1.0Marktüberblick
- 5 073
- Unternehmen des Strassengüterverkehrs (4 179, NOGA 49.41), des Schienengüterverkehrs (16, NOGA 49.20) sowie Speditionen und übrige Verkehrsdienstleister (878, NOGA 52.29) im Jahr 2024 (BFS STATENT). 2011 gab es 4 956 Strassentransportunternehmen. Weitere 1 004 Umzugsfirmen werden separat gezählt.
- 72 606
- Beschäftigte 2024 im Strassengüterverkehr (41 445), im Schienengüterverkehr (4 266) sowie in Spedition und Verkehrsdienstleistungen (26 895), entsprechend 64 100 Vollzeitäquivalenten (BFS STATENT). Die Beschäftigung im Strassengüterverkehr ist seit 2019 (41 632) flach, während das durchschnittliche Transportunternehmen von 6,9 Vollzeitäquivalenten im Jahr 2011 auf 8,6 wuchs.
- +1,4%
- Wachstum des Strassengüterverkehrs 2024 auf 16,5 Milliarden Tonnenkilometer, während der Schienengüterverkehr um 2,6% auf 9,6 Milliarden sank; der Anteil der Schiene fiel auf 37%, den tiefsten Wert seit fünfzehn Jahren (BFS, 24. November 2025).
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz 5 073 Transport & Fracht-Unternehmen — Unternehmen des Strassengüterverkehrs (4 179, NOGA 49.41), des Schienengüterverkehrs (16, NOGA 49.20) sowie Speditionen und übrige Verkehrsdienstleister (878, NOGA 52.29) im Jahr 2024 (BFS STATENT). 2011 gab es 4 956 Strassentransportunternehmen. Weitere 1 004 Umzugsfirmen werden separat gezählt..
2.0Branchenüberblick
Der Schweizer Güterverkehr erbrachte 2024 laut Bundesamt für Statistik 26,1 Milliarden Tonnenkilometer: 16,5 Milliarden auf der Strasse, 1,4% mehr als im Vorjahr, und 9,6 Milliarden auf der Schiene, 2,6% weniger. Der Anteil der Schiene sank auf 37%, den tiefsten Stand seit fünfzehn Jahren, und der Export per Schiene war so tief wie nie seit Beginn der Erhebung 2008 – belastet durch Baustellen auf wichtigen Strecken und die Unwetter 2024. Über die Alpen transportiert die Schiene weiterhin den Grossteil der Güter, ihr Anteil sank aber von 70,3% im Jahr 2024 auf 68,6% im Jahr 2025, und 960 000 Lastwagen querten die Alpen – weit über dem gesetzlichen Ziel von 650 000 (BAV).
3.0Branchen-Check (SWOT)
- Der Strassengüterverkehr wächst weiter: 16,5 Milliarden Tonnenkilometer im Jahr 2024, 1,4% mehr (BFS)
- Dünne Margen: Hupac, der führende Intermodal-Operateur, erzielte 2025 eine EBIT-Marge von 1,9%→ §5.0
- Buy-and-Build unter kleinen Transportunternehmen – ihre Zahl sank von 4 956 (2011) auf 4 179 (2024), bei stabiler Beschäftigung
- Unzuverlässige Bahnkorridore: Hupac erwartet eine nachhaltige Besserung auf dem Rhein-Alpen-Korridor erst ab etwa 2029
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8.0Regionale Cluster
Zürich
614 Strassentransportunternehmen mit 4 942 Beschäftigten und 131 Speditionen und Verkehrsdienstleister mit 9 213 Beschäftigten – der grösste Speditionsstandort, rund um den Flughafen Zürich. Planzer (Dietikon) und die Schweizer Betriebsgesellschaft von Kuehne+Nagel (Opfikon) sitzen hier.
Aargau und Solothurn
Der Aargau zählt 459 Strassentransportunternehmen mit 5 512 Beschäftigten – die höchste Beschäftigung im Strassengüterverkehr aller Kantone –, Solothurn 150 mit 2 429, an den Autobahnkreuzen rund um Olten. Bertschi (Dürrenäsch) und SBB Cargo (Olten) haben hier ihren Sitz.
Basel
209 Strassentransportunternehmen und 128 Speditionen und Verkehrsdienstleister; allein die Speditionen in Basel-Stadt beschäftigen 3 294 Personen. Die Rheinhäfen und der nördliche Grenzübergang machen Basel zum Tor für Importe; die Schweizer Gesellschaft von DSV sitzt hier.
Zentralschweiz
495 Strassentransportunternehmen mit 5 312 Beschäftigten, angeführt von Luzern (231 Unternehmen, 2 973 Beschäftigte). Galliker (Altishofen) ist die grösste Gruppe der Region; der Konzernsitz von Kuehne+Nagel liegt in Schindellegi.
Ostschweiz
707 Strassentransportunternehmen mit 8 790 Beschäftigten. St. Gallen hat die grössten Unternehmen unter den grossen Kantonen – 240 Firmen mit 4 481 Beschäftigten – mit Camion Transport in Wil; Graubünden (149 Unternehmen) bedient die Alpentäler.
Tessin
242 Strassentransportunternehmen mit 1 442 Beschäftigten und 133 Speditions- und Zollfirmen – so viele wie in keinem anderen Kanton – am Südende der Gotthardachse. Der Intermodal-Operateur Hupac hat seinen Sitz in Chiasso.
Quellen
Korrekturen
Zahlen und Aussagen der Ausgabe vom Februar 2026, die diese Ausgabe zurückzieht oder berichtigt, mit Begründung.
- Marktgrösse «CHF ~19 Mrd.» und die Aufteilung der Umsätze auf Strasse und Schiene zurückgezogen: Keine amtliche Statistik veröffentlicht den Umsatz des Güterverkehrs.
- «~8 000 konzessionierte Transportunternehmen» berichtigt: BFS STATENT zählt für 2024 insgesamt 4 179 Unternehmen des Strassengüterverkehrs, 16 Schienengüterverkehrsunternehmen sowie 878 Speditionen und Verkehrsdienstleister.
- «~85 000 Beschäftigte» berichtigt auf 72 606 (Strassen- und Schienengüterverkehr, Spedition und Verkehrsdienstleistungen, 2024).
- «~35% Exportquote» und «+1,5% Marktwachstum» zurückgezogen: keine Quelle. Der Strassengüterverkehr wuchs 2024 um 1,4% in Tonnenkilometern (BFS).
- «~85% Kleinstunternehmen» und «Fahrermangel von 3 000–4 000 Stellen» zurückgezogen: keine datierte Quelle.
- Firmenzahlen zurückgezogen: Planzer «CHF 1,8 Mrd. Umsatz, ~6 400 Mitarbeitende», Galliker «CHF ~850 Mio.», Dreier, Bertschi «CHF ~1,2 Mrd., 3 200 Mitarbeitende», SBB Cargo «CHF ~960 Mio., 2 800 Mitarbeitende» und Camion Transport «CHF ~300 Mio.» liessen sich nicht auf Publikationen der Unternehmen zurückführen; ersetzt durch deren eigene veröffentlichte Zahlen, wo vorhanden. Dreier und Rhenus aus den wichtigen Akteuren entfernt; Kuehne+Nagel und DSV aufgenommen.
- Die Nachfolgezahlen nannten Multiplikatoren von 3,0–5,0× und 5,0–7,0×, die der eigenen ValIndex-Tabelle widersprachen (2,5–3,5× steuerlich, 3,5–5,5× Transaktion); berichtigt.
- Trendzahlen zum Wachstum der letzten Meile im E-Commerce (+8–10% pro Jahr) zurückgezogen: keine Schweizer Quelle.
9.0Häufig gestellte Fragen
▶Was ist ein Transportunternehmen in der Schweiz wert?
Die Multiplikatoren-Tabelle von ValIndex setzt Schweizer Transportunternehmen bei 3,5–5,5× EBITDA in Transaktionen und 2,5–3,5× EBITDA für steuerliche Bewertungen an. Die Margen sind dünn – Hupac meldete für 2025 eine EBIT-Marge von 1,9% –, deshalb zahlen Käufer für Verträge mit regelmässigen Mengen, Spezialleistungen (Chemie, Healthcare, temperaturgeführt) und dichte Netze, nicht für Lastwagen. Depots und Liegenschaften werden meist separat bewertet und können mehr wert sein als der Transportbetrieb selbst.
▶Welche Faktoren bestimmen den Wert eines Transportunternehmens?
Käufer prüfen: (1) Kundenverträge – Laufzeit, Mengen und Konzentration; (2) die Flotte – Alter, Emissionsklasse und Anteil Elektrofahrzeuge, die von der LSVA befreit sind; (3) Fahrer und Disponenten, die nach dem Verkauf bleiben; (4) Spezialisierung wie Gefahrgut, Healthcare oder temperaturgeführte Transporte; (5) Depots und Liegenschaften, die oft vom Betrieb getrennt werden. Die Abhängigkeit von einem Grosskunden ist der häufigste Grund für einen Abschlag.
▶Wie viele Transportunternehmen gibt es in der Schweiz?
BFS STATENT zählte 2024 insgesamt 4 179 Unternehmen des Strassengüterverkehrs, 16 Schienengüterverkehrsunternehmen sowie 878 Speditionen und übrige Verkehrsdienstleister – 5 073 Unternehmen mit 72 606 Beschäftigten. Weitere 1 004 Umzugsfirmen werden separat gezählt. Die Zahl der Strassentransportunternehmen sank seit 2011 (4 956), während das durchschnittliche Unternehmen von 6,9 auf 8,6 Vollzeitäquivalente wuchs. Zürich hat 614 Strassentransportunternehmen, der Aargau 459, Bern 396 und die Waadt 257.
▶Wie steht es um die Nachfolge in Schweizer Transportunternehmen?
Die meisten Strassentransportunternehmen sind Familienbetriebe, und viele Inhaber verkaufen an grössere Gruppen statt an einen Nachfolger aus der Familie: Die Zahl der Unternehmen sank von 2011 bis 2024 um 16%, bei stabiler Beschäftigung. Gruppen wie Planzer übernehmen Kundenverträge, Fahrer und Fahrzeuge – manchmal nur den Transportteil eines Geschäfts, wie im Januar 2026 bei der Papyrus Schweiz. Verkäufer mit regelmässigen Verträgen, moderner Flotte und stabilem Fahrerteam lassen sich am leichtesten platzieren; die Depot-Liegenschaft wird oft separat verkauft oder vermietet.
▶Was sind die wichtigsten Trends im Schweizer Güterverkehr?
Fünf Trends: (1) Die Schiene verliert Anteile an die Strasse – 37% des Güterverkehrs 2024, der tiefste Wert seit fünfzehn Jahren, und 68,6% über die Alpen 2025; (2) SBB Cargo verkleinert ihr Einzelwagennetz im Dezember 2026 von rund 280 auf 230 Bedienpunkte; (3) weniger, grössere Transportunternehmen, mit Planzer und DSV als Konsolidierern; (4) Elektro-Lastwagen in den Flotten von Planzer, Camion Transport und Galliker; (5) dünne Margen im Kombiverkehr und in der Chemielogistik, mit Hupac bei einer EBIT-Marge von 1,9% im Jahr 2025.
▶Was sind die Hauptrisiken beim Kauf eines Transportunternehmens?
Die Hauptrisiken sind: (1) Kundenkonzentration und kurze Verträge; (2) schwache Industrie- und Exportnachfrage, vor allem in der Chemie; (3) unzuverlässige Bahnkorridore bis zum Abschluss der Arbeiten am Rhein-Alpen-Korridor um 2029, was Intermodal-Operateure belastet; (4) Rekrutierung und Bindung von Fahrern; (5) Investitionsbedarf der Flotte für neue Emissionsvorschriften und Elektrifizierung. Die Due Diligence sollte Verträge, Flottenalter und Emissionsklassen, Fahrerfluktuation und das Eigentum an den Depots prüfen.
▶Wie sieht die typische Kostenstruktur eines Schweizer Transportunternehmens aus?
Flotte und Treibstoff (rund 33% des Umsatzes) sowie Personal (rund 32%) sind die grössten Kosten eines mittelgrossen Transportunternehmens, gefolgt von Versicherung und Compliance (10%), Depots (7%), Verwaltung und IT (6%) sowie LSVA und Strassenabgaben (5%); es bleibt eine EBITDA-Marge von rund 7%. Diese Anteile sind indikativ, nicht gemessen – keine Schweizer Statistik veröffentlicht sie. Veröffentlichte Ergebnisse bestätigen die dünnen Margen: Hupac meldete für 2025 eine EBIT-Marge von 1,9%.
▶Wo liegen die wichtigsten Transport- und Logistikregionen der Schweiz?
Zürich ist der grösste Standort (614 Strassentransportunternehmen und 131 Speditionen mit 9 213 Beschäftigten rund um den Flughafen). Der Aargau hat die grösste Belegschaft im Strassengüterverkehr (5 512 Beschäftigte), mit Solothurn rund um den Knoten Olten. Basel ist mit den Rheinhäfen das Tor für Importe, mit 3 294 Beschäftigten in Speditionen in Basel-Stadt. Die Ostschweiz (707 Unternehmen) und die Zentralschweiz (495) sind Sitz von Familiengruppen wie Camion Transport und Galliker, und das Tessin (242 Transportunternehmen, 133 Speditions- und Zollfirmen) bedient den Alpentransit (BFS STATENT 2024).