BRANCHENREPORTSEPTEMBER 2026
ValIndex Intelligence · Alain Walder, M.A. HSG|Daten per 2026-09|17 Quellen zitiert
MEM: Maschinen & Automation

Firmenbewertung: Werkzeugmaschinenhersteller

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor werkzeugmaschinenhersteller CHF ~10 Mrd., ~1 200 Unternehmen, ~42 000 Mitarbeitende. (Daten per 2026-09.) Rückgang 2.1%. Exportquote: ~85%. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Bewertungsüberblick
Deal-Multiplikator (EBITDA)
5.5 - 8.5×
Markttrend
Stabil

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

Wichtigste Erkenntnisse
  • Marktgrösse: CHF ~10 Mrd.
  • Deal-Multiplikatoren: 5.5 - 8.5× EBITDA (Trend: stabil)
  • Wachstumsrate: -2.1%
  • Aktive Unternehmen: ~1 200
  • Top-Trend: Die grösste Konsolidierung seit einer Generation

1.0Marktüberblick

CHF ~10 Mrd.
Indikativer Produktionswert der Schweizer Werkzeugmaschinenherstellung. Das BFS publiziert auf dieser Granularität keine Umsatzreihe; die Zahl ist daher eine Branchenschätzung. Verifizierbarer Rahmen ist die NOGA-Abteilung 28 (Maschinenbau) mit 1 968 Arbeitsstätten und 79 054 Beschäftigten gemäss BFS STATENT 2024.
~1 200
Geschätzte Zahl Schweizer Werkzeugmaschinenhersteller und Systemintegratoren. Das BFS STATENT publiziert Arbeitsstättenzahlen nur auf Abteilungsebene: Der Maschinenbau (NOGA 28) zählte 2024 1 968 Arbeitsstätten, 21,3% weniger als die 2 500 im Jahr 2012. Werkzeugmaschinen im engeren Sinn (NOGA 28.4) sind eine Untergruppe, die die Reihe nicht ausweist — die Zahl ist somit eine Branchenschätzung und keine Registerzählung.
~42 000
Geschätzte Beschäftigung in Herstellung, Montage und Service von Schweizer Werkzeugmaschinen. Der offizielle Rahmen ist NOGA 28, wo das BFS STATENT 2024 79 054 Beschäftigte ausweist (74 439 Vollzeitäquivalente) — praktisch unverändert gegenüber 79 896 im Jahr 2012, obwohl die Zahl der Arbeitsstätten um ein Fünftel fiel.
~85%
Geschätzter Exportanteil, einer der höchsten aller MEM-Teilbranchen und über den rund 80%, die Swissmem für die gesamte Tech-Industrie ausweist. Im H1 2026 wuchsen die Exporte insgesamt um 1,7%, wobei die EU um 3,4% auf einen Anteil von 57,1% zulegte, während die USA um 5,3% auf 13,8% zurückfielen.
-2.1%
Swissmem-Exportveränderung für Maschinen im H1 2026. Die rückwärtsgerichtete Zahl unterschätzt die Wende: Der Auftragseingang erholt sich branchenweit vor dem Umsatz — StarragTornos schloss 2025 mit einem Book-to-Bill von 1,07 und einem um 3,2% höheren Auftragsbestand, und Bystronic verbuchte Bestellungen von CHF 634,5 Millionen gegenüber CHF 613,2 Millionen Umsatz.

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Die Schweiz gehört zu den führenden Werkzeugmaschinennationen der Welt und rangiert trotz ihrer Grösse in den globalen Top Ten — über CNC-Bearbeitungszentren, Schleifmaschinen, Erodiermaschinen, Lasersysteme und Drehmaschinen hinweg. Der offizielle strukturelle Rahmen ist die NOGA-Abteilung 28 (Maschinenbau), die das BFS STATENT 2024 — publiziert am 20. August 2026 — mit 1 968 Arbeitsstätten und 79 054 Beschäftigten (74 439 Vollzeitäquivalente) ausweist.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Grösstes RisikoUS-Zölle
Interne Faktoren
Stärken5
  • Eine globale Top-Ten-Position bei Werkzeugmaschinen, gebaut auf Präzision, Prozess-Know-how und Serviceerlösen aus der installierten Basis, die Wettbewerber nicht schnell nachbilden können
Schwächen5
  • Die Kapazitätsauslastung von 81,1% im Q2 2026 liegt 4,5 Punkte unter dem Mittel 2015-2025 von 85,6% — Fixkosten werden auf dünnem Volumen getragen→ §5.0
Externe Faktoren
Chancen5
  • Kaufen bei Talsohlengewinnen, während die Frühindikatoren bereits gedreht haben — die zeitliche Lücke zwischen Auftrags- und Umsatzerholung ist das Fenster des Käufers
Risiken5
  • US-Zölle: eine Sequenz von 39% im August 2025 über eine Obergrenze von 15% im November 2025, Section-232-Abgaben von 10-50% auf Stahl, Aluminium und Kupfer ab April 2026 bis zu Section-301-Abgaben von bis zu 12,5% ab 24. Juli 2026
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
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8.0Regionale Cluster

Ostschweiz

SGTGAR

Das Kernland des Werkzeugmaschinenbaus, verankert durch StarragTornos in Rorschacherberg und eine dichte Basis von Linearführungs- und Komponentenlieferanten, darunter Schneeberger in Roggwil. Starke Lehrlingspipelines und Nähe zum süddeutschen Maschinenbaucluster jenseits der Grenze.

Mittelland

BESOAG

Der Korridor für Präzisionsbearbeitung und Schleiftechnik und heute der Schwerpunkt der Branche: UNITED MACHINING SOLUTIONS hat nach der Übernahme von GF Machining Solutions 2025 den Sitz in Bern. Bystronic liegt in Niederönz, Agathon in Bellach und Fehlmann in Seon.

Arc Jurassien

NEJUBE

Mikrobearbeitung und uhrmacherisches Präzisionserbe, mit der weltweit höchsten Dichte mikromechanischer Kompetenz. Tornos in Moutier gehört zu StarragTornos, Willemin-Macodel baut Hochpräzisionszentren in Delémont, und die Bieler Aktivitäten der früheren GF Machining Solutions gehören heute zu UNITED MACHINING SOLUTIONS.

Tessin

TI

Die italienischsprachige Nische der Präzisionsbearbeitung, verankert durch Mikron in Agno, dessen Division Machining Solutions 2025 CHF 132,0 Millionen umsetzte. Grenzüberschreitende Arbeitskräfte- und Lieferantenverflechtungen mit Norditalien prägen die Kostenstruktur hier stärker als irgendwo sonst in der Schweiz.

Quellen

ValIndex Intelligence · Alain Walder, M.A. HSG|Daten per 2026-09|17 Quellen zitiert

9.0Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Werkzeugmaschinenhersteller-Unternehmen in der Schweiz wert?

Ein durchschnittliches Schweizer Werkzeugmaschinenhersteller-Unternehmen wird mit 4.0 - 6.0× EBITDA bei der steuerlichen Bewertung und 5.5 - 8.5× EBITDA bei tatsächlichen Transaktionen bewertet. Die Differenz zwischen steuerlichen und Deal-Multiplikatoren stellt eine wesentliche Arbitrage-Möglichkeit für informierte Käufer dar. Der aktuelle Markttrend ist stabil, mit einer als mittel bewerteten Arbitrage-Spanne. Die tatsächliche Bewertung hängt stark von wiederkehrenden Umsätzen, Kundendiversifikation, Führungstiefe und Anlagenmodernität ab.

Welche Faktoren beeinflussen die Bewertung eines Werkzeugmaschinenhersteller-Unternehmens?

Zu den wichtigsten Bewertungstreibern zählen: Eine globale Top-Ten-Position bei Werkzeugmaschinen, gebaut auf Präzision, Prozess-Know-how und Serviceerlösen aus der installierten Basis, die Wettbewerber nicht schnell nachbilden können; Die Beschäftigung in NOGA 28 ist seit 2012 praktisch unverändert (-1,1%), trotz eines Rückgangs der Arbeitsstätten um 21,3% — die Fähigkeit blieb in der Schweiz und konzentrierte sich. Bewertungsmindernd wirken: Die Kapazitätsauslastung von 81,1% im Q2 2026 liegt 4,5 Punkte unter dem Mittel 2015-2025 von 85,6% — Fixkosten werden auf dünnem Volumen getragen; Starker operativer Hebel nach unten: Der Umsatz von StarragTornos fiel 2025 um 10,5%, das EBIT um 61% auf eine Marge von 1,4%. Deal-Multiplikatoren liegen typischerweise bei 5.5 - 8.5× EBITDA, die tatsächlichen Preise variieren jedoch deutlich je nach Kundenkonzentration, Managementqualität, Umsatzstabilität und geografischer Reichweite in den 26 Schweizer Kantonen.

Wie viele Werkzeugmaschinenhersteller-Unternehmen gibt es in der Schweiz?

Die Schweiz zählt schätzungsweise 1 200 Werkzeugmaschinenhersteller und Systemintegratoren. Diese Zahl ist eine Branchenschätzung und keine Registerzählung: Das BFS STATENT publiziert Arbeitsstättenzahlen nur auf Abteilungsebene, und Werkzeugmaschinen im engeren Sinn (NOGA 28.4) sind eine nicht ausgewiesene Untergruppe. Der verifizierbare Rahmen ist die NOGA-Abteilung 28, Maschinenbau, die das BFS STATENT 2024 — publiziert am 20. August 2026 — mit 1 968 Arbeitsstätten und 79 054 Beschäftigten (74 439 Vollzeitäquivalente) ausweist. Diese Arbeitsstätten liegen 21,3% unter den 2 500 von 2012, während die Beschäftigung von 79 896 nur um 1,1% fiel — die durchschnittliche Arbeitsstätte wuchs damit von 32 auf 40 Beschäftigte. Die Branche hat sich konsolidiert, nicht geschrumpft.

Wie sieht die Nachfolgesituation im Schweizer Werkzeugmaschinenhersteller-Sektor aus?

Der Schweizer Werkzeugmaschinenbau hat eine Generation der Konsolidierung bereits hinter sich, und das Register zeigt es deutlich. Die Arbeitsstätten der NOGA 28 fielen zwischen 2012 und 2024 um 21,3%, von 2 500 auf 1 968, während sich die Beschäftigung kaum bewegte: minus 1,1% von 79 896 auf 79 054. Die durchschnittliche Arbeitsstätte wuchs von 32 auf 40 Beschäftigte. Die Fähigkeit hat die Schweiz nicht verlassen; sie konzentrierte sich auf weniger, grössere Eigentümer. 2025 erreichte diese Logik die Marktspitze. Die UNITED GRINDING Group kaufte GF Machining Solutions von Georg Fischer für CHF 630 Millionen, Vollzug am 30. Juni 2025, und schuf UNITED MACHINING SOLUTIONS — über USD 1,5 Milliarden Umsatz, rund 5 000 Mitarbeitende, mehr als 50 Standorte. Wenn ein kotierter Industriekonzern den Werkzeugmaschinenbau vollständig verlässt und ein Schweizer Wettbewerber die Division aufnimmt, ist das Signal an jeden mittelgrossen Eigentümer eindeutig: Grösse ist heute die verteidigbare Position, und die Käufer sind aktiv. Transaktionsmultiplikatoren liegen in der Branche typischerweise bei 5.5 - 8.5× EBITDA.

Was sind die wichtigsten Markttrends im Schweizer Werkzeugmaschinenhersteller-Sektor?

Sechs Trends prägen den Sektor 2026: (1) Die grösste Konsolidierung seit einer Generation — Die UNITED GRINDING Group übernahm GF Machining Solutions von Georg Fischer für CHF 630 Millionen cash- und schuldenfrei, Vollzug am 30. Juni 2025. (2) Die Aufträge drehen vor dem Umsatz — Die Umsatzzeile liest sich noch wie ein Abschwung, während das Auftragsbuch bereits gedreht hat. (3) Ein Fünftel weniger Arbeitsstätten, gleich viele Beschäftigte — Die Arbeitsstätten der NOGA 28 fielen zwischen 2012 und 2024 um 21,3%, von 2 500 auf 1 968, während sich die Beschäftigung nur um 1,1% bewegte, von 79 896 auf 79 054. (4) Die Auslastung liegt weiter unter dem langjährigen Mittel — Swissmem weist für das Q2 2026 eine Kapazitätsauslastung von 81,1% aus, gegenüber einem Mittel von 85,6% (2015-2025). (5) Service und Software verteidigen die Marge — Das Neumaschinengeschäft ist heftig zyklisch — der Umsatz von StarragTornos fiel 2025 um 10,5%, das EBIT um 61% auf eine Marge von 1,4%. (6) Zölle verändern den Exportmix — Die US-Abgaben bewegten sich in Stufen: 39% im August 2025, eine Obergrenze von 15% im November 2025, ein Section-122-Satz von 10% im Februar 2026, Section-232-Abgaben von 10-50% auf Stahl, Aluminium und Kupfer ab April 2026 und Section-301-Abgaben von bis zu 12,5% ab 24. Juli 2026.

Was sind die Hauptrisiken beim Kauf eines Werkzeugmaschinenhersteller-Unternehmens?

Die wichtigsten Akquisitionsrisiken sind: (1) US-Zölle: eine Sequenz von 39% im August 2025 über eine Obergrenze von 15% im November 2025, Section-232-Abgaben von 10-50% auf Stahl, Aluminium und Kupfer ab April 2026 bis zu Section-301-Abgaben von bis zu 12,5% ab 24. Juli 2026; (2) Die US-Nachfrage schwächt sich bereits ab — Swissmem weist für das H1 2026 einen Exportrückgang in die USA von 5,3% auf einen Anteil von 13,8% aus, nach einem Minus von 7,6% über 2025 mit einem Q4 von -18%; (3) Frankenstärke gegenüber dem Euro, die Frankenmargen auf EU-Verkäufe schmälert, die 57,1% der Exporte ausmachen. Käufer sollten Kundenkonzentration, regulatorische Compliance und Schlüsselpersonen-Abhängigkeiten sorgfältig prüfen. Deal-Multiplikatoren von 5.5 - 8.5× EBITDA können bei erhöhtem Risikoprofil abschlägig ausfallen.

Wie sieht die typische Kostenstruktur von Schweizer Werkzeugmaschinenhersteller-Unternehmen aus?

Die typische Kostenaufschlüsselung eines Schweizer Werkzeugmaschinenhersteller-Unternehmens ist: Material & Komponenten (Gussteile, Spindeln, Linearführungen): 38%, Personalkosten (Engineering, Montage, Service): 30%, F&E und Softwareentwicklung: 8%, Anlagenabschreibungen & Instandhaltung: 7%, Energie, Logistik & Gemeinkosten: 9%, Gewinnmarge (EBITDA): 8%. Material und Zukaufteile — Gussteile, Spindeln, Linearführungen, Steuerungen — dominieren die Kostenbasis, und ihre Preise sind seit April 2026 direkt den US-Abgaben nach Section 232 von 10-50% auf Stahl, Aluminium und Kupfer ausgesetzt. Das strukturelle Problem ist der operative Hebel: Bei einer Kapazitätsauslastung von 81,1% gegenüber einem langjährigen Mittel von 85,6% bringt ein moderater Umsatzrückgang die Marge zum Einsturz. StarragTornos zeigt die Rechnung — ein Umsatzminus von 10,5% im Jahr 2025 führte zu einem EBIT-Minus von 61%, auf 1,4%. Deshalb wiegen die wiederkehrenden Positionen so schwer: Service, Ersatzteile, Retrofit und Software tragen höhere Margen und schwanken nicht mit dem Maschinenzyklus. Ihr Umsatzanteil ist der beste Einzelindikator dafür, ob ein Zielunternehmen seine Marge durch einen Abschwung hält. Diese Benchmarks sind wichtig für Käufer zur Beurteilung der operativen Effizienz und des Margensteigerungspotentials nach der Übernahme.

Welche Regionen sind die wichtigsten Werkzeugmaschinenhersteller-Cluster der Schweiz?

Die wichtigsten Werkzeugmaschinenhersteller-Cluster der Schweiz sind: (1) Ostschweiz (SG, TG, AR) — Das Kernland des Werkzeugmaschinenbaus, verankert durch StarragTornos in Rorschacherberg und eine dichte Basis von Linearführungs- und Komponentenlieferanten, darunter Schneeberger in Roggwil. (2) Mittelland (BE, SO, AG) — Der Korridor für Präzisionsbearbeitung und Schleiftechnik und heute der Schwerpunkt der Branche: UNITED MACHINING SOLUTIONS hat nach der Übernahme von GF Machining Solutions 2025 den Sitz in Bern. (3) Arc Jurassien (NE, JU, BE) — Mikrobearbeitung und uhrmacherisches Präzisionserbe, mit der weltweit höchsten Dichte mikromechanischer Kompetenz. (4) Tessin (TI) — Die italienischsprachige Nische der Präzisionsbearbeitung, verankert durch Mikron in Agno, dessen Division Machining Solutions 2025 CHF 132,0 Millionen umsetzte. Regionale Konzentration beeinflusst Bewertungen, da Unternehmen in etablierten Clustern von Zulieferer-Ökosystemen, spezialisierten Talentpools und Branchennetzwerken profitieren.

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