BRANCHENREPORT — SEPTEMBER 2026
Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|Aktualisiert |9 Quellen zitiert
Gesundheitswesen

Veterinär- & Tierdienste

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor veterinär- & tierdienste 1 238 Unternehmen, 7 752 Mitarbeitende. (Daten per 2026-09.) Wachstum +4,0%. Transaktionen in der Branche werden typischerweise mit 5.5–8.5× EBITDA bewertet. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Wichtigste Erkenntnisse
  • •Deal-Multiplikatoren: 5.5 - 8.5× EBITDA (Trend: steigend)
  • •Wachstumsrate: +4,0%
  • •Aktive Unternehmen: 1 238
  • •Top-Trend: Konzerne kaufen Praxen

1.0Marktüberblick

1 238
Unternehmen im Veterinärwesen (NOGA 75.00) im Jahr 2024, BFS STATENT. Die Zahl hat sich seit 2011 (1 194) kaum verändert.
7 752
Beschäftigte im Veterinärwesen 2024 (5 533 Vollzeitäquivalente), BFS STATENT – gegenüber 4 652 im Jahr 2011. 83,2% sind Frauen.
+4,0%
Durchschnittliches jährliches Beschäftigungswachstum im Veterinärwesen von 2011 bis 2024 (BFS STATENT); +2,8% im Jahr 2024. Die Zahl der Unternehmen blieb stabil, die durchschnittliche Praxis wuchs von 2,7 auf 4,5 Vollzeitäquivalente.
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz 1 238 Veterinär- & Tierdienste-Unternehmen — Unternehmen im Veterinärwesen (NOGA 75.00) im Jahr 2024, BFS STATENT. Die Zahl hat sich seit 2011 (1 194) kaum verändert..

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Die Schweiz zählte 2024 laut der Unternehmensstatistik des BFS (STATENT) 1 238 Unternehmen im Veterinärwesen mit 7 752 Beschäftigten. Die beiden Zahlen erzählen die Geschichte der Branche: Die Zahl der Praxen liegt fast genau auf dem Stand von 2011 (1 194), die Beschäftigung ist aber um zwei Drittel gewachsen, von 4 652 auf 7 752. Die durchschnittliche Praxis hat heute 4,5 Vollzeitäquivalente, gegenüber 2,7 im Jahr 2011. Einzelpraxen weichen grösseren Gruppenpraxen und Kliniken mit Notfalldienst, Spezialisten und Bildgebung.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Interne Faktoren
Stärken4
  • Beschäftigung seit 2011 um zwei Drittel gestiegen (4 652 auf 7 752) bei stabiler Zahl der Praxen (BFS STATENT)
Schwächen4
  • Kleine Einheiten: durchschnittlich 4,5 Vollzeitäquivalente pro Praxis (2024)
Externe Faktoren
Chancen4
  • Inhaber ohne interne Nachfolge können an VetTrust, IVC Evidensia, AniCura oder andere Gruppen verkaufen→ §7.0
Risiken4
  • Mangel an Tierärzten, besonders ausserhalb der Städte und in der Nutztiermedizin
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
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Bewertungsüberblick

Firmenbewertung Veterinär- & Tierdienste Schweiz

Deal-Multiplikator (EBITDA)
5.5 - 8.5×
Markttrend
Steigend

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

8.0Regionale Cluster

Westschweiz

VDGEFRNEVS

313 Unternehmen mit 1 752 Beschäftigten (2024), die grösste Region. Allein die Waadt zählt 124 Unternehmen und 792 Beschäftigte.

Bern, Solothurn und Jura

BESOJU

231 Unternehmen mit 1 390 Beschäftigten. Bern zählt 1 058 Beschäftigte in 173 Unternehmen, am meisten aller Kantone.

Zürich

ZH

188 Unternehmen mit 843 Beschäftigten – die meisten Praxen aller Kantone, aber vergleichsweise kleine (4,5 Beschäftigte pro Praxis). VetTrust betreibt eine 24-Stunden-Klinik in Dietlikon.

Ostschweiz

SGTGGRARAISHGL

163 Unternehmen mit 1 006 Beschäftigten; St. Gallen 59 Unternehmen, Thurgau 45, Graubünden 40.

Nordwestschweiz

AGBLBS

147 Unternehmen mit 1 143 Beschäftigten. Die 99 Aargauer Unternehmen beschäftigen 794 Personen, durchschnittlich acht pro Praxis.

Zentralschweiz

LUSZZGURNWOW

123 Unternehmen mit 1 295 Beschäftigten. Zug (376 Beschäftigte in 27 Unternehmen) und Schwyz (464 in 35) haben ungewöhnlich grosse Einheiten; VetTrust, IVC Evidensia Schweiz und AniCura AOI Center sind in Zug eingetragen.

Tessin

TI

68 Unternehmen mit 323 Beschäftigten.

Quellen

Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|9 Quellen zitiert

9.0Häufig gestellte Fragen

▶Wie viel ist eine Tierarztpraxis in der Schweiz wert?

Die ValIndex-Multiplikatorentabelle setzt Schweizer Tierarztpraxen bei 5,5–8,5× EBITDA in Transaktionen und 4,0–6,0× EBITDA bei steuerlichen Bewertungen an. Das EBITDA muss normalisiert werden: In inhabergeführten Praxen ist ein Teil des Gewinns der Lohn des Inhabers, den ein Käufer durch eine angestellte Tierärztin oder einen angestellten Tierarzt ersetzen muss. Kleintierpraxen mit mehreren Tierärzten und Notfalldienst erreichen das obere Ende, Einzel- und ländliche Nutztierpraxen das untere.

▶Was bestimmt den Wert einer Schweizer Tierarztpraxis?

Käufer bewerten: (1) die Zahl der Tierärzte und die Abhängigkeit vom Inhaber; (2) den Anteil der Kleintiermedizin; (3) Notfall-, Überweisungs- und Spezialistendienste; (4) Geräte wie Bildgebung und Labor; (5) den Standort und den Mietvertrag; (6) die Kundenzahl und wiederkehrende Umsätze aus der Vorsorge.

▶Wie viele Tierarztpraxen gibt es in der Schweiz?

BFS STATENT zählt 2024 1 238 Unternehmen im Veterinärwesen mit 7 752 Beschäftigten (5 533 Vollzeitäquivalente). Die Zahl der Unternehmen hat sich seit 2011 (1 194) kaum verändert, die Beschäftigung ist um zwei Drittel gewachsen. Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte GST vertritt rund 3 000 Tierärzte.

▶Wer kauft Tierarztpraxen in der Schweiz?

Praxisinhaber verkaufen an jüngere Tierärzte, an Kollegen, die Gruppenpraxen bilden, oder an Konzerne. Die grössten sind VetTrust (rund 40 Standorte, 2010 von Tierärzten gegründet), IVC Evidensia (18 Partnerpraxen an 23 Standorten; im Besitz von EQT, Silver Lake und Nestlé) und die zu Mars gehörende AniCura (acht Praxen). Da 52% der GST-Mitglieder angestellt und 42% selbständig sind, werden Gruppen immer häufiger zum Käufer.

▶Was sind die wichtigsten Trends in der Schweizer Tiermedizin?

Fünf Trends: (1) Konzerne kaufen Praxen und behalten oft deren Namen; (2) die Praxen werden grösser – 4,5 Vollzeitäquivalente im Durchschnitt 2024 gegenüber 2,7 im Jahr 2011; (3) Anstellung ersetzt Unternehmertum, 83,2% der Beschäftigten sind Frauen; (4) Heimtiere treiben die Nachfrage – 59% der klinisch tätigen Tierärzte arbeiten mit Kleintieren; (5) ländliche Nutztierpraxen sind schwer zu besetzen und zu übergeben.

▶Was sind die grössten Risiken beim Kauf einer Schweizer Tierarztpraxis?

Die grössten Risiken sind: (1) die Abhängigkeit vom Inhaber und der Verlust von Kunden bei seinem Weggang; (2) der Mangel an Tierärzten, besonders für Nacht- und Wochenenddienste; (3) Lohndruck; (4) die Integration in eine Gruppe; (5) die öffentliche Prüfung der Preise. Die Due Diligence sollte die Arbeitsverträge der Tierärzte, den Mietvertrag, die Bewilligungen für den Umgang mit Tierarzneimitteln und die Kundenentwicklung prüfen.

▶Warum werden die Praxen grösser?

Weil sich die Arbeit verändert hat: Notfalldienste, Spezialisten, Bildgebung und Labordiagnostik brauchen mehr Personal und teurere Geräte, als eine einzelne Tierärztin oder ein einzelner Tierarzt stemmen kann. Viele jüngere Tierärzte ziehen zudem Anstellung und Teilzeit der Praxisführung vor. BFS STATENT zeigt das Ergebnis: Die Zahl der Unternehmen blieb von 2011 bis 2024 stabil, die Vollzeitäquivalente pro Praxis stiegen von 2,7 auf 4,5.

▶Wo sind die Schweizer Tierarztpraxen angesiedelt?

Die Westschweiz zählt die meisten Unternehmen im Veterinärwesen (313 mit 1 752 Beschäftigten 2024), gefolgt von Bern, Solothurn und Jura (231 und 1 390), Zürich (188 und 843), der Ostschweiz (163 und 1 006), der Nordwestschweiz (147 und 1 143), der Zentralschweiz (123 und 1 295) und dem Tessin (68 und 323). Zug und Schwyz haben ungewöhnlich grosse Einheiten; die drei grössten Gruppen sind in Zug eingetragen.

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