1.0Marktüberblick
- −26% seit 2014
- Die Zahl der klinischen Studien in der Schweiz sank von 185 im Jahr 2014 auf 137 im Jahr 2024, während sie weltweit zunahm, so Interpharma und das Swiss Cancer Institute (September 2026). Die Definition hinter der Zählung veröffentlichen sie nicht.
- 198
- Neue klinische Versuche mit Arzneimitteln, die Swissmedic 2024 bewilligte (Geschäftsbericht Swissmedic 2024).
- 89
- Klinische Versuche, die Swissmedic 2025 inspizierte, dazu 28 Spitäler – mehr als im Vorjahr (Geschäftsbericht Swissmedic 2025).
- 3 000+
- Mitarbeitende von PSI CRO in 56 Ländern (Januar 2025) – die 1995 gegründete CRO mit Sitz in Zug ist die grösste unabhängige ihrer Art.
2.0Branchenüberblick
Die Schweiz verliert klinische Studien. Interpharma und das Swiss Cancer Institute meldeten im September 2026, dass die Zahl der im Land durchgeführten klinischen Studien von 185 im Jahr 2014 auf 137 im Jahr 2024 gesunken ist – um mehr als einen Viertel –, während sie weltweit zunahm. Spanien, Grossbritannien, Deutschland, Belgien, Dänemark und Österreich ziehen heute mehr Studien an; 55% aller Krebsstudien starten in China. Am stärksten gingen akademische Studien ohne Industriesponsor zurück, und laut dem Swiss Cancer Institute können 50 Studien mangels Finanzierung nicht durchgeführt werden. Swissmedic bewilligte 2024 198 neue klinische Versuche mit Arzneimitteln und inspizierte 2025 89 Versuche und 28 Spitäler.
3.0Branchen-Check (SWOT)
- Nähe zu Roche, Novartis und dem Basler Biotech-Cluster als Sponsoren
- Die Studien in der Schweiz sanken von 185 (2014) auf 137 (2024) (Interpharma / Swiss Cancer Institute)
- Revision des Humanforschungsgesetzes: einheitliches Portal, schnellere Bewilligungen, Gebührenerlass für nicht-kommerzielle Studien
- Anhaltende Verlagerung von Studien nach China, in die USA und in andere europäische Länder
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Firmenbewertung Klinische Studien & CRO Schweiz
- Steuerlicher Multiplikator (EBITDA)
- 6.0 - 8.0×
- Deal-Multiplikator (EBITDA)
- 7.5 - 11.0×
- Markttrend
- Steigend
Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.
8.0Regionale Cluster
Basel
Roche, Novartis und der Basler Biotech-Cluster sind die wichtigsten Sponsoren; Parexel und ICON haben ihre Schweizer Gesellschaften in Basel eingetragen.
Zug und Zentralschweiz
PSI CRO, die grösste unabhängige CRO ihrer Grösse, hat ihren Hauptsitz in Zug; die IQVIA AG ist in Risch (ZG) eingetragen.
Zürich
Die Fortrea Switzerland AG ist in Zürich eingetragen; das Universitätsspital Zürich führt eines der grössten akademischen Studienprogramme.
Bern
Die Swiss Clinical Trial Organisation (SCTO), die die akademischen Clinical Trial Units koordiniert, hat ihren Sitz in Bern, ebenso die Clinical Trials Unit der Universität Bern.
Genferseeregion
Die Schweizer Zentrallaborgesellschaft von Labcorp ist in Meyrin (GE) eingetragen; die Universitätsspitäler Genf und Lausanne führen akademische Studien durch.
Quellen
9.0Häufig gestellte Fragen
▶Wie viel ist ein Auftragsforschungsunternehmen in der Schweiz wert?
Die ValIndex-Multiplikatorentabelle setzt Schweizer Dienstleister für klinische Studien bei 7,5–11,0× EBITDA in Transaktionen und 6,0–8,0× EBITDA bei steuerlichen Bewertungen an. Käufer zahlen am meisten für Firmen mit therapeutischem Know-how, wiederkehrenden Sponsorbeziehungen und Umsatz aus multinationalen Studien. Das EBITDA sollte durchlaufende Zahlungen an Prüfärzte und Studienzentren ausklammern, die den Umsatz erhöhen, aber kaum Marge tragen.
▶Was bestimmt den Wert einer Schweizer CRO?
Käufer bewerten: (1) Sponsorbeziehungen und Folgeaufträge; (2) therapeutisches und regulatorisches Know-how; (3) den Anteil des Umsatzes aus multinationalen Studien gegenüber Schweizer Zentren; (4) die Inspektionshistorie bei Swissmedic und ausländischen Behörden; (5) die Personalbindung – PSI CRO meldet 9% Fluktuation; (6) die Abhängigkeit vom Gründer.
▶Wie viele klinische Studien werden in der Schweiz durchgeführt?
Interpharma und das Swiss Cancer Institute zählen 2024 137 klinische Studien in der Schweiz, gegenüber 185 im Jahr 2014, ohne ihre Definition zu veröffentlichen. Swissmedic bewilligte 2024 198 neue klinische Versuche mit Arzneimitteln und inspizierte 2025 89 Versuche. Die Zahlen messen Verschiedenes und sind nicht direkt vergleichbar.
▶Welches sind die wichtigsten Auftragsforschungsinstitute in der Schweiz?
Der Schweizer Markt besteht aus Tochtergesellschaften globaler CRO – Parexel und ICON in Basel, Fortrea in Zürich, IQVIA in Risch – und PSI CRO in Zug, 1995 in der Schweiz gegründet, mit über 3 000 Mitarbeitenden in 56 Ländern. Kleinere spezialisierte CRO, Regulatory-Beratungen und die akademischen Clinical Trial Units der Universitätsspitäler ergänzen den Markt.
▶Was sind die wichtigsten Trends in der Schweizer klinischen Forschung?
Fünf Trends: (1) weniger Studien in der Schweiz – 137 im Jahr 2024 gegenüber 185 im Jahr 2014; (2) Druck der Branche für ein einheitliches Portal, schnellere Bewilligungen und öffentliche Finanzierung; (3) mehr Inspektionen durch Swissmedic (89 Versuche 2025); (4) Konsolidierung globaler CRO – Parexel, ICON/PRA, Fortrea; (5) das Wachstum der Schweizer CRO kommt aus multinationalen Studien.
▶Was sind die grössten Risiken beim Kauf einer Schweizer CRO?
Die grössten Risiken sind: (1) die sinkende Zahl von Studien in der Schweiz; (2) die Abhängigkeit von wenigen Sponsoren; (3) Inspektionsbefunde und Probleme mit der Datenqualität; (4) der Verlust von Schlüsselpersonen; (5) Finanzierungszyklen der Biotech-Branche. Die Due Diligence sollte Sponsorverträge, den Auftragsbestand, Inspektionsberichte und den Anteil durchlaufender Umsätze prüfen.
▶Warum verliert die Schweiz klinische Studien?
Die Branche macht Bewilligungsverfahren verantwortlich, die sie als langsam, unberechenbar und teuer beschreibt, dazu eine ungenügende öffentliche Finanzierung akademischer Studien und das Fehlen eines vernetzten Gesundheitsdatensystems. Andere Länder – Spanien, Grossbritannien, Deutschland, Belgien, Dänemark, Österreich, die USA und China – werben aktiv um Studien; 55% der Krebsstudien starten heute in China (Interpharma / Swiss Cancer Institute, September 2026).
▶Wo ist die klinische Forschung in der Schweiz konzentriert?
Basel ist das Zentrum, mit den Pharmasponsoren und den Schweizer Gesellschaften von Parexel und ICON. PSI CRO hat ihren Hauptsitz in Zug und IQVIA ist in Risch eingetragen; Fortrea sitzt in Zürich, die Swiss Clinical Trial Organisation in Bern, die Zentrallaborgesellschaft von Labcorp in Meyrin bei Genf. Die Universitätsspitäler führen in allen Regionen akademische Studien durch.