1.0Marktüberblick
- 343
- Unternehmen der Pharmaherstellung im Jahr 2024: 53 Hersteller pharmazeutischer Grundstoffe und Wirkstoffe (NOGA 21.10) und 290 Hersteller pharmazeutischer Spezialitäten (NOGA 21.20), BFS STATENT. Eine Gruppe zählt einmal pro juristische Person.
- 57 696
- Beschäftigte in der Pharmaherstellung 2024 – 13 852 bei den Grundstoffen und 43 844 bei den Spezialitäten – bzw. 54 971 Vollzeitäquivalente (BFS STATENT). Die Beschäftigung stieg seit 2011 (39 002) um 48%. Zulieferer wie Anlagenbauer werden in anderen Branchen gezählt.
- +1,9%
- Wachstum der Beschäftigung in der Pharmaherstellung 2024 (Grundstoffe +1,2%, Spezialitäten +2,1%, BFS STATENT). Die Exporte von Chemie und Pharma erreichten 2025 den Rekordwert von CHF 152 Milliarden, CHF 3,3 Milliarden mehr (BAZG).
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz 343 Pharma-Produktion & CDMO-Unternehmen — Unternehmen der Pharmaherstellung im Jahr 2024: 53 Hersteller pharmazeutischer Grundstoffe und Wirkstoffe (NOGA 21.10) und 290 Hersteller pharmazeutischer Spezialitäten (NOGA 21.20), BFS STATENT. Eine Gruppe zählt einmal pro juristische Person..
2.0Branchenüberblick
Die Pharmaindustrie ist die grösste Exportbranche der Schweiz. Die Exporte von Chemie und Pharma erreichten 2025 laut Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit den Rekordwert von CHF 152 Milliarden, 53% aller Schweizer Exporte, angetrieben von Antisera und Impfstoffen (+CHF 5,5 Milliarden). Die Herstellung selbst ist konzentriert: BFS STATENT zählte 2024 343 Unternehmen der Pharmaherstellung – 53 für Wirkstoffe und Grundstoffe, 290 für Fertigpräparate – mit 57 696 Beschäftigten, 48% mehr als 2011. Allein Basel-Stadt zählt 20 516 davon, was die dortigen Hauptsitze von Roche und Novartis widerspiegelt.
3.0Branchen-Check (SWOT)
- Rekordexporte: CHF 152 Milliarden Chemie- und Pharmagüter 2025, 53% aller Schweizer Exporte (BAZG)
- Abhängigkeit von wenigen sehr grossen Konzernen – allein Basel-Stadt zählt 20 516 von 57 696 Beschäftigten
- Peptide und GLP-1-Medikamente: Bachem erwartet 2026 ein Umsatzwachstum von 35–45% in Lokalwährungen
- US-Handelspolitik: Pharmazölle nach Section 232 ab dem 31. Juli 2026, für die Schweiz nur dank Abkommen bei 15% gedeckelt
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8.0Regionale Cluster
Basel
61 Unternehmen mit 24 516 Beschäftigten – 20 516 in Basel-Stadt, wo die Hauptsitze von Roche und Novartis eingetragen sind, und 4 000 in Basel-Landschaft. Bachem (Bubendorf) und SKAN (Allschwil) haben ihren Sitz in Basel-Landschaft; der Konzernsitz von Lonza ist in Basel.
Wallis
6 897 Beschäftigte; das BFS hält einen Teil der Unternehmenszahl aus Datenschutzgründen zurück. Hier liegen der Lonza-Komplex in Visp mit grossen Anlagen für Säugetierzellkulturen und hochpotente Wirkstoffe, der Siegfried-Standort Evionnaz und der Bachem-Standort Vionnaz.
Westschweiz
6 373 Beschäftigte: Waadt 3 167, Neuenburg 1 480, Freiburg 1 315 und Genf 411. Der Schweizer Hub von Bristol Myers Squibb liegt in Boudry (NE).
Aargau
16 Unternehmen mit 5 034 Beschäftigten. Siegfried (Zofingen) und Dottikon ES (Dottikon) haben hier ihren Sitz; Bachem plant einen neuen Standort im Sisslerfeld in Eiken.
Zentralschweiz
4 137 Beschäftigte: Zug 2 338 in 33 Unternehmen, Luzern 1 700 und Schwyz 99. Zug zählt im Verhältnis zur Beschäftigung viele Unternehmen.
Tessin
32 Unternehmen mit 2 997 Beschäftigten – die meisten mittelgrossen, unabhängigen Pharmahersteller ausserhalb Basels.
Bern und Nordschweiz
Bern 2 679 Beschäftigte, Schaffhausen 1 796 in 5 Unternehmen (darunter die Cilag AG, Johnson & Johnson) und Zürich 686.
Quellen
Korrekturen
Zahlen und Aussagen der Ausgabe vom Februar 2026, die diese Ausgabe zurückzieht oder berichtigt, mit Begründung.
- «Exporte von CHF ~80 Mrd.+» ersetzt: Die Exporte von Chemie und Pharma betrugen 2025 CHF 152 Milliarden (BAZG). «CHF 25–30 Mrd. Wertschöpfung» und «~95% Exportquote» zurückgezogen: keine Quelle.
- «~1 200 Unternehmen» und «~48 000 Beschäftigte» korrigiert: BFS STATENT zählt 2024 343 Unternehmen der Pharmaherstellung mit 57 696 Beschäftigten.
- «+6,5% Wachstum», «Biologika wachsen 10–12% pro Jahr» und «Peptidsegment wächst 15–20% pro Jahr» zurückgezogen: keine Schweizer Quelle. Das Wachstum ist nun die STATENT-Beschäftigungszahl (+1,9% im Jahr 2024).
- Firmenzahlen auf 2025 aktualisiert: Lonza CHF 6,5 Milliarden (zuvor «CHF 6,7 Mrd., ~17 000 Mitarbeitende»); Siegfried CHF 1,33 Milliarden (zuvor «~3 700 Mitarbeitende»); Bachem CHF 695,1 Millionen (zuvor «~CHF 800 Mio.»); SKAN CHF 332 Millionen mit EBITDA von CHF 38 Millionen (zuvor «EBITDA-Marge ~20%»).
- «15-20x Premium-EBITDA-Multiplikator» zurückgezogen: widersprach der eigenen ValIndex-Multiplikatorentabelle (8,0–12,0× in Transaktionen). «3-5 Jahre für eine Swissmedic-Herstellungsbewilligung» zurückgezogen: keine Quelle.
- Die sechsteilige Kostenaufteilung mit 10% EBITDA-Marge war nicht gemessen und widersprach den publizierten CDMO-Margen von 23–35%; ersetzt durch die ausgewiesenen Zahlen von Siegfried.
- Novartis, Roche, Cilag und Bristol Myers Squibb als Hauptakteure entfernt: Ihre Schweizer Produktionsbeschäftigung («~10 000», «~8 000», «~2 500», «~400») hatte keine Quelle. Der Schweizer Hub von BMS liegt in Boudry, nicht in Couvet; ein Bachem-Standort «Sukagawa» liess sich nicht bestätigen.
9.0Häufig gestellte Fragen
▶Wie viel ist ein Pharmahersteller in der Schweiz wert?
Die ValIndex-Multiplikatorentabelle setzt die Schweizer Pharmaherstellung bei 8,0–12,0× EBITDA in Transaktionen und 6,0–8,0× EBITDA bei steuerlichen Bewertungen an, unter den höchsten aller Branchen. Der Aufschlag spiegelt die Margen – kotierte Schweizer CDMOs erzielten im letzten Geschäftsjahr 23,5% bis 34,6% EBITDA – und die Knappheit GMP-zugelassener Kapazität, deren Aufbau Jahre dauert. Anlagenbauer sind zyklischer: Die Marge von SKAN sank 2025 auf rund 11%.
▶Was bestimmt den Wert eines Schweizer Pharmaherstellers oder CDMO?
Käufer bewerten: (1) GMP-zugelassene Kapazität und die Inspektionshistorie bei Swissmedic und ausländischen Behörden; (2) die Technologieposition – Peptide, Biologika, hochpotente Wirkstoffe; (3) Kundenkonzentration und langfristige Lieferverträge; (4) die noch nötigen Investitionen, bevor Kapazität Umsatz bringt; (5) das Exposure gegenüber US-Zöllen, für Schweizer Pharmaprodukte seit November 2025 bei 15% gedeckelt; (6) die Fachkräfte.
▶Wie gross ist die Schweizer Pharmaherstellung?
BFS STATENT zählte 2024 343 Unternehmen der Pharmaherstellung – 53 für Wirkstoffe und Grundstoffe, 290 für Fertigpräparate – mit 57 696 Beschäftigten, 48% mehr als 2011. Die Exporte von Chemie und Pharma erreichten 2025 den Rekordwert von CHF 152 Milliarden, 53% aller Schweizer Exporte (BAZG). Der grösste kotierte Auftragshersteller, Lonza, erzielte 2025 CHF 6,5 Milliarden Umsatz.
▶Wie funktionieren Eigentümerwechsel und Nachfolge in der Schweizer Pharmaherstellung?
Der grösste Teil der Branche gehört Multis und kotierten Gruppen; Eigentümerwechsel erfolgen daher über die Börse oder Konzerntransaktionen – Lonza kaufte 2024 den Standort Vacaville für CHF 1,1 Milliarden und trennt sich vom Kapselgeschäft. Die Inhabernachfolge betrifft die mittelgrossen Generika- und Lohnhersteller und Wirkstoffproduzenten im Tessin, im Aargau, in Zug und in der Westschweiz; für sie ist der Verkauf an einen CDMO oder einen strategischen Käufer der übliche Ausstieg.
▶Was sind die wichtigsten Trends in der Schweizer Pharmaherstellung?
Fünf Trends: (1) Rekordexporte von CHF 152 Milliarden 2025 trotz US-Zöllen, mit einer Pharmazoll-Obergrenze von 15% für die Schweiz; (2) CDMOs wachsen und investieren – Lonza +21,7% währungsbereinigt, CHF 10 Milliarden investiert seit 2020; (3) Peptidkapazität ist der Engpass – Bachem erwartet 2026 35–45% Wachstum; (4) Kleinmolekül-CDMOs wachsen im Aargau (Siegfried, Dottikon ES); (5) Anlagenbauer wie SKAN folgen dem Investitionszyklus.
▶Was sind die grössten Risiken beim Kauf eines Schweizer Pharmaherstellers?
Die grössten Risiken sind: (1) die US-Handelspolitik, einschliesslich der Section-232-Zölle ab dem 31. Juli 2026; (2) der Druck zur Verlagerung der Produktion in die USA – Roche und Novartis sagten USD 73 Milliarden US-Investitionen zu; (3) Kundenkonzentration; (4) Regulierungs- und Inspektionsrisiken an GMP-Standorten; (5) Kosten und Verzögerungen neuer Kapazität; (6) der starke Franken. Die Due Diligence sollte Inspektionshistorien, Lieferverträge und die Investitionspipeline prüfen.
▶Welche Margen erzielen Schweizer Pharmahersteller?
Für die Branche gibt es keine amtliche Kostenaufteilung. Veröffentlichte Resultate zeigen die Spanne: Im letzten Geschäftsjahr erzielten Dottikon ES 34,6% EBITDA-Marge, Lonza 31,6% (CORE), Bachem 30,9% und Siegfried 23,5% (Core), der Anlagenbauer SKAN rund 11%. Bei Siegfried absorbierte der Betriebsaufwand – Material, Personal, Energie und Übriges – rund 76% des Nettoumsatzes.
▶Wo ist die Pharmaherstellung in der Schweiz konzentriert?
Basel ist das Zentrum, mit 24 516 Beschäftigten 2024, davon 20 516 in Basel-Stadt, wo die Hauptsitze von Roche und Novartis eingetragen sind. Es folgen das Wallis mit 6 897 Beschäftigten rund um den Lonza-Komplex in Visp, die Westschweiz (6 373), der Aargau (5 034, mit Siegfried und Dottikon ES), die Zentralschweiz (4 137) und das Tessin (2 997), das ausserhalb Basels die meisten unabhängigen mittelgrossen Hersteller zählt.