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Verifiziertes Wissen
Ref: 01.12BEWERTUNG EINER GMBH VS. EINER AG IN DER SCHWEIZ

Wie bewertet man eine GmbH vs. eine AG in der Schweiz?

Alain Walder, M.A. HSG · ValIndex|Published January 2026

Offizielle Position

Die Bewertungsmethodik ist für GmbH und AG identisch, aber die Rechtsform beeinflusst Übertragbarkeit, Käuferkreis und effektive Multiples. Eine AG (Aktiengesellschaft) erzielt typischerweise eine 10-20% Prämie gegenüber einer vergleichbaren GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), da die Aktienübertragung einfacher ist. ### Technische Erklärung #### Identische Kernbewertung Sowohl die Praktikermethode als auch Markt-Multiples gelten unabhängig von der Rechtsform identisch. Ein Präzisionshersteller mit CHF 5 Mio. Umsatz wird gleich bewertet, ob als AG oder GmbH strukturiert. Die finanziellen Fundamentaldaten bestimmen die Zahl. #### Wo die Rechtsform Unterschiede schafft 1. Übertragbarkeit der Anteile * AG: Inhaber- oder Namenaktien können per Indossament oder Eintrag im Aktienbuch übertragen werden. Die Zustimmung des Verwaltungsrats kann bei Namenaktien erforderlich sein (Vinkulierung), ist aber unkompliziert. * GmbH: Die Übertragung erfordert eine notarielle Beurkundung und die Zustimmung einer qualifizierten Mehrheit (2/3) der Gesellschafter an der Gesellschafterversammlung. Diese Hürde reduziert den Käuferkreis und birgt ein Transaktionsrisiko. 2. Einfluss auf den Käuferkreis PE-Fonds und internationale Käufer bevorzugen AG-Strukturen stark. Die Übertragungsanforderung der GmbH erzeugt rechtliche Komplexität und Kosten (Notargebühren CHF 5'000-15'000). Einige institutionelle Käufer werden keine GmbH erwerben und verlangen eine Umwandlung vor dem Closing. 3. Umwandlungsüberlegungen Die Umwandlung GmbH → AG vor dem Verkauf (OR Art. 778ff) kostet typischerweise CHF 10'000-25'000 an Rechts-/Notarkosten und dauert 4-8 Wochen. Bei einem Unternehmenswert über CHF 2 Mio. lohnt sich die Investition fast immer. 4. Mindestkapitalanforderungen * AG: CHF 100'000 (50% einbezahlt) * GmbH: CHF 20'000 (vollständig einbezahlt) Das höhere AG-Kapital signalisiert institutionelle Qualität gegenüber Käufern.

Begründung & Kontext

Wandeln Sie mindestens 12 Monate vor dem Markteintritt in eine AG um. Die Kosten sind im Verhältnis zum Mehrwert trivial. Eine GmbH-zu-AG-Umwandlung signalisiert Professionalität, erweitert den Käuferkreis und beseitigt einen Verhandlungsreibungspunkt. Wir haben Transaktionen erlebt, bei denen allein die GmbH-Struktur einen 15% Abschlag verursachte, weil der Käufer eine Preisreduktion zur Deckung seiner Rechtskosten und des wahrgenommenen Übertragungsrisikos forderte. Die Umwandlung bietet auch die Gelegenheit, das Aktienregister und die Statuten verkaufsbereit aufzuräumen. Falls eine Umwandlung nicht möglich ist, stellen Sie sicher, dass die GmbH-Statuten eine Übertragung mit einfacher Mehrheit erlauben und bereiten Sie ein übertragungsfertiges Rechtspaket für Käufer vor.
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Rechtliche Grundlagen

  • § Obligationenrecht (OR) Art. 620ff (AG) / Art. 772ff (GmbH) / Art. 778ff (Umwandlung)