BRANCHENREPORTSEPTEMBER 2026
ValIndex Intelligence · Alain Walder, M.A. HSG|Daten per 2026-09|11 Quellen zitiert
Industrie & Fertigung

Firmenbewertung: Allgemeine Bearbeitung / Fertigung

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor allgemeine bearbeitung / fertigung CHF 87,4 Mrd., 8'841 Unternehmen, 162'276 Mitarbeitende. (Daten per 2026-09.) Rückgang 2,1%. Exportquote: ~80%. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Bewertungsüberblick
Deal-Multiplikator (EBITDA)
4.0 - 6.0×
Markttrend
Stabil

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

Wichtigste Erkenntnisse
  • Marktgrösse: CHF 87,4 Mrd.
  • Deal-Multiplikatoren: 4.0 - 6.0× EBITDA (Trend: stabil)
  • Wachstumsrate: -2,1%
  • Aktive Unternehmen: 8'841
  • Top-Trend: Erholung der zwei Geschwindigkeiten — sichtbar an den kotierten Namen

1.0Marktüberblick

CHF 87,4 Mrd.
Geschätzter Gesamtumsatz der Schweizer Tech-Industrie (MEM)
8'841
Arbeitsstätten in Metallerzeugnissen und Maschinenbau (NOGA 25+28, BFS STATENT 2024) — von 10'474 im Jahr 2012
162'276
150'464 Vollzeitäquivalente (BFS STATENT 2024)
~80%
Exportanteil der Schweizer Tech-Industrie-Produktion (Swissmem)
-2,1%
Schweizer Maschinen-Exporte, 1. Halbjahr 2026 (Swissmem Q2/2026, BAZG)

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Die allgemeine Zerspanung und Fertigung bildet das Rückgrat der Schweizer Industrieproduktion — CNC-Drehen, -Fräsen, Schleifen und Blechbearbeitung für Endmärkte von der Automobil- bis zur Medizintechnik. Die Schweizer Tech-Industrie (MEM) beschäftigt rund 324'200 Personen und exportiert etwa 80% der Produktion.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Grösste ChanceEuropäische Nachfrage erholt sich
Grösstes RisikoUS-Zollregime
Interne Faktoren
Stärken5
  • Starkes duales Bildungssystem mit rund 20'000 Lernenden in der Schweizer Tech-Industrie (Swissmem)
Schwächen6
  • Starker Franken schwächt die Preiswettbewerbsfähigkeit gegenüber EUR/USD-Konkurrenten
Externe Faktoren
Chancen5
  • Europäische Nachfrage erholt sich: EU-Exporte +3,4% im 1. Halbjahr 2026, Österreich +20,5% und Italien +5,6% (Swissmem Q2/2026)
Risiken5
  • US-Zollregime: Section-301-Zölle von bis zu 12,5% seit dem 24. Juli 2026, nach dem 39%-Schock vom August 2025 (SECO)
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum

4.0Wichtige Trends

1

Erholung der zwei Geschwindigkeiten — sichtbar an den kotierten Namen

2,5%

Die Umsätze der Schweizer Tech-Industrie stiegen im 1. Halbjahr 2026 um 2,5%, und das KOF-Barometer erreichte im August 106,7 Punkte — den höchsten Stand seit zwei Jahren. Doch die KMU-Umsätze sanken um 3,8%, und der Industrie-PMI lag mit 49,0 weiter im Kontraktionsbereich. Die kotierten Akteure machen die Spaltung greifbar: Die Bossard Group überschritt 2025 mit +8,6% und 10% EBIT-Marge die Milliardengrenze, während Bystronic bei CHF 613,2 Mio. Nettoumsatz ein bereinigtes EBIT von CHF -19,8 Mio. auswies, nachdem über CHF 60 Mio. Jahreskosten gestrichen worden waren. Da die Zerspanung ganz überwiegend ein KMU-Sektor ist, ist die Schlagzeile für die meisten Betriebe nicht die Betriebsrealität.

2

Die Exportkarte hat sich gedreht: Amerika zu, Europa offen

5,3%

Im 1. Halbjahr 2026 fielen die Schweizer Tech-Exporte in die USA um 5,3% und nach China um 3,1%, während die EU — weiterhin 57,1% aller Exporte — um 3,4% wuchs, angeführt von Österreich mit +20,5% und Italien mit +5,6%. Deutschland, mit 23,1% grösster Einzelmarkt, kehrte nach dem Rückgang von 2024 mit +2,2% ins Wachstum zurück. Maschinen und mechanische Apparate lagen im Halbjahr bei -2,1%. Betriebe, die 2024/25 amerikanische Kanäle als Absicherung gegen europäische Schwäche aufgebaut haben, sind heute in die falsche Richtung abgesichert.

3

Die Zölle treffen die Zerspanung von der Beschaffungsseite

39%

Die US-Zollsequenz — 39% im August 2025, durch das Abkommen vom November 2025 auf 15% gedeckelt, ab Februar 2026 eine Section-122-Basis von 10%, ab 24. Juli 2026 Section-301-Zölle von bis zu 12,5% — dämpfte die Nachfrage. Für die Zerspanung wiegt jedoch Section 232 schwerer: Seit April 2026 gelten Zölle von 10-50% auf Stahl, Aluminium und Kupfer, und Metall ist der dominierende variable Kostenblock eines Lohnfertigers. Betriebe mit Festpreis-Rahmenverträgen über mehrmonatige Lieferzeiten tragen dieses Risiko direkt in der Marge.

4

Service und Retrofit: die einzige wachsende Nachbarbranche

7,9%

Während die Produktionsbranchen schrumpfen, wächst die Reparatur und Installation von Maschinen. BFS STATENT 2024 zeigt für NOGA 33 seit 2012 ein Plus von 7,9% bei den Arbeitsstätten und 14,1% bei der Beschäftigung — die einzige fertigungsnahe Abteilung, die in beiden Grössen wächst. Für einen Lohnfertiger mit dünnen Margen in der Auftragsfertigung ist Service-, Retrofit- und Wartungsumsatz damit keine Randerscheinung, sondern die nachweisbare strukturelle Wachstumsnische der Schweizer Industrie — mit stabileren Kundenbeziehungen, die die Bewertung stützen.

5

Konsolidierung in weniger, grössere Betriebe

15,6%

BFS STATENT 2024 zählt 8'841 Arbeitsstätten in Metallerzeugnissen und Maschinenbau, 15,6% weniger als die 10'474 von 2012, während die Beschäftigung nur um 4,4% sank. Allein der Maschinenbau (NOGA 28) verlor 21,3% seiner Arbeitsstätten bei praktisch stabiler Beschäftigung. Das Ingenieurwesen hat mit 15,5% den höchsten Nachfolgebedarf aller Schweizer Branchen, und rund 1'800 Schweizer KMU schliessen jährlich wegen gescheiterter Nachfolge. Die Kapazität verlässt die Schweiz nicht — sie konzentriert sich, und das ist zugleich die Akquisitionspipeline und die Wettbewerbsuhr.

5.0Kostenstruktur-Benchmark

30%
38%
10%
10%
Rohmaterialien30%
Stahl, Aluminium, Legierungen
Personalkosten38%
Anlagenabschreibungen10%
CNC-Maschinen
Energie & Betriebsmittel5%
Sonstige Betriebskosten10%
Gewinnmarge7%
EBITDA

Basierend auf Schweizer MEM-Branchendurchschnitten. Allgemeine Bearbeitung hat typischerweise höhere Personalkosten als Präzisionswerkzeuge aufgrund geringerer Automatisierung. Margen 2024 durch Volumenrückgänge komprimiert.

Market Pulse

Allgemeine Bearbeitung / Fertigung — Vollanalyse freischalten

Schweizer Key Players, Nachfolge-Kontext und regionale Cluster für Allgemeine Bearbeitung / Fertigung — kostenlos zum Market Pulse anmelden.

Kostenloser wöchentlicher Newsletter. Jederzeit kündbar.

9.0Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Allgemeine Bearbeitung / Fertigung-Unternehmen in der Schweiz wert?

Ein durchschnittliches Schweizer Allgemeine Bearbeitung / Fertigung-Unternehmen wird mit 3.0 - 4.0× EBITDA bei der steuerlichen Bewertung und 4.0 - 6.0× EBITDA bei tatsächlichen Transaktionen bewertet. Die Differenz zwischen steuerlichen und Deal-Multiplikatoren stellt eine wesentliche Arbitrage-Möglichkeit für informierte Käufer dar. Der aktuelle Markttrend ist stabil, mit einer als mittel bewerteten Arbitrage-Spanne. Die tatsächliche Bewertung hängt stark von wiederkehrenden Umsätzen, Kundendiversifikation, Führungstiefe und Anlagenmodernität ab.

Welche Faktoren beeinflussen die Bewertung eines Allgemeine Bearbeitung / Fertigung-Unternehmens?

Zu den wichtigsten Bewertungstreibern zählen: Starkes duales Bildungssystem mit rund 20'000 Lernenden in der Schweizer Tech-Industrie (Swissmem); Hoher Automatisierungsgrad — Schweizer Zerspanungsbetriebe zählen weltweit zu den kapitalintensivsten. Bewertungsmindernd wirken: Starker Franken schwächt die Preiswettbewerbsfähigkeit gegenüber EUR/USD-Konkurrenten; Industrie-PMI weiterhin unter 50 (49,0 im August 2026) nach fast vier Jahren Kontraktion. Deal-Multiplikatoren liegen typischerweise bei 4.0 - 6.0× EBITDA, die tatsächlichen Preise variieren jedoch deutlich je nach Kundenkonzentration, Managementqualität, Umsatzstabilität und geografischer Reichweite in den 26 Schweizer Kantonen.

Wie viele Allgemeine Bearbeitung / Fertigung-Unternehmen gibt es in der Schweiz?

Die Schweiz zählte im Referenzjahr 2024 8'841 Arbeitsstätten in Metallerzeugnissen und Maschinenbau (NOGA-Abteilungen 25 und 28), die zusammen die allgemeine Zerspanung und Lohnfertigung abdecken — gemäss BFS STATENT 2024, publiziert im August 2026. Sie beschäftigen 162'276 Personen bzw. 150'464 Vollzeitäquivalente. Die Konsolidierung ist ausgeprägt und asymmetrisch: Die Zahl der Arbeitsstätten sank um 15,6% von 10'474 im Jahr 2012, die Beschäftigung jedoch nur um 4,4%. Allein der Maschinenbau (NOGA 28) verlor 21,3% seiner Arbeitsstätten bei praktisch stabiler Beschäftigung (-1,1%). Die Kapazität verlässt die Schweiz nicht — sie konzentriert sich in weniger, grösseren Betrieben, getrieben von Konsolidierung und von rund 1'800 Schweizer KMU, die jährlich wegen gescheiterter Nachfolge schliessen.

Wie sieht die Nachfolgesituation im Schweizer Allgemeine Bearbeitung / Fertigung-Sektor aus?

Die allgemeine Bearbeitung steht im Zentrum der Schweizer Nachfolgewelle. Ingenieurwesen und Fertigung haben mit 15,5% den höchsten Nachfolgebedarf aller Sektoren. Viele Bearbeitungsbetriebe wurden im industriellen Nachkriegsboom der 1960er-80er Jahre gegründet und die Eigentümer sind nun in ihren 60ern und 70ern. Die Kapitalintensität (CNC-Maschinen im Wert von CHF 200K-1M) und die spezialisierten Anforderungen an die Belegschaft erschweren die Nachfolge. Anders als bei Präzisionswerkzeugen fehlt es oft an eigenem geistigem Eigentum, was die Bewertung stärker von Kundenbeziehungen und Maschinenzustand abhängig macht. Transaktionsmultiplikatoren liegen in der Branche typischerweise bei 4.0 - 6.0× EBITDA.

Was sind die wichtigsten Markttrends im Schweizer Allgemeine Bearbeitung / Fertigung-Sektor?

Fünf Trends prägen den Sektor 2026: (1) Erholung der zwei Geschwindigkeiten — sichtbar an den kotierten Namen — Die Umsätze der Schweizer Tech-Industrie stiegen im 1. Halbjahr 2026 um 2,5%, und das KOF-Barometer erreichte im August 106,7 Punkte — den höchsten Stand seit zwei Jahren. (2) Die Exportkarte hat sich gedreht: Amerika zu, Europa offen — Im 1. Halbjahr 2026 fielen die Schweizer Tech-Exporte in die USA um 5,3% und nach China um 3,1%, während die EU — weiterhin 57,1% aller Exporte — um 3,4% wuchs, angeführt von Österreich mit +20,5% und Italien mit +5,6%. (3) Die Zölle treffen die Zerspanung von der Beschaffungsseite — Die US-Zollsequenz — 39% im August 2025, durch das Abkommen vom November 2025 auf 15% gedeckelt, ab Februar 2026 eine Section-122-Basis von 10%, ab 24. (4) Service und Retrofit: die einzige wachsende Nachbarbranche — Während die Produktionsbranchen schrumpfen, wächst die Reparatur und Installation von Maschinen. (5) Konsolidierung in weniger, grössere Betriebe — BFS STATENT 2024 zählt 8'841 Arbeitsstätten in Metallerzeugnissen und Maschinenbau, 15,6% weniger als die 10'474 von 2012, während die Beschäftigung nur um 4,4% sank.

Was sind die Hauptrisiken beim Kauf eines Allgemeine Bearbeitung / Fertigung-Unternehmens?

Die wichtigsten Akquisitionsrisiken sind: (1) US-Zollregime: Section-301-Zölle von bis zu 12,5% seit dem 24. Juli 2026, nach dem 39%-Schock vom August 2025 (SECO); (2) Section-232-Zölle von 10-50% auf Stahl, Aluminium und Kupfer seit April 2026 — direkter Materialkostenschlag für metallintensive Zerspanung; (3) Schweizer Tech-Exporte in die USA fielen im 1. Halbjahr 2026 um 5,3%, nach China um 3,1% (Swissmem Q2/2026). Käufer sollten Kundenkonzentration, regulatorische Compliance und Schlüsselpersonen-Abhängigkeiten sorgfältig prüfen. Deal-Multiplikatoren von 4.0 - 6.0× EBITDA können bei erhöhtem Risikoprofil abschlägig ausfallen.

Wie sieht die typische Kostenstruktur von Schweizer Allgemeine Bearbeitung / Fertigung-Unternehmen aus?

Die typische Kostenaufschlüsselung eines Schweizer Allgemeine Bearbeitung / Fertigung-Unternehmens ist: Rohmaterialien (Stahl, Aluminium, Legierungen): 30%, Personalkosten: 38%, Anlagenabschreibungen (CNC-Maschinen): 10%, Energie & Betriebsmittel: 5%, Sonstige Betriebskosten: 10%, Gewinnmarge (EBITDA): 7%. Basierend auf Schweizer MEM-Branchendurchschnitten. Allgemeine Bearbeitung hat typischerweise höhere Personalkosten als Präzisionswerkzeuge aufgrund geringerer Automatisierung. Margen 2024 durch Volumenrückgänge komprimiert. Diese Benchmarks sind wichtig für Käufer zur Beurteilung der operativen Effizienz und des Margensteigerungspotentials nach der Übernahme.

Welche Regionen sind die wichtigsten Allgemeine Bearbeitung / Fertigung-Cluster der Schweiz?

Die wichtigsten Allgemeine Bearbeitung / Fertigung-Cluster der Schweiz sind: (1) Mittelland (BE, SO, AG) — Traditionelles Zentrum der Metallbearbeitung mit starker Lehrlingsinfrastruktur. (2) Ostschweiz (SG, TG, AR) — Werkzeugmaschinen- und Komponentenfertigungs-Cluster. Nähe zu österreichischen und deutschen Lieferketten. (3) Nordwestschweiz (BL, BS, AG) — Metallbearbeitungs-Cluster um Basel. Fischer Reinach, Härterei Gerster. (4) Zentralschweiz (LU, ZG, SZ) — Wachsender Fertigungsstandort mit günstigen Steuerbedingungen. Regionale Konzentration beeinflusst Bewertungen, da Unternehmen in etablierten Clustern von Zulieferer-Ökosystemen, spezialisierten Talentpools und Branchennetzwerken profitieren.

Bewerten Sie Ihr Allgemeine Bearbeitung / Fertigung-Unternehmen

Erhalten Sie einen forensischen Bewertungsbericht mit standortspezifischen Marktdaten und vergleichbaren Transaktionen.

Bewertung starten