BRANCHENREPORT — SEPTEMBER 2026
Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|Aktualisiert |16 Quellen zitiert
Gesundheitswesen

Arztpraxis (Einzel)

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor arztpraxis (einzel) 20 464 Unternehmen, 78 845 Mitarbeitende. (Daten per 2026-09.) Wachstum +2,4%. Transaktionen in der Branche werden typischerweise mit 3–5× EBITDA bewertet. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Wichtigste Erkenntnisse
  • •Deal-Multiplikatoren: 3.0 - 5.0× EBITDA (Trend: stabil)
  • •Wachstumsrate: +2,4%
  • •Aktive Unternehmen: 20 464
  • •Top-Trend: Von der Einzel- zur Gruppenpraxis

1.0Marktüberblick

20 464
Arztpraxis-Einheiten im Jahr 2024: 7 709 Praxen für Allgemeinmedizin (NOGA 86.21) und 12 755 Facharztpraxen (NOGA 86.22), BFS STATENT. Die BFS-Erhebung der Arztpraxen (MAS) zählte Ende 2021, ihrer jüngsten nationalen Veröffentlichung, 17 233 Arztpraxen und ambulante Zentren; die beiden Statistiken zählen Einheiten unterschiedlich.
78 845
Beschäftigte in Praxen für Allgemeinmedizin (34 346) und Facharztpraxen (44 499) im Jahr 2024, entsprechend 55 169 Vollzeitäquivalenten (BFS STATENT). Die FMH zählte 2025 44 612 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, 55% davon hauptberuflich im Praxissektor.
+2,4%
Wachstum der Beschäftigung in Arztpraxen 2024 (Allgemeinpraxen +2,1%, Facharztpraxen +2,6%, BFS STATENT). Seit 2011 stieg die Praxisbeschäftigung um 36%, während die Zahl der Allgemeinpraxen kaum zunahm (7 523 auf 7 709).
Gemäss Val-Index-Analyse von Schweizer Handelsregister- und Bundesdaten (2026) zählt die Schweiz 20 464 Arztpraxis (Einzel)-Unternehmen — Arztpraxis-Einheiten im Jahr 2024: 7 709 Praxen für Allgemeinmedizin (NOGA 86.21) und 12 755 Facharztpraxen (NOGA 86.22), BFS STATENT. Die BFS-Erhebung der Arztpraxen (MAS) zählte Ende 2021, ihrer jüngsten nationalen Veröffentlichung, 17 233 Arztpraxen und ambulante Zentren; die beiden Statistiken zählen Einheiten unterschiedlich..

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Die Schweizer Arztpraxen beschäftigten 2024 laut Bundesamt für Statistik (STATENT) 78 845 Personen in 7 709 Allgemeinpraxen und 12 755 Facharztpraxen. Die FMH zählte 2025 44 612 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, 5% mehr als im Vorjahr; 55% davon arbeiten hauptberuflich im Praxissektor, wo sie im Durchschnitt 54 Jahre alt sind – zehn Jahre älter als im Spital. Ein Drittel der Hausärztinnen und Hausärzte ist 60 oder älter, und 43% der Ärzteschaft haben ihr Diplom im Ausland erworben.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Grösste ChanceKonsolidierung zu Gruppenpraxen
Grösstes RisikoTarifreform
Interne Faktoren
Stärken4
  • Obligatorische Krankenversicherung: 2015 stammten 89% des Ertrags von Einzelunternehmen-Praxen aus der Grundversicherung (BFS MAS)
Schwächen4
  • Die Kosten verzehren den grössten Teil des Ertrags: 72 von 100 Franken bei Einzelunternehmen, 90 bei anderen Rechtsformen (BFS MAS 2015)→ §5.0
Externe Faktoren
Chancen4
  • Konsolidierung zu Gruppenpraxen: Der Anteil der Ärzteschaft in Einzelpraxen sank in zehn Jahren von 56% auf 39%
Risiken4
  • Tarifreform: TARDOC und ambulante Pauschalen verändern seit Januar 2026 den Ertrag je Fachgebiet
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
Market Pulse

Arztpraxis (Einzel) — Vollanalyse freischalten

Markttrends, Kostenstruktur, Schweizer Key Players, Nachfolge-Kontext und regionale Cluster für Arztpraxis (Einzel) — kostenlos mit Market Pulse, unserem Monatsbrief zu Schweizer Transaktionen.

Inklusive einem Brief pro Monat zu Schweizer Transaktionen. Jederzeit abbestellbar.

Bewertungsüberblick

Firmenbewertung Arztpraxis (Einzel) Schweiz

Deal-Multiplikator (EBITDA)
3.0 - 5.0×
Markttrend
Stabil

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

8.0Regionale Cluster

Zürich

ZH

1 230 Allgemein- und 2 608 Facharztpraxen mit 18 004 Beschäftigten im Jahr 2024 – rund 4,7 Beschäftigte pro Einheit, grösser als im Landesdurchschnitt. Medbase und Sanacare haben ihren Sitz in Winterthur.

Genferseeregion

VDGE

1 971 Allgemein- und 3 313 Facharztpraxen mit 13 325 Beschäftigten – die meisten Einheiten aller Regionen, aber nur rund 2,5 Beschäftigte pro Einheit; die Praxen sind hier kleiner.

Nordwestschweiz

BSBLAG

855 Allgemein- und 1 603 Facharztpraxen mit 10 072 Beschäftigten. Der Telemedizin-Anbieter Medgate hat seinen Sitz in Allschwil (BL).

Bern

BE

750 Allgemein- und 1 360 Facharztpraxen mit 9 571 Beschäftigten.

Ostschweiz

SGTGGRARAISHGL

838 Allgemein- und 1 150 Facharztpraxen mit 8 579 Beschäftigten – hier beschäftigen die Allgemeinpraxen noch mehr Personen als die Facharztpraxen.

Westliches Mittelland

FRVSNEJUSO

1 080 Allgemein- und 1 300 Facharztpraxen mit 8 423 Beschäftigten.

Zentralschweiz

LUZGSZUROWNW

540 Allgemein- und 756 Facharztpraxen mit 7 272 Beschäftigten – die grösste durchschnittliche Praxisgrösse, rund 5,6 Beschäftigte pro Einheit. Die Praxis Gruppe Schweiz hat ihren Sitz in Hünenberg (ZG).

Quellen

Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Daten per 2026-09|16 Quellen zitiert

9.0Häufig gestellte Fragen

▶Wie viel ist eine Arztpraxis in der Schweiz wert?

Die ValIndex-Multiplikatorentabelle setzt Einzelpraxen bei 3,0–5,0× EBITDA in Transaktionen und 2,5–3,5× EBITDA bei steuerlichen Bewertungen an. Die Spanne ist breit, weil der Wert einer Praxis davon abhängt, ob die Patientinnen und Patienten nach dem Weggang des Inhabers bleiben: Eine Gruppenpraxis mit mehreren Ärzten, angestelltem Personal und breitem Patientenstamm lässt sich leichter verkaufen als eine Praxis, die an einer Person hängt. Bei über 1 000 Schliessungen ohne Nachfolge in den Jahren 2020–2023 (ZHAW) zählen Standort und Verfügbarkeit einer Nachfolge oft mehr als der Multiplikator.

▶Welche Faktoren bestimmen den Wert einer Schweizer Arztpraxis?

Käufer bewerten: (1) ob die Praxis ohne den Verkäufer funktioniert – Gruppenpraxen und angestellte Ärzte senken das Risiko; (2) den Patientenstamm und den Anteil des KVG-Ertrags, der 2015 bei Einzelunternehmen 89% betrug (BFS); (3) das Fachgebiet und seine Stellung unter den Tarifen 2026; (4) Mietvertrag, Räume und Geräte; (5) die Selbstdispensation von Medikamenten, wo der Kanton sie erlaubt; (6) die regionale Versorgungslage – in Regionen mit wenigen Hausärzten ist eine Praxis leichter ausgelastet, aber schwerer zu besetzen.

▶Wie viele Arztpraxen gibt es in der Schweiz?

BFS STATENT zählte 2024 7 709 Allgemeinpraxen und 12 755 Facharztpraxen, zusammen 20 464, mit 78 845 Beschäftigten. Die BFS-Erhebung der Arztpraxen (MAS) zählte Ende 2021 17 233 Arztpraxen und ambulante Zentren mit 25 439 Ärztinnen und Ärzten; die beiden Statistiken zählen Einheiten unterschiedlich. Die FMH zählte 2025 44 612 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, 55% davon hauptberuflich im Praxissektor.

▶Wie funktioniert die Nachfolge bei Schweizer Arztpraxen?

Die Nachfolge ist schwierig, weil die Inhaber alt sind und der Nachwuchs Anstellungen sucht: Praxisärztinnen und -ärzte sind im Schnitt 54 Jahre alt, ein Drittel der Hausärzte ist 60 oder älter (FMH 2025), und der Anteil der Ärzteschaft in Einzelpraxen sank in zehn Jahren von 56% auf 39%. Übliche Wege sind der Verkauf an eine Kette oder Gruppenpraxis – Medbase, Sanacare, Praxis Gruppe Schweiz –, die Aufnahme jüngerer Partner als Gruppenpraxis oder die Schliessung; die ZHAW zählte 2020–2023 über 1 000 Schliessungen ohne Nachfolge.

▶Was sind die wichtigsten Trends für Schweizer Arztpraxen?

Fünf Trends: (1) Einzelpraxen weichen Gruppenpraxen – nur noch 39% der Ärzteschaft arbeiten allein, 2015 waren es 56%; (2) Hausärztemangel, bis 2035 müssen 40% ersetzt werden (Workforce-Studie 2025); (3) Ketten kaufen Praxen – Medbase wuchs 2025 auf 188 Standorte und CHF 1,37 Milliarden; (4) TARDOC und ambulante Pauschalen seit Januar 2026 und einheitliche Finanzierung (EFAS) ab 2028; (5) Facharztpraxen wachsen am stärksten, +41% seit 2011.

▶Was sind die grössten Risiken beim Kauf einer Arztpraxis?

Die grössten Risiken sind: (1) das Schlüsselpersonenrisiko – Patienten können mit dem Verkäufer gehen; (2) Tarifänderungen durch TARDOC und die ambulanten Pauschalen seit 2026; (3) Personal – medizinische Praxisassistentinnen und Nachfolger sind knapp; (4) die Abhängigkeit von Mietvertrag und Standort; (5) kantonale Zulassungsbeschränkungen für neue Ärztinnen und Ärzte. Die Due Diligence sollte die Ertragsaufteilung nach Leistungen, die Patientenliste, Arbeitsverträge und den Mietvertrag prüfen.

▶Wie sieht die Kostenstruktur einer Schweizer Arztpraxis aus?

Die einzige gemessene nationale Kennzahl ist älter: 2015 verwendeten als Einzelunternehmen organisierte Arztpraxen 72 von 100 erwirtschafteten Franken für den Betriebsaufwand – Personal, Miete, Material und Geräte –, 28 blieben als Einkommen des Inhabers vor Steuern; Praxen mit angestellten Ärzten verwendeten 90 (BFS MAS, veröffentlicht 2018). Das Personal ist der grösste Kostenblock; die Praxisbeschäftigung stieg zwischen 2011 und 2024 um 36% (BFS STATENT).

▶Wo sind die Schweizer Arztpraxen konzentriert?

Zürich hat die meiste Praxisbeschäftigung – 3 838 Einheiten mit 18 004 Beschäftigten im Jahr 2024 –, gefolgt von der Genferseeregion (5 284 Einheiten, 13 325 Beschäftigte, viele kleine Praxen), der Nordwestschweiz (10 072 Beschäftigte) und Bern (9 571). Die Zentralschweiz hat die grössten Praxen mit rund 5,6 Beschäftigten pro Einheit. Die Engpässe sind in Regionen mit wenigen Hausärzten am grössten, wo Schliessungen nicht aufgefangen werden (ZHAW).

Market Pulse

Die Schweizer Deals in Arztpraxis (Einzel) — einmal im Monat

Market Pulse: Schweizer KMU-Transaktionen, Nachfolgesignale und relevante Konkurse aus Handelsregister und Presse, einmal im Monat. Kostenlos.

Inklusive einem Brief pro Monat zu Schweizer Transaktionen. Jederzeit abbestellbar.