1.0Marktüberblick
- 140
- Unternehmen der NOGA 82.91 «Inkassobüros und Auskunfteien» 2024, BFS STATENT – gegenüber 185 im Jahr 2011. Anwaltskanzleien, Treuhänder und interne Kreditabteilungen, die ebenfalls inkassieren, sind anders klassiert.
- 2 051
- Beschäftigte 2024 (1 717 Vollzeitäquivalente), BFS STATENT; rund die Hälfte im Kanton Zürich.
- +3,0%
- Beschäftigungswachstum 2024 (1 992 auf 2 051), BFS STATENT. Seit 2020 ist die Beschäftigung um 31% gewachsen, während die Zahl der Unternehmen sank.
- 3 031 541
- Von den Schweizer Betreibungsämtern 2025 ausgestellte Zahlungsbefehle (BFS, Mai 2026).
- 12 485
- Eröffnete Unternehmenskonkurse 2025, +61,2% – nach der Gesetzesänderung vom 1. Januar 2025, mit der unbezahlte Steuern und andere öffentlich-rechtliche Forderungen gegen eingetragene Unternehmen auf Konkurs betrieben werden.
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz 140 Inkasso & Kreditmanagement-Unternehmen — Unternehmen der NOGA 82.91 «Inkassobüros und Auskunfteien» 2024, BFS STATENT – gegenüber 185 im Jahr 2011. Anwaltskanzleien, Treuhänder und interne Kreditabteilungen, die ebenfalls inkassieren, sind anders klassiert..
2.0Branchenüberblick
Das Inkasso funktioniert in der Schweiz innerhalb des eidgenössischen Betreibungsrechts (SchKG): Gläubiger oder ihre Beauftragten stellen ein Betreibungsbegehren, das kantonale Betreibungsamt stellt einen Zahlungsbefehl aus, und unbezahlte Schulden enden in Pfändung oder Konkurs. Der Umfang ist gross. 2025 stellten die Ämter 3 031 541 Zahlungsbefehle aus und vollzogen 1 547 788 Pfändungen – 828 751 davon Lohnpfändungen –, doch 658 742 Pfändungen blieben ergebnislos. Die Verluste aus Verlustscheinen erreichten fast CHF 1,8 Milliarden, 17,8% mehr (BFS, Mai 2026).
3.0Branchen-Check (SWOT)
- Ein einheitliches nationales Betreibungsrecht (SchKG)
- Viele Schuldner haben nichts Pfändbares: 658 742 ergebnislose Pfändungen 2025
- Mehr Unternehmensinsolvenzen seit der SchKG-Änderung 2025
- Strengere Regeln zu Inkassogebühren und Konsumentenschutz
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Firmenbewertung Inkasso & Kreditmanagement Schweiz
- Steuerlicher Multiplikator (EBITDA)
- 4.0 - 5.5×
- Deal-Multiplikator (EBITDA)
- 5.0 - 7.0×
- Markttrend
- Stabil
Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.
8.0Regionale Cluster
Zürich
32 Unternehmen mit 1 054 Beschäftigten 2024 (BFS STATENT, NOGA 82.91) – 51% der Branche. Intrum, EOS, CRIF und Dun & Bradstreet sind im Kanton eingetragen.
Zentralschweiz
41 Unternehmen mit 371 Beschäftigten; Zug zählt 146, Schwyz 144.
Ostschweiz
13 Unternehmen mit 185 Beschäftigten, fast alle in St. Gallen (176).
Nordwestschweiz
8 Unternehmen mit 171 Beschäftigten; der Aargau zählt 137.
Westschweiz
18 Unternehmen mit 169 Beschäftigten; die Waadt zählt 90, Genf 63.
Bern und Solothurn
9 Unternehmen mit 70 Beschäftigten.
Tessin
4 Unternehmen mit 24 Beschäftigten. Hinweis: Das BFS unterdrückt Unternehmenszahlen in kleinen Kantonen, deshalb ergeben die Regionen 125 der 140 Unternehmen.
Quellen
9.0Häufig gestellte Fragen
▶Wie viel ist ein Inkassounternehmen in der Schweiz wert?
Die ValIndex-Multiplikatorentabelle setzt Schweizer Inkassounternehmen bei 5,0–7,0× EBITDA in Transaktionen und 4,0–5,5× EBITDA bei steuerlichen Bewertungen an. Büros mit langfristigen Mandaten mehrerer Grosskunden, guten Einbringungsquoten und eigenen Daten oder Scoring liegen am oberen Ende; kleine Büros, die an einem Kunden oder am Inhaber hängen, tiefer.
▶Was bestimmt den Wert eines Schweizer Inkassobüros?
Käufer bewerten: (1) Kundenmandate und ihre Dauer; (2) die Kundenkonzentration; (3) Einbringungsquote und Alter des Fallportfolios; (4) Daten- und Scoring-Fähigkeiten; (5) die Einhaltung von Betreibungs- und Datenschutzrecht; (6) die Rolle des Inhabers.
▶Wie gross ist die Schweizer Inkassobranche?
BFS STATENT zählt 2024 140 Inkassobüros und Auskunfteien mit 2 051 Beschäftigten (1 717 Vollzeitäquivalente). Den Umsatz der Branche veröffentlicht das BFS nicht. Das Arbeitsvolumen zeigt die Betreibungsstatistik: 3 031 541 Zahlungsbefehle 2025.
▶Welches sind die wichtigsten Inkassounternehmen und Auskunfteien der Schweiz?
Die grössten sind die Schweizer Gesellschaften internationaler Gruppen: Intrum (Schwerzenbach) und EOS Schweiz (Kloten) im Inkasso sowie CRIF (Zürich) und Dun & Bradstreet Schweiz (Urdorf) bei Wirtschaftsauskünften. Keine davon veröffentlicht Schweizer Zahlen.
▶Was sind die wichtigsten Trends im Schweizer Inkasso?
Fünf Trends: (1) Seit 2025 führen unbezahlte Steuern gegen Unternehmen zum Konkurs – die Unternehmenskonkurse stiegen um 61,2% auf 12 485; (2) mehr als 3 Millionen Zahlungsbefehle pro Jahr; (3) Löhne sind die wichtigste Quelle der Einbringung; (4) die Verluste aus Verlustscheinen stiegen um 17,8% auf fast CHF 1,8 Milliarden; (5) weniger, grössere Firmen.
▶Was sind die grössten Risiken beim Kauf eines Schweizer Inkassobüros?
Die grössten Risiken sind: (1) tiefe Einbringung, wo Schuldner kein Vermögen haben; (2) Abhängigkeit von wenigen Grosskunden; (3) Regulierung von Gebühren und Konsumentenschutz; (4) Datenschutzregeln für Kreditdaten; (5) Reputationsrisiken. Die Due Diligence sollte die Einbringungshistorie des Portfolios, Kundenverträge und Compliance prüfen.
▶Was hat sich 2025 im Schweizer Betreibungsrecht geändert?
Seit dem 1. Januar 2025 werden nach dem revidierten SchKG unbezahlte öffentlich-rechtliche Forderungen wie Steuern gegen im Handelsregister eingetragene Unternehmen auf Konkurs statt auf Pfändung betrieben. 2025 stiegen die Unternehmenskonkurse um 61,2% auf 12 485.
▶Wo sind die Schweizer Inkassobüros angesiedelt?
Rund die Hälfte der Beschäftigung liegt in Zürich (1 054 Beschäftigte 2024), gefolgt von der Zentralschweiz (371, vor allem Zug und Schwyz), der Ostschweiz (185), der Nordwestschweiz (171), der Westschweiz (169), Bern und Solothurn (70) und dem Tessin (24).