1.0Marktüberblick
- 865
- Einheiten für Sammlung, Behandlung und Beseitigung von Abfällen, Rückgewinnung und Grosshandel mit Altmaterialien 2024 (BFS STATENT, NOGA 38.11, 38.12, 38.21, 38.22, 38.32 und 46.77.02). Die Rückgewinnung ist mit 335 Einheiten die grösste Klasse.
- 13 163
- Beschäftigte der Abfall- und Recyclingklassen 2024 (BFS STATENT), 11 721 Vollzeitäquivalente; 17% sind Frauen. Die Sammlung nicht gefährlicher Abfälle beschäftigt 4 562 Personen, die Rückgewinnung 4 439, Behandlung und Beseitigung 3 597.
- +8,2%
- Wachstum der Beschäftigten in den Abfall- und Recyclingklassen von 2020 (12 163) bis 2024 (13 163), BFS STATENT, rund 2% pro Jahr; seit 2011 stieg die Beschäftigung um 20%. Die Zahl der Einheiten blieb fast gleich (839 im Jahr 2020, 865 im Jahr 2024).
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz 865 Abfallwirtschaft & Recycling-Unternehmen — Einheiten für Sammlung, Behandlung und Beseitigung von Abfällen, Rückgewinnung und Grosshandel mit Altmaterialien 2024 (BFS STATENT, NOGA 38.11, 38.12, 38.21, 38.22, 38.32 und 46.77.02). Die Rückgewinnung ist mit 335 Einheiten die grösste Klasse..
2.0Branchenüberblick
Die Schweiz erzeugte 2024 rund 6 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle, etwa 670 kg pro Person und dreimal so viel wie 1970, so das Bundesamt für Umwelt (BAFU). 52% wurden separat gesammelt und rezykliert – 3,1 Millionen Tonnen –, 2,9 Millionen Tonnen gingen in Kehrichtverbrennungsanlagen. Die Recyclingquoten für Getränkeverpackungen sind hoch: 100% bei Glas, 90% bei Dosen und 84% bei PET-Flaschen, alle über dem gesetzlichen Minimum von 75%. Der Schwachpunkt sind Batterien: Ihre Recyclingquote sank 2024 auf 35%, weil mehr Lithium-Ionen-Batterien verkauft wurden.
3.0Branchen-Check (SWOT)
- Stabile, regulierte Nachfrage: Jeder Haushalt und Betrieb erzeugt Abfall
- Kapitalintensive Flotten und Anlagen
- Kreislaufwirtschaftsregeln und höhere Recyclingziele
- Sinkende Preise für Schrott und Sekundärrohstoffe
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8.0Regionale Cluster
Westschweiz
203 Entsorgungs- und Recyclingeinheiten mit 3 036 Beschäftigten 2024 (BFS STATENT), die meisten aller Regionen; Cand-Landi hat seinen Sitz in Grandson (VD).
Bern und Solothurn
127 Einheiten mit 1 918 Beschäftigten; AVAG Umwelt hat ihren Sitz in Thun.
Ostschweiz
118 Einheiten mit 2 019 Beschäftigten; Müller Recycling sitzt in Frauenfeld, Wiederkehr hat einen Standort in Schwarzenbach (SG).
Nordwestschweiz
114 Einheiten mit 2 090 Beschäftigten; Thommen (Kaiseraugst) und Voegtlin-Meyer (Windisch) sind hier ansässig.
Zürich
96 Einheiten mit 2 285 Beschäftigten, die meisten pro Einheit (23,8); Immark (Regensdorf) und ZAV Recycling (Hinwil) sind hier ansässig.
Zentralschweiz
86 Einheiten mit 1 147 Beschäftigten.
Tessin
53 Einheiten mit 625 Beschäftigten. Die Regionalzahlen enthalten keine vom BFS aus Datenschutzgründen unterdrückten Einheiten (797 von 865 ausgewiesen).
Quellen
Korrekturen
Zahlen und Aussagen der Ausgabe vom Februar 2026, die diese Ausgabe zurückzieht oder berichtigt, mit Begründung.
- «Markt von CHF ~4,5 Mrd.» zurückgezogen: Er wurde BAFU-Schätzungen zugeschrieben, doch das BAFU veröffentlicht Abfallmengen, keinen Marktwert, und es fand sich keine Quelle für die Zahl.
- «~2 000 Unternehmen» und «~18 000 Beschäftigte» ersetzt durch BFS-Zahlen: 865 Entsorgungs- und Recyclingeinheiten mit 13 163 Beschäftigten 2024. «~5–8% Exportquote» zurückgezogen: in keiner Quelle gefunden.
- «~3–5% Wachstum» ersetzt durch das gemessene Beschäftigungswachstum, +8,2% von 2020 bis 2024 (rund 2% pro Jahr).
- Haefeli Bryer Recycling AG (Basel) und Recuper'Air SA (Yverdon) entfernt: kein passender Eintrag im Handelsregister; die Häfeli Recycling AG in Lenzburg wurde 2024 von Voegtlin-Meyer übernommen. ZAV Recycling korrigiert: in Hinwil eingetragen und auf die Aufbereitung von Verbrennungsrückständen spezialisiert, nicht die «Abfallverwertung für den Grossraum Zürich». Cand-Landi korrigiert: in Grandson (VD) eingetragen, nicht in Luzern. AVAG korrigiert: Die Gesellschaft heisst AVAG Umwelt AG.
- «8–12× EBITDA-Multiplikatoren» korrigiert auf die Multiplikatorentabelle (5,0–8,0× in Transaktionen). «5–10 Jahre bis zur Bewilligung» und «5–15 Jahre Vertragsdauer» zurückgezogen: ohne Quelle.
9.0Häufig gestellte Fragen
▶Wie viel ist ein Entsorgungsunternehmen in der Schweiz wert?
Die ValIndex-Multiplikatorentabelle setzt Schweizer Entsorgung und Recycling bei 5,0–8,0× EBITDA in Transaktionen und 4,0–6,0× EBITDA bei steuerlichen Bewertungen an. Betriebe mit Bewilligungen, eigenen Standorten und langen Gemeindeverträgen liegen am oberen Ende; Schrotthändler mit Rohstoffpreisrisiko und Betriebe mit Altlasten tiefer.
▶Was bestimmt den Wert eines Schweizer Entsorgungs- oder Recyclingunternehmens?
Käufer bewerten: (1) Betriebsbewilligungen und eigene Standorte; (2) Dauer und Zahl der Gemeinde- und Industrieverträge; (3) Alter und Zustand der Flotte; (4) Abhängigkeit von Schrott- und Sekundärrohstoffpreisen; (5) Altlasten auf den Standorten; (6) Zugang zu Behandlungskapazität wie Verbrennungs- oder Recyclinganlagen.
▶Wie gross ist die Schweizer Entsorgungs- und Recyclingbranche?
Das BFS zählte 2024 865 Einheiten in Abfallsammlung, -behandlung, Rückgewinnung und Altmaterialhandel mit 13 163 Beschäftigten, 8,2% mehr als 2020. Die Schweiz erzeugte 2024 rund 6 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle (BAFU). Ein offizieller Marktwert wird nicht veröffentlicht.
▶Welches sind die wichtigsten Entsorgungs- und Recyclingunternehmen der Schweiz?
Grosse private Akteure sind Thommen (Kaiseraugst) mit Immark (Regensdorf), Müller Recycling (Frauenfeld), Voegtlin-Meyer Entsorgung (Windisch) und Cand-Landi (Grandson). Verbrennung und regionale Verwertung betreiben oft öffentliche oder gemischtwirtschaftliche Gesellschaften wie die AVAG Umwelt (Thun). ZAV Recycling (Hinwil) gewinnt Metalle aus Verbrennungsrückständen zurück.
▶Was sind die wichtigsten Trends in der Schweizer Abfallwirtschaft?
Fünf Trends: (1) Die Recyclingquote hielt 2024 bei 52%; (2) das Batterierecycling sank auf 35%; (3) Thommen übernahm 2025 die Wiederkehr-Gruppe; (4) regionale Betriebe konsolidieren sich, wie Voegtlin-Meyer 2024 mit Häfeli Recycling; (5) Aufbereitungskapazität verschiebt sich, wie mit der Schliessung der Glasaufbereitung in St-Prex 2026.
▶Was sind die grössten Risiken beim Kauf eines Schweizer Entsorgungsunternehmens?
Die grössten Risiken sind: (1) sinkende Preise für Schrott und Sekundärrohstoffe; (2) Verlust von Gemeindeverträgen bei Ausschreibungen; (3) Altlasten auf den Standorten; (4) Investitionsbedarf für Flotten und Anlagen; (5) strengere Umweltauflagen. Die Due Diligence sollte Bewilligungen, Standortbelastungen, Vertragsbedingungen und -laufzeiten, den Zustand der Flotte und das Rohstoffpreisrisiko prüfen.
▶Wie viel Abfall rezykliert die Schweiz?
Rund 52% der Siedlungsabfälle: Von etwa 6 Millionen Tonnen 2024 wurden 3,1 Millionen Tonnen separat gesammelt und rezykliert und 2,9 Millionen Tonnen verbrannt (BAFU). Die Quoten liegen bei 100% für Glas, 90% für Dosen, 84% für PET-Flaschen und rund 85% für Papier und Karton, aber nur bei 35% für Batterien.
▶Wo sind die Schweizer Entsorgungs- und Recyclingunternehmen angesiedelt?
Gemäss BFS-Zahlen 2024: Die Westschweiz hat die meisten Einheiten (203, mit 3 036 Beschäftigten), gefolgt von Bern und Solothurn (127; 1 918), der Ostschweiz (118; 2 019), der Nordwestschweiz (114; 2 090) und Zürich (96; 2 285, im Schnitt die grössten Betriebe). Die Zentralschweiz hat 86 Einheiten, das Tessin 53.