BRANCHENREPORT — OKTOBER 2026
Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-10|Aktualisiert |9 Quellen zitiert
Bau & Infrastruktur

Brandschutz & Sicherheit

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor brandschutz & sicherheit Brandmelde-, Sprinkler- und Löschanlagen, Brandschutzplanung, Kontrolle und Alarmüberwachung — ein Markt, den die kantonalen Brandschutzvorschriften bestimmen, ohne eigene BFS-Zählung. (Daten per 2026-10.) Wachstum +10,0%. Transaktionen in der Branche werden typischerweise mit 6.5–9.5× EBITDA bewertet. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Bewertungsüberblick

Firmenbewertung Brandschutz & Sicherheit Schweiz

Deal-Multiplikator (EBITDA)
6.5 - 9.5×
Markttrend
Steigend

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

Wichtigste Erkenntnisse
  • •Deal-Multiplikatoren: 6.5 - 9.5× EBITDA (Trend: steigend)
  • •Wachstumsrate: +10,0%
  • •Top-Trend: Revision der Brandschutzvorschriften verzögert

1.0Marktüberblick

+10,0%
Wachstum der Beschäftigten von 2020 (9 892) bis 2024 (10 877) in den zwei BFS-Klassen, die Brandschutzinstallateure und Alarmempfangszentralen enthalten (STATENT, NOGA 43.29.02 sonstige Bauinstallation, die auch Aufzugsmonteure umfasst, und 80.20 Alarmüberwachung).
CHF 268,1 Mio.
Feuerschäden an Gebäuden 2024 in den 19 Kantonen mit öffentlich-rechtlichen Gebäudeversicherungen, aus 8 109 Schadenfällen; seit 2005 lagen sie zwischen CHF 229,6 und 296,8 Mio. pro Jahr (VKG, Schadenstatistik IRV).
14
Todesopfer bei Gebäudebränden in der Schweiz 2025, nach 33 im Jahr 2024 (VKG, Schadenstatistik IRV).
1 380
Beschäftigte der Alarmüberwachungsdienste 2024 (BFS STATENT, NOGA 80.20, 159 Einheiten), die Brand- und Einbruchalarme rund um die Uhr empfangen.

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Der Brandschutz umfasst die Systeme und Dienstleistungen, die Brände in Gebäuden erkennen, eindämmen und löschen: Brandmeldeanlagen, Sprinkler- und Gaslöschanlagen, Rauchabzug, Feuerlöscher, Brandschutzplanung, Kontrollen und die Alarmüberwachung rund um die Uhr. Die Nachfrage bestimmt die Regulierung. Die Kantone wenden die Brandschutzvorschriften der VKF an, der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen, und deren Totalrevision (BSV 2026) hat sich verzögert: Die Verabschiedung durch das interkantonale Organ IOTH ist nun für März 2027 geplant. Die kantonalen Gebäudeversicherungen erfassen die Folgen. 2024 zählten die 19 Kantone mit öffentlich-rechtlichen Gebäudeversicherungen 8 109 Feuerschäden und CHF 268,1 Mio. Schadensumme, im Rahmen von CHF 230–300 Mio. pro Jahr seit 2005; 33 Menschen starben 2024 bei Gebäudebränden, 14 im Jahr 2025.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Interne Faktoren
Stärken4
  • Nachfrage durch verbindliche Brandschutzvorschriften bestimmt
Schwächen4
  • Keine eigene amtliche Statistik für die Branche
Externe Faktoren
Chancen4
  • Revidierte Brandschutzvorschriften (BSV 2026) bringen Planungs- und Nachrüstarbeit
Risiken4
  • Deregulierung in den revidierten Vorschriften könnte einige Anforderungen senken
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
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8.0Regionale Cluster

Westschweiz

VDGEFRVSNEJU

413 Einheiten mit 2 835 Beschäftigten 2024 in den Klassen sonstige Bauinstallation und Alarmüberwachung (BFS STATENT, NOGA 43.29.02 und 80.20), die meisten aller Regionen; Chubb Sicli hat ihren Sitz in Plan-les-Ouates (GE).

Zürich

ZH

271 Einheiten mit 1 851 Beschäftigten; Certas und Siemens Schweiz haben ihren Sitz in Zürich.

Ostschweiz

SGTGGRSHARAIGL

270 Einheiten mit 1 288 Beschäftigten.

Nordwestschweiz

AGBLBS

243 Einheiten mit 931 Beschäftigten, im Schnitt die kleinsten (3,8 pro Einheit).

Zentralschweiz

LUSZZGOWURNW

239 Einheiten mit 2 526 Beschäftigten, im Schnitt die grössten (10,6 pro Einheit); der Hauptsitz von Siemens Smart Infrastructure und Oeschger Babberger liegen im Kanton Zug.

Bern und Solothurn

BESO

204 Einheiten mit 983 Beschäftigten; Securiton (Zollikofen) und Primus (Lyss) haben ihren Sitz im Kanton Bern.

Tessin

TI

84 Einheiten mit 453 Beschäftigten.

Quellen

Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-10|9 Quellen zitiert

Korrekturen

Zahlen und Aussagen der Ausgabe vom Februar 2026, die diese Ausgabe zurückzieht oder berichtigt, mit Begründung.

  • «Markt von CHF ~1,8 Mrd.», «~350–400 Unternehmen», «~8 000–10 000 Beschäftigte» und «~4–5% Wachstum» zurückgezogen: ohne Quelle, und das BFS führt keine eigene Klasse. Gemessen sind 10 877 Beschäftigte in den verwandten Klassen und CHF 268,1 Mio. Feuerschäden 2024.
  • Chubb Sicli gehört nicht mehr zu Carrier: Die APi Group kaufte Chubb im Januar 2022 von Carrier.
  • Certas ist in Zürich eingetragen, nicht in Bern; «Joint Venture von Securitas und Siemens» zurückgezogen: nicht an der Quelle geprüft. Primus ist in Lyss eingetragen; «gegründet 1926, ~170 Mitarbeitende» zurückgezogen: nicht geprüft.
  • «CHF 205 Mio. Umsatz, 845+ Mitarbeitende» von Securiton zurückgezogen: an der Quelle nicht veröffentlicht.
  • Bosch Building Technologies und Minimax aus der Liste der Marktteilnehmer entfernt: keine Schweizer Zahlen geprüft.

9.0Häufig gestellte Fragen

▶Wie viel ist ein Brandschutzunternehmen in der Schweiz wert?

Die ValIndex-Multiplikatorentabelle setzt den Schweizer Brandschutz bei 6,5–9,5× EBITDA in Transaktionen und 5,5–7,5× EBITDA bei steuerlichen Bewertungen an, hoch für ein Baugewerbe. Firmen mit grossen Wartungs- und Kontrollportfolios und zertifizierten Technikern liegen am oberen Ende; Installateure, die vom Neubau abhängen, tiefer.

▶Was bestimmt den Wert eines Schweizer Brandschutzunternehmens?

Käufer bewerten: (1) den Anteil wiederkehrender Wartungs- und Kontrollumsätze; (2) Zertifizierungen und Zulassungen; (3) Zahl und Kompetenzen der Techniker; (4) Kundenmix und Vertragsdauer; (5) die Abhängigkeit von wenigen Generalunternehmen; (6) Nachfolge und persönliche Zulassungen des Inhabers.

▶Wie gross ist die Schweizer Brandschutzbranche?

Das BFS zählt die Branche nicht separat. Die zwei Klassen, die Brandschutzinstallateure und Alarmempfangszentralen enthalten, zählten 2024 1 737 Einheiten und 10 877 Beschäftigte (NOGA 43.29.02 und 80.20), doch 43.29.02 umfasst auch Aufzugsmonteure. Gemessen ist der Schaden, den die Branche verhindern soll: CHF 268,1 Mio. Feuerschäden an Gebäuden 2024 in 19 Kantonen.

▶Welches sind die wichtigsten Brandschutzunternehmen der Schweiz?

Siemens Schweiz (mit dem Hauptsitz von Smart Infrastructure in Zug), Securiton (Zollikofen, Schweizer Securitas Gruppe), Chubb Sicli (Plan-les-Ouates, APi Group), Certas (Zürich, Alarmempfangszentrale), Primus (Lyss) und Oeschger Babberger (Steinhausen) gehören zu den wichtigsten Anbietern.

▶Was sind die wichtigsten Trends im Schweizer Brandschutz?

Fünf Trends: (1) die Revision der Brandschutzvorschriften auf 2027 verschoben; (2) stabile Feuerschäden von rund CHF 270 Mio. pro Jahr; (3) Siemens ergänzt Wassernebel-Löschtechnik durch Danfoss Fire Safety; (4) internationale Eigentümer für Servicenetze, wie bei APi und Chubb; (5) Konsolidierung in der Schweiz, wie bei Securiton und Si-Electronic.

▶Was sind die grössten Risiken beim Kauf eines Schweizer Brandschutzunternehmens?

Die grössten Risiken sind: (1) Verlust von Zertifizierungen oder Schlüsseltechnikern; (2) Haftung nach einem Brand; (3) Abhängigkeit vom Neubauvolumen; (4) geänderte Anforderungen unter den revidierten Vorschriften; (5) an den Inhaber gebundene Kundenbeziehungen. Die Due Diligence sollte das Wartungsportfolio, Zertifizierungen, Haftpflichtversicherung und Schadenhistorie prüfen.

▶Was ist die Revision der Schweizer Brandschutzvorschriften (BSV 2026)?

Die Totalrevision der Schweizer Brandschutzvorschriften durch die VKF zielt auf risikobasierte Vorschriften. Im Februar 2025 ging das Projekt in eine Konsolidierungsphase, und die Verabschiedung durch das interkantonale Organ IOTH ist nun für März 2027 geplant, später als das ursprüngliche Ziel 2026. Firmen sollten mit Planungs- und Nachrüstarbeit rechnen, sobald die neuen Vorschriften gelten.

▶Wo sind die Schweizer Brandschutzunternehmen angesiedelt?

Gemäss BFS-Zahlen 2024 in den Klassen sonstige Bauinstallation und Alarmüberwachung: Die Westschweiz hat die meisten Einheiten (413, mit 2 835 Beschäftigten), gefolgt von Zürich (271; 1 851), der Ostschweiz (270; 1 288), der Nordwestschweiz (243; 931), der Zentralschweiz (239; 2 526), Bern und Solothurn (204; 983) und dem Tessin (84; 453).

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