BRANCHENREPORT — SEPTEMBER 2026
Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|Aktualisiert |10 Quellen zitiert
Gesundheitswesen

Spitex & Hauskrankenpflege

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor spitex & hauskrankenpflege CHF 3,7 Mrd., 3 232 Unternehmen, 50 447 Mitarbeitende. (Daten per 2026-09.) Wachstum +10,2%. Transaktionen in der Branche werden typischerweise mit 4.5–7× EBITDA bewertet. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Wichtigste Erkenntnisse
  • •Marktgrösse: CHF 3,7 Mrd.
  • •Deal-Multiplikatoren: 4.5 - 7.0× EBITDA (Trend: steigend)
  • •Wachstumsrate: +10,2%
  • •Aktive Unternehmen: 3 232
  • •Top-Trend: Rekord bei den Pflegestunden

1.0Marktüberblick

CHF 3,7 Mrd.
Umsatz der Spitex-Anbieter 2024: CHF 3,67 Milliarden, BFS-Spitex-Statistik (November 2025). Die gewinnorientierten Anbieter steigerten ihren Umsatz um CHF 162 Millionen (+22%), die gemeinnützigen Organisationen um CHF 127 Millionen (+5%).
3 232
Spitex-Anbieter in der BFS-Spitex-Statistik 2024: 844 gewinnorientierte Unternehmen, 605 gemeinnützige Organisationen und 1 783 selbständige Pflegefachpersonen. 2024 kamen rund 130 neue gewinnorientierte Anbieter hinzu.
50 447
Beschäftigte in der Krankenpflege und Hauspflege (NOGA 86.90.03) 2024, BFS STATENT (31 394 Vollzeitäquivalente), gegenüber 42 248 im Jahr 2021; 85,5% sind Frauen.
+10,2%
Wachstum der Spitex-Pflegestunden 2024 auf 25,6 Millionen – der grösste Anstieg seit 2011 (BFS). Die gewinnorientierten Anbieter steigerten ihre Pflegestunden um 23,4%.
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) ist der Schweizer Spitex & Hauskrankenpflege-Markt CHF 3,7 Mrd. gross — Umsatz der Spitex-Anbieter 2024: CHF 3,67 Milliarden, BFS-Spitex-Statistik (November 2025). Die gewinnorientierten Anbieter steigerten ihren Umsatz um CHF 162 Millionen (+22%), die gemeinnützigen Organisationen um CHF 127 Millionen (+5%)..
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz 3 232 Spitex & Hauskrankenpflege-Unternehmen — Spitex-Anbieter in der BFS-Spitex-Statistik 2024: 844 gewinnorientierte Unternehmen, 605 gemeinnützige Organisationen und 1 783 selbständige Pflegefachpersonen. 2024 kamen rund 130 neue gewinnorientierte Anbieter hinzu..

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Die Spitex ist der am schnellsten wachsende Teil der Schweizer Langzeitpflege. Gemäss der Spitex-Statistik des BFS erhielten 2024 rund 424 000 Klientinnen und Klienten 25,6 Millionen Pflegestunden zu Hause – 10,2% mehr als 2023, der grösste Anstieg seit 2011. Die Spitex-Anbieter erzielten einen Umsatz von CHF 3,67 Milliarden. Der Markt hat drei Teile: 605 gemeinnützige Spitex-Organisationen, die meisten mit einem Leistungsauftrag ihrer Gemeinde; 844 gewinnorientierte Unternehmen; und 1 783 selbständige Pflegefachpersonen. Die Unternehmensstatistik des BFS (STATENT) zählt 2024 50 447 Beschäftigte in der Kranken- und Hauspflege, gegenüber 42 248 im Jahr 2021.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Interne Faktoren
Stärken4
  • Rekordnachfrage: 25,6 Millionen Pflegestunden 2024, +10,2% (BFS)
Schwächen4
  • Die Personalkosten dominieren; Pflegefachpersonen sind knapp→ §5.0
Externe Faktoren
Chancen4
  • Alternde Bevölkerung und kürzere Spitalaufenthalte
Risiken4
  • Regulierung der Anstellungsmodelle für pflegende Angehörige durch Kantone und Versicherer
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
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Bewertungsüberblick

Firmenbewertung Spitex & Hauskrankenpflege Schweiz

Deal-Multiplikator (EBITDA)
4.5 - 7.0×
Markttrend
Steigend

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

8.0Regionale Cluster

Westschweiz

VDGEFRVSNEJU

1 175 Unternehmen mit 13 688 Beschäftigten 2024 (BFS STATENT, NOGA 86.90.03) – nach Beschäftigung die grösste Region. Die Waadt zählt 6 507 Beschäftigte, Genf 3 517.

Zürich

ZH

512 Unternehmen mit 10 131 Beschäftigten – 20 pro Unternehmen, die grössten Einheiten. Allein die Spitex Zürich AG hat 1 500 Mitarbeitende.

Nordwestschweiz

AGBLBS

326 Unternehmen mit 7 218 Beschäftigten; Basel-Stadt zählt 2 358 Beschäftigte in 45 Unternehmen.

Bern und Solothurn

BESO

423 Unternehmen mit 6 261 Beschäftigten; Senevita hat ihren Sitz in Muri bei Bern.

Ostschweiz

SGTGGRSHARAIGL

281 Unternehmen mit 5 929 Beschäftigten; St. Gallen zählt 2 926.

Zentralschweiz

LUSZZGOWURNW

174 Unternehmen mit 4 332 Beschäftigten; Luzern zählt 2 341.

Tessin

TI

610 Unternehmen – 17% des Schweizer Totals –, aber nur 2 888 Beschäftigte: die meisten sind selbständige Pflegefachpersonen und kleine Firmen.

Quellen

Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|10 Quellen zitiert

9.0Häufig gestellte Fragen

▶Wie viel ist ein Spitex-Unternehmen in der Schweiz wert?

Die ValIndex-Multiplikatorentabelle setzt Schweizer Spitex-Anbieter bei 4,5–7,0× EBITDA in Transaktionen und 3,0–5,0× EBITDA bei steuerlichen Bewertungen an. Käufer zahlen mehr für Firmen mit ausgebildetem Pflegepersonal, breiter Kundschaft und sauberer kantonaler Bewilligung, und weniger für Firmen, deren Umsatz von wenigen Anstellungen pflegender Angehöriger oder von einer Restfinanzierung abhängt, die sich ändern könnte.

▶Was bestimmt den Wert einer privaten Spitex-Firma?

Käufer bewerten: (1) die kantonale Bewilligung und die Verträge mit Versicherern; (2) den Anteil der Pflege (von der Grundversicherung bezahlt) gegenüber der Hauswirtschaft; (3) ausgebildetes Pflegepersonal und Fluktuation; (4) die Abhängigkeit von Anstellungsmodellen für pflegende Angehörige; (5) die kantonale Restfinanzierung; (6) Kundenkonzentration und Zuweiser wie Spitäler.

▶Wie gross ist der Schweizer Spitex-Markt?

Die Spitex-Statistik des BFS zählt 2024 rund 424 000 Klientinnen und Klienten, 25,6 Millionen Pflegestunden und CHF 3,67 Milliarden Umsatz. Anbieter: 844 gewinnorientierte Unternehmen, 605 gemeinnützige Organisationen und 1 783 selbständige Pflegefachpersonen. BFS STATENT zählt 50 447 Beschäftigte in der Kranken- und Hauspflege.

▶Welches sind die wichtigsten Spitex-Anbieter der Schweiz?

Die grösste Organisation ist die Spitex Zürich AG mit 1 500 Mitarbeitenden und über 10 000 Kunden pro Jahr. Die meisten gemeinnützigen Spitex-Organisationen sind regional und haben einen Gemeindeauftrag. Unter den privaten Gruppen betreibt Senevita die private Spitex Senevita Casa; ihr Verkauf an Tertianum wurde im Dezember 2025 vereinbart und von der Eigentümerin Emeis im April 2026 abgesagt, was Tertianum vor Gericht anficht.

▶Was sind die wichtigsten Trends in der Schweizer Spitex?

Fünf Trends: (1) Rekord bei den Pflegestunden, +10,2% 2024; (2) die gewinnorientierten Anbieter holen sich das Wachstum – rund 130 neue Firmen 2024; (3) die Anstellung von Angehörigen als Pflegende; (4) Fusionen öffentlicher Spitex-Organisationen, wie in Zürich; (5) Konsolidierung unter privaten Gruppen, einschliesslich des umstrittenen Deals Tertianum–Senevita.

▶Was sind die grössten Risiken beim Kauf einer Schweizer Spitex-Firma?

Die grössten Risiken sind: (1) regulatorische Änderungen bei den Modellen für pflegende Angehörige; (2) die kantonale Restfinanzierung und öffentliche Beiträge, die Pro Senectute Zürich zur Schliessung ihres Spitex-Dienstes führten; (3) Pflegepersonalmangel; (4) Bewilligungs- und Qualitätsanforderungen; (5) Transaktionsrisiko. Die Due Diligence sollte Bewilligung, Versichererverträge, Qualifikationen des Personals und Umsatz nach Leistungsart prüfen.

▶Warum wachsen private Spitex-Anbieter so schnell?

Weil die Nachfrage steigt und der Markteintritt offen ist: Jeder Anbieter, der die kantonalen Bewilligungsanforderungen erfüllt, kann Pflegeleistungen über die Grundversicherung abrechnen. 2024 steigerten die gewinnorientierten Anbieter die Pflegestunden um 23,4%, teils durch die Anstellung von Angehörigen, die Familienmitglieder pflegen – in jenem Jahr wurden knapp 3 700 Personen ohne spezifische Ausbildung eingestellt (BFS).

▶Wo sind die Schweizer Spitex-Anbieter angesiedelt?

Die Westschweiz hat die meisten Beschäftigten in der Spitex (13 688 in 1 175 Unternehmen 2024), gefolgt von Zürich (10 131 in 512), der Nordwestschweiz (7 218 in 326), Bern und Solothurn (6 261 in 423), der Ostschweiz (5 929 in 281) und der Zentralschweiz (4 332 in 174). Das Tessin zählt 610 Unternehmen – meist selbständige Pflegefachpersonen – mit 2 888 Beschäftigten.

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