die reine Raumfahrtbeschäftigung ist eine Teilmenge davon.
~78%
Geschätzte Exportquote. Schweizer Raumfahrtleistungen fliessen fast vollständig in ESA- und EU-Programme sowie zu ausländischen Systemführern (Airbus, Thales Alenia, OHB); ein Binnenmarkt existiert praktisch nicht. Eine offizielle raumfahrtspezifische Exportreihe wird nicht publiziert.
14,5%
Beschäftigungswachstum in NOGA 30 zwischen STATENT 2022 und 2024 (+1 736 Personen), hier als nächstliegender amtlicher Näherungswert verwendet, da keine Schweizer Umsatzreihe für die Raumfahrt existiert. Die im Februar 2026 geführten 7,8% liessen sich keiner publizierten Statistik zuordnen.
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) ist der Schweizer Raumfahrttechnologie-Markt CHF ~2.4 Mrd. gross — Indikativer Umsatz der Schweizer Raumfahrtbranche über Fertigung, Dienstleistungen und F&E. Eine offizielle Schweizer Umsatzreihe für die Raumfahrt existiert nicht: Das BFS ordnet die Tätigkeit NOGA 30.3 (Luft- und Raumfahrzeuge) und NOGA 26 (Elektronik und Instrumente) zu und publiziert STATENT nur auf Abteilungsebene..
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) werden ~78% der Schweizer Raumfahrttechnologie-Produktion exportiert (Geschätzte Exportquote. Schweizer Raumfahrtleistungen fliessen fast vollständig in ESA- und EU-Programme sowie zu ausländischen Systemführern (Airbus, Thales Alenia, OHB); ein Binnenmarkt existiert praktisch nicht. Eine offizielle raumfahrtspezifische Exportreihe wird nicht publiziert.).
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz ~290 Raumfahrttechnologie-Unternehmen — Arbeitsstätten in der NOGA-Abteilung 30 "Sonstiger Fahrzeugbau", die den Raumfahrzeugbau enthält — 290 im Jahr 2024, nach 282 (2022) und 243 (2012), STATENT publiziert am 20.08.2026. Die Abteilung umfasst auch Schienen- und Schiffbau, gilt also als Obergrenze. Die im Februar 2026 geführte Zahl "~280 Raumfahrtunternehmen" stammte vom Swiss Space Center, dessen Website heute HTTP 503 liefert..

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Die Schweiz ist Gründungsmitglied der Europäischen Weltraumorganisation ESA und beteiligt sich an nahezu allen ihren Programmen (SBFI). Nicht der Binnenmarkt, sondern diese Mitgliedschaft trägt die Schweizer Raumfahrtindustrie — und im November 2025 wurde sie neu bepreist. An der ESA-Ministerratskonferenz vom 26./27. November 2025 in Bremen zeichneten die 23 Mitglied-, assoziierten und kooperierenden Staaten EUR 22,3 Milliarden, die höchsten Beiträge in der Geschichte der Agentur und nominal 31% mehr als 2022 (inflationsbereinigt 17%). CM25 bewilligte zudem das Wirtschaftsprogramm ACCESS, baute das Space-Safety-Programm aus, sicherte der Wissenschaft ein reales Wachstum von 3,5% pro Jahr zu und liess die Zeichnungen für die neue Linie Raumfahrtanwendungen für Verteidigungszwecke bis 2026 offen. Für eine Lieferkette, deren Auftragsbuch in Programmzyklen von fünf bis fünfzehn Jahren geschrieben wird, ist das die Nachfragekurve für den Rest des Jahrzehnts.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Interne Faktoren
Stärken5
  • ESA-Gründungsmitgliedschaft mit Beteiligung an nahezu allen Programmen (SBFI) — Schweizer Zulieferer haben damit dauerhaften Zugang zu einem Zeichnungsvolumen von EUR 22,3 Milliarden, beschlossen an der CM25 in Bremen am 26./27. November 2025.
Schwächen5
  • Kundenkonzentration. Die meisten Schweizer Raumfahrt-KMU verkaufen an ESA-Programme und eine Handvoll europäischer Systemführer; der Verlust eines Programmplatzes kostet einen zweistelligen Umsatzanteil — mit jahrelanger Vorwarnung und ohne Ersatz.
Externe Faktoren
Chancen5
  • Die CM25 liess die Zeichnungen für die neue Linie Raumfahrtanwendungen für Verteidigungszwecke bis 2026 offen; Programmzuteilungen, auf die Schweizer Zulieferer bieten können, werden also noch geschrieben.
Risiken5
  • Eine Programmabsage oder ein Lieferantenwechsel beim Systemführer entzieht Umsatz, der im Geschäftsjahr nicht ersetzbar ist — der Ersatzauftrag ist selbst ein mehrjähriger Qualifikationsprozess.
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
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8.0Regionale Cluster

Genferseebogen

VD

Der dichteste Schweizer Raumfahrt-Cluster und der einzige, der auf der EPFL aufbaut. Die ClearSpace SA in Renens, die ALMATECH SA in Ecublens und die Apco Technologies S.A. in Aigle liegen rund eine Stunde voneinander entfernt, neben den EPFL-Labors, aus denen die meisten hervorgingen. In Chavannes-près-Renens sass auch die Astrocast SA, seit SHAB vom 26. März 2026 in Liquidation — der Cluster trägt Aufwärtspotenzial und Schwund zugleich.

Zentralschweiz

LUOW

Das industrielle Herz der Schweizer Raumfahrtfertigung. Die Beyond Gravity Schweiz AG in Emmen (LU) ist der grösste Raumfahrtfertiger des Landes, und die maxon international ag in Sachseln (OW) liefert Präzisionsantriebe mit Flight Heritage auf Mars-Rovern. Hier sitzen die Serienfertigung und die qualifizierte Lieferkette physisch.

Neuenburg und Bogen Bern-Jura

NEBE

Mikrotechnik und Zeitmessung. Die Safran Timing Technologies SA in Neuenburg führt die Weltraum-Atomuhrenlinie, die einst als SpectraTime und Orolia firmierte; die SYDERAL SA baut Raumfahrtelektronik in Gals (BE); die Beyond Gravity Services AG ist in Bern eingetragen; das CSEM in Neuenburg liefert instrumententaugliche Mikrotechnik. Die Uhrmacherkompetenz übersetzt sich direkt in raumfahrtqualifizierte Präzision.

Zürich und Ostschweiz

ZH

Eher Prime- und Forschungspol als Fertigungscluster. Die Thales Alenia Space Schweiz AG ist in Zürich eingetragen, die ETH Zürich betreibt die Instrumenten- und Mechanismenforschung, die die Lieferkette speist, und hier sitzt die Spin-off-Pipeline der Hochschulen. Frühere Ausgaben dieses Berichts verorteten den Hauptsitz von Beyond Gravity in Zürich; das Register stützt das nicht.

Quellen

Zefix — Swiss Central Business Name Index (register status of Astrocast SA, Beyond Gravity entities, ALMATECH, Safran Timing Technologies, Thales Alenia Space Schweiz)ESA — Member States commit to largest contributions at Ministerial (CM25, 27.11.2025, updated 02.12.2025)ESA — Council at Ministerial Level 2025, Bremen, 26-27 November 2025ESA — Funding: budget by domain, programmes and activities by country, total budget 2026SERI — Space affairsSERI — Swiss space policy (Space Policy 2023; revision of the 2008 policy, 08.10.2025)SERI — Business with the ESA (Swiss Space Office, ESA tender process)SERI — Space instrumentation development (PRODEX)BFS STATENT — establishments and employment by NOGA division (2024, published 20.08.2026); NOGA 30 "other transport equipment" contains spacecraft manufactureSwissmem — Tech Industry Key Figures Q2/2026 (capacity utilisation 81.1% vs 85.6% long-run average)Swissmem — Selective recovery with significant downside risks in the tech industry (Q2 2026)Swissmem — specialist groups (aerospace and adjacent sector networks)Beyond Gravity — former RUAG Space; payload fairings, satellite structures, mechanisms and electronicsClearSpace — in-orbit inspection and servicing product positioningmaxon — space drive systems and flight heritageSafran Navigation & Timing — space atomic clocks (Neuchâtel line formerly SpectraTime/Orolia)Thales Alenia Space — space activitiesSYDERAL Swiss — space electronics, Gals (BE)ALMATECH — space mechanisms and structures, Ecublens (VD)APCO Technologies — ground support equipment and space structures, Aigle (VD)CSEM — Swiss Center for Electronics and Microtechnology, NeuchâtelEurospace — European space industry association (cost structure benchmarking)SECO — Swiss-US trade relations and tariff timeline
ValIndex Intelligence · Alain Walder, M.A. HSG|Daten per 2026-09|23 Quellen zitiert

9.0Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Raumfahrttechnologie-Unternehmen in der Schweiz wert?

Ein durchschnittliches Schweizer Raumfahrttechnologie-Unternehmen wird mit 5.5 - 8.0× EBITDA bei der steuerlichen Bewertung und 7.0 - 11.0× EBITDA bei tatsächlichen Transaktionen bewertet. Die Differenz zwischen steuerlichen und Deal-Multiplikatoren stellt eine wesentliche Arbitrage-Möglichkeit für informierte Käufer dar. Der aktuelle Markttrend ist steigend, mit einer als mittel bewerteten Arbitrage-Spanne. Die tatsächliche Bewertung hängt stark von wiederkehrenden Umsätzen, Kundendiversifikation, Führungstiefe und Anlagenmodernität ab.

Welche Faktoren beeinflussen die Bewertung eines Raumfahrttechnologie-Unternehmens?

Zu den wichtigsten Bewertungstreibern zählen: ESA-Gründungsmitgliedschaft mit Beteiligung an nahezu allen Programmen (SBFI) — Schweizer Zulieferer haben damit dauerhaften Zugang zu einem Zeichnungsvolumen von EUR 22,3 Milliarden, beschlossen an der CM25 in Bremen am 26./27. November 2025; Die einzige MEM-nahe BFS-Abteilung, die noch wächst: NOGA 30 gewann zwischen STATENT 2022 und 2024 1 736 Beschäftigte hinzu, +14,5%, während Maschinenbau, Metallerzeugnisse und elektrische Ausrüstungen allesamt schrumpften. Bewertungsmindernd wirken: Kundenkonzentration. Die meisten Schweizer Raumfahrt-KMU verkaufen an ESA-Programme und eine Handvoll europäischer Systemführer; der Verlust eines Programmplatzes kostet einen zweistelligen Umsatzanteil — mit jahrelanger Vorwarnung und ohne Ersatz; Auf der Ebene, nach der Käufer fragen, existiert keine amtliche Statistik. Das BFS publiziert STATENT nur nach NOGA-Abteilung; jede Schweizer Raumfahrt-Marktgrösse, Unternehmenszahl oder Wachstumsrate — auch die in diesem Bericht — ist eine Schätzung, keine Messreihe. Deal-Multiplikatoren liegen typischerweise bei 7.0 - 11.0× EBITDA, die tatsächlichen Preise variieren jedoch deutlich je nach Kundenkonzentration, Managementqualität, Umsatzstabilität und geografischer Reichweite in den 26 Schweizer Kantonen.

Wie viele Raumfahrttechnologie-Unternehmen gibt es in der Schweiz?

Eine offizielle Zahl der Schweizer Raumfahrtunternehmen existiert nicht; jede als solche präsentierte Angabe ist eine Schätzung. Die nächstliegende Messgrösse ist die STATENT 2024 des BFS, publiziert am 20. August 2026: 290 Arbeitsstätten und 13 699 Beschäftigte in der NOGA-Abteilung 30 "Sonstiger Fahrzeugbau" — jener Abteilung, die den Raumfahrzeugbau neben Schienen- und Schiffbau enthält. Das ist mehr als 282 Arbeitsstätten (2022) und 243 (2012) und macht sie zu einer der ganz wenigen MEM-nahen Abteilungen, die noch wachsen. Das BFS publiziert STATENT nur auf Abteilungsebene; eine feinere Schweizer Raumfahrtzahl gibt es nicht. Die vielfach wiederholte Angabe "~280 Raumfahrtunternehmen", auch in der Februar-2026-Ausgabe dieses Berichts, stammte vom Swiss Space Center, dessen Website heute HTTP 503 liefert. Das Handelsregister ist die verlässliche Prüfung jedes Einzelnamens: Die Astrocast SA etwa befindet sich seit SHAB vom 26. März 2026 in Liquidation, und Beyond Gravity erscheint als drei getrennte Schweizer Gesellschaften statt als eine.

Wie sieht die Nachfolgesituation im Schweizer Raumfahrttechnologie-Sektor aus?

Die Schweizer Raumfahrttechnik hat ein Nachfolgeprofil, das sich vom übrigen MEM-Sektor unterscheidet — und es geht dabei nicht in erster Linie um Alter. Die in den 1980er- und 1990er-Jahren gegründeten Spezialzulieferer erreichen jetzt Gründerübergaben, doch die bindende Restriktion ist: Übertragen wird nicht Maschinerie, sondern Qualifikationsstatus und Beziehungshistorie. Der Wert eines Betriebs steckt in Teilen, die bereits auf ESA-Missionen geflogen sind, und in einem Gründer, der Programmbeziehungen über fünfzehn Jahre von Review Boards getragen hat. Beides erscheint in keiner Bilanz, und beides überlebt keine überstürzte Übergabe: Eine Nachfolge ohne Programmstanding kann erleben, dass die nächste Ausschreibung schlicht anderswo landet. Günstig ist das Timing, weil die Nachfrageseite bis 2030 sichtbar ist. Die CM25 in Bremen zeichnete im November 2025 EUR 22,3 Milliarden, die STATENT 2024 des BFS zeigt für NOGA 30 ein Beschäftigungsplus von 14,5% in zwei Jahren, und europäische Systemführer konsolidieren aktiv Schweizer Rechtseinheiten — Beyond Gravity in drei, Thales und Safran halten Schweizer Raumfahrt-Assets direkt. Diese Kombination macht einen spezialisierten Schweizer Zulieferer mit Flight Heritage zu einem ungewöhnlich gut umworbenen Asset. Die Gegenevidenz ist ebenso deutlich: Die Astrocast SA ist seit SHAB vom 26. März 2026 in Liquidation — so sieht ein NewSpace-Unternehmen aus, wenn Finanzierungsannahme und Programmzeitachse auseinanderlaufen. Eigentümer sollten zwei bis drei Jahre Überlappung einplanen, Programmwissen bewusst dokumentieren und den laufenden ESA-Finanzierungszyklus als das Fenster behandeln, statt auf seine Wiederkehr zu setzen. Transaktionsmultiplikatoren liegen in der Branche typischerweise bei 7.0 - 11.0× EBITDA.

Was sind die wichtigsten Markttrends im Schweizer Raumfahrttechnologie-Sektor?

Vier Trends prägen den Sektor 2026: (1) Die ESA-CM25 in Bremen setzte die Nachfragekurve bis 2030 — An der ESA-Ministerratskonferenz vom 26./27. November 2025 in Bremen zeichneten 23 Mitglied-, assoziierte und kooperierende Staaten EUR 22,3 Milliarden — die höchsten Beiträge in der Geschichte der Agentur, nominal 31% mehr als an der Ministerkonferenz 2022 und inflationsbereinigt 17%. (2) Die amtliche Statistik zeigt: institutionelle Kette wächst, NewSpace dünnt aus — Die am 20. August 2026 publizierte STATENT 2024 weist für die NOGA-Abteilung 30 "Sonstiger Fahrzeugbau" 13 699 Beschäftigte in 290 Arbeitsstätten aus — ein Plus von 1 736 Personen (+14,5%) in zwei Jahren und +25,3% seit 2012. (3) Debris Removal ist zum In-Orbit-Services-Produkt geworden — Die ClearSpace SA in Renens präsentiert sich nicht mehr als Ein-Missions-Unternehmen für Trümmerbeseitigung. (4) Die Käuferseite ist ausländisch, strategisch und ordnet ihre Schweizer Einheiten neu — Das Handelsregister führt Beyond Gravity heute als drei getrennte Schweizer Gesellschaften — Beyond Gravity Schweiz AG in Emmen (LU), Beyond Gravity Services AG in Bern, Beyond Gravity Slip Rings SA in Nyon (VD) — und nicht als das eine Zürcher Unternehmen, das frühere Ausgaben dieses Berichts beschrieben.

Was sind die Hauptrisiken beim Kauf eines Raumfahrttechnologie-Unternehmens?

Die wichtigsten Akquisitionsrisiken sind: (1) Eine Programmabsage oder ein Lieferantenwechsel beim Systemführer entzieht Umsatz, der im Geschäftsjahr nicht ersetzbar ist — der Ersatzauftrag ist selbst ein mehrjähriger Qualifikationsprozess; (2) Die US-Zolleskalation 2025-2026 — 39% im August 2025, Deckelung auf 15% im November 2025, Section-232-Zölle von 10-50% auf Stahl, Aluminium und Kupfer ab April 2026 — verteuert qualifizierte Metalle und erschwert die transatlantische Programmbeteiligung; (3) Europäische Content-Regeln und die Arithmetik des geografischen Rückflusses können Arbeit aus der Schweiz herauslenken, sobald sich ihr ESA-Zeichnungsanteil relativ zu anderen Mitgliedstaaten verschiebt. Käufer sollten Kundenkonzentration, regulatorische Compliance und Schlüsselpersonen-Abhängigkeiten sorgfältig prüfen. Deal-Multiplikatoren von 7.0 - 11.0× EBITDA können bei erhöhtem Risikoprofil abschlägig ausfallen.

Wie sieht die typische Kostenstruktur von Schweizer Raumfahrttechnologie-Unternehmen aus?

Die typische Kostenaufschlüsselung eines Schweizer Raumfahrttechnologie-Unternehmens ist: Hochleistungsmaterialien & Komponenten (Composites, Elektronik, Legierungen): 32%, Personalkosten (Ingenieure, Techniker, Projektleiter): 36%, F&E und Qualifikationstests: 12%, Qualitätssicherung & Reinraumbetrieb: 7%, Anlagen, Ausrüstung & Gemeinkosten: 8%, Gewinnmarge (EBITDA): 5%. Indikative Aufteilung für einen Schweizer Raumfahrtzulieferer nach ESA-Qualifikationsstandards, gemessen an europäischen Raumfahrtindustrie-Strukturen (Eurospace/ASD). Zwei Merkmale unterscheiden sie von der allgemeinen MEM-Fertigung: F&E und Qualifikationstests beanspruchen einen weit grösseren Anteil, weil raumfahrttaugliche Teile vor dem Verkauf nachgewiesen sein müssen; und das EBITDA liegt tiefer, weil institutionelle Beschaffung zu Cost-plus- oder Festpreisen kalkuliert statt zu dem, was Knappheit hergäbe. Swissmem meldete für das 2. Quartal 2026 eine Kapazitätsauslastung der Tech-Industrie von 81,1% gegenüber einem langjährigen Mittel von 85,6% (2015-2025); Raumfahrtzulieferer in mehrjährigen ESA-Programmen sind diesem Ausschlag weniger ausgesetzt als der Rest der Branche — mit ein Grund, weshalb das Segment in NOGA 30 zwischen STATENT 2022 und 2024 ein Beschäftigungsplus von 14,5% hielt. Diese Benchmarks sind wichtig für Käufer zur Beurteilung der operativen Effizienz und des Margensteigerungspotentials nach der Übernahme.

Welche Regionen sind die wichtigsten Raumfahrttechnologie-Cluster der Schweiz?

Die wichtigsten Raumfahrttechnologie-Cluster der Schweiz sind: (1) Genferseebogen (VD) — Der dichteste Schweizer Raumfahrt-Cluster und der einzige, der auf der EPFL aufbaut. (2) Zentralschweiz (LU, OW) — Das industrielle Herz der Schweizer Raumfahrtfertigung. Die Beyond Gravity Schweiz AG in Emmen (LU) ist der grösste Raumfahrtfertiger des Landes, und die maxon international ag in Sachseln (OW) liefert Präzisionsantriebe mit Flight Heritage auf Mars-Rovern. (3) Neuenburg und Bogen Bern-Jura (NE, BE) — Mikrotechnik und Zeitmessung. Die Safran Timing Technologies SA in Neuenburg führt die Weltraum-Atomuhrenlinie, die einst als SpectraTime und Orolia firmierte; die SYDERAL SA baut Raumfahrtelektronik in Gals (BE); die Beyond Gravity Services AG ist in Bern eingetragen; das CSEM in Neuenburg liefert instrumententaugliche Mikrotechnik. (4) Zürich und Ostschweiz (ZH) — Eher Prime- und Forschungspol als Fertigungscluster. Die Thales Alenia Space Schweiz AG ist in Zürich eingetragen, die ETH Zürich betreibt die Instrumenten- und Mechanismenforschung, die die Lieferkette speist, und hier sitzt die Spin-off-Pipeline der Hochschulen.

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