1.0Marktüberblick
- 9 493
- Advokatur- und Notariatsbüros (NOGA 69.10.01) 2024, BFS STATENT, gegenüber 8 054 im Jahr 2011.
- 29 897
- Beschäftigte der Advokatur- und Notariatsbüros 2024 (22 613 Vollzeitäquivalente), BFS STATENT – Anwältinnen und Anwälte, Notare und Personal. 59% sind Frauen.
- +0,5%
- Beschäftigungswachstum 2024 (29 761 auf 29 897), BFS STATENT. Seit 2011 ist die Beschäftigung um 15% gewachsen.
- 2,4
- Vollzeitäquivalente pro Advokatur- oder Notariatsbüro 2024 (BFS STATENT): Die meisten Schweizer Kanzleien sind Einzelpraxen oder kleine Partnerschaften.
- 43%
- Anteil der Kantone Zürich (8 811) und Genf (3 956) an der Beschäftigung in der Rechtsberatung 2024 (BFS STATENT).
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz 9 493 Rechtsberatung & Anwaltskanzleien-Unternehmen — Advokatur- und Notariatsbüros (NOGA 69.10.01) 2024, BFS STATENT, gegenüber 8 054 im Jahr 2011..
2.0Branchenüberblick
Die Schweizer Advokatur- und Notariatsbüros beschäftigen 29 897 Personen in 9 493 Unternehmen (BFS STATENT, 2024), 15% mehr als 2011. Die Branche teilt sich in eine Handvoll grosser Wirtschaftskanzleien und Tausende kleiner Praxen: Im Durchschnitt hat ein Büro 2,4 Vollzeitstellen. Das Wirtschaftsrecht konzentriert sich auf Zürich und Genf, die zusammen 43% der Beschäftigung stellen; in Kantonen wie Bern und Basel sind viele Kanzleien zugleich Notariate. Den Umsatz der Branche veröffentlicht das BFS nicht, jede Marktgrösse ist daher eine Schätzung.
3.0Branchen-Check (SWOT)
- Stetiges Wachstum: Beschäftigung seit 2011 um 15% gestiegen (BFS STATENT)
- Sehr kleine Einheiten: im Schnitt 2,4 Vollzeitstellen pro Büro
- Nachfolge in kleinen Praxen durch Fusionen und Teamwechsel→ §7.0
- Partnerabgänge und Abspaltungen, die Kunden mitnehmen
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Firmenbewertung Rechtsberatung & Anwaltskanzleien Schweiz
- Steuerlicher Multiplikator (EBITDA)
- 3.5 - 5.5×
- Deal-Multiplikator (EBITDA)
- 4.5 - 7.0×
- Markttrend
- Stabil
Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.
8.0Regionale Cluster
Westschweiz
3 045 Büros mit 9 037 Beschäftigten 2024 (BFS STATENT, NOGA 69.10.01). Allein Genf zählt 1 292 Büros und 3 956 Beschäftigte.
Zürich
2 120 Büros mit 8 811 Beschäftigten – 4,2 pro Büro, die grössten Einheiten. Sitz von Walder Wyss, Bär & Karrer, Lenz & Staehelin und Advestra.
Bern und Solothurn
1 014 Büros mit 3 425 Beschäftigten; Kellerhals Carrard hat einen ihrer Hauptstandorte in Bern.
Nordwestschweiz
890 Büros mit 2 479 Beschäftigten.
Zentralschweiz
824 Büros mit 2 348 Beschäftigten.
Ostschweiz
824 Büros mit 1 885 Beschäftigten – 2,3 pro Büro.
Tessin
758 Büros mit 1 805 Beschäftigten.
Quellen
9.0Häufig gestellte Fragen
▶Wie viel ist eine Anwaltskanzlei in der Schweiz wert?
Die ValIndex-Multiplikatorentabelle setzt Schweizer Rechtsdienstleistungen bei 4,5–7,0× EBITDA in Transaktionen und 3,5–5,5× EBITDA bei steuerlichen Bewertungen an. Weil nur registrierte Anwälte eine Kanzlei besitzen dürfen, wechseln die meisten kleinen Praxen über Fusionen oder an einen Nachfolger mit Anwaltspatent den Besitzer, oft mit einem Earn-out, der an den Verbleib der Klienten gebunden ist.
▶Was bestimmt den Wert einer Schweizer Anwaltspraxis?
Der Wert hängt ab von: (1) wie viele Klienten nach dem Abgang des Gründers bleiben; (2) wiederkehrender Arbeit wie Gesellschaftsrecht, Notariat oder Pauschalmandaten; (3) dem Team neben dem Gründer; (4) der Spezialisierung; (5) dem Standort – Zürich und Genf für das Wirtschaftsrecht; (6) bei Notaren dem Wert eines kantonalen Patents.
▶Wie gross ist die Schweizer Rechtsberatungsbranche?
BFS STATENT zählt 2024 9 493 Advokatur- und Notariatsbüros mit 29 897 Beschäftigten (22 613 Vollzeitäquivalente), 15% mehr Beschäftigte als 2011. Den Umsatz der Branche veröffentlicht das BFS nicht.
▶Welches sind die grössten Anwaltskanzleien der Schweiz?
Zu den grössten Wirtschaftskanzleien gehören Kellerhals Carrard (rund 600 Mitarbeitende und 360 Berufsträger), Walder Wyss, Bär & Karrer und Lenz & Staehelin; neuere Boutiquen wie Advestra (gegründet 2021) konkurrieren bei Transaktionen.
▶Was sind die wichtigsten Trends in der Schweizer Rechtsberatung?
Fünf Trends: (1) langsames, stetiges Wachstum – +15% Beschäftigung seit 2011; (2) Kanzleien als Körperschaften seit BGE 138 II 440; (3) Abspaltungen und Boutiquen; (4) nationale Kanzleien durch Fusionen; (5) Nachfrage nach Wirtschaftsrecht im Takt der M&A-Tätigkeit, die 2025 auf 502 Deals stieg.
▶Was sind die grössten Risiken bei der Übernahme einer Schweizer Anwaltspraxis?
Die grössten Risiken sind: (1) Klienten, die dem Gründer oder einem austretenden Partner folgen; (2) die Abhängigkeit von wenigen grossen Mandaten; (3) die Berufshaftung; (4) Interessenkonflikte bei Fusionen; (5) kantonale Regeln für Notariate. Die Due Diligence sollte Klientenkonzentration, offene Mandate und die Berufshaftpflichtversicherung prüfen.
▶Kann ein Investor eine Schweizer Anwaltskanzlei kaufen?
Nicht als externer Investor. Gemäss BGE 138 II 440 (2012) muss eine als Körperschaft organisierte Schweizer Kanzlei vollständig von registrierten Anwälten beherrscht werden; die Frage multidisziplinärer Partnerschaften liess das Gericht offen. Käufer sind daher andere Anwälte und Kanzleien.
▶Wo sind die Schweizer Anwaltskanzleien angesiedelt?
Die Westschweiz hat die meisten Advokatur- und Notariatsbüros (3 045 mit 9 037 Beschäftigten 2024), gefolgt von Zürich (2 120 mit 8 811), Bern und Solothurn (1 014 mit 3 425), der Nordwestschweiz (890 mit 2 479), der Zentralschweiz (824 mit 2 348), der Ostschweiz (824 mit 1 885) und dem Tessin (758 mit 1 805).