Konkurswelle trifft etablierte Firmen, nicht leere Hüllen
Neuchâtel, 25. September 2026 – Die Rekordzahl an Firmenkonkursen ist keine Bereinigung von Briefkastenfirmen. Das zeigt eine Auswertung aller Konkurspublikationen im Schweizerischen Handelsamtsblatt seit 2016 durch ValIndex Research. Sieben von zehn zusätzlichen Konkursen betreffen Unternehmen, die mindestens fünf Jahre alt sind.
- Verdoppelung: Vom 1. Januar bis 24. September 2026 gingen 9'225 Unternehmen in Konkurs, gegenüber 4'598 in derselben Periode 2024 (+40% gegenüber 2025).
- Etablierte Firmen: 69% des Anstiegs entfallen auf Unternehmen, die mindestens fünf Jahre alt sind; Firmen unter zwei Jahren machen 10% aus.
- Keine leeren Hüllen: 47% der Konkurse aus dem ersten Quartal 2026 wurden mangels Aktiven eingestellt, weniger als vor der Reform (52% im Schnitt 2019–2022).
- Kantone: Genf (+172%), Zug (+168%) und Wallis (+146%) mehr als verdoppelt; Solothurn +27%.
«Die Reform trifft Firmen, die jahrelang Steuern und Sozialbeiträge mitgeschleppt haben. Mehr als die Hälfte dieser Konkurse wird nicht mangels Aktiven eingestellt. Für Käufer heisst das: mehr Betriebe und Aktiven, die über Konkursämter verkauft werden.»
Hintergrund
Seit dem 1. Januar 2025 können Steuerämter und Sozialversicherungen Firmen für öffentlich-rechtliche Forderungen in den Konkurs treiben (Bundesgesetz über die Bekämpfung des missbräuchlichen Konkurses, AS 2023 628). Die Welle setzte im Mai 2025 ein, fünf Monate nach Inkrafttreten.
Zur vollständigen Studie mit Methodik und Daten →Medienkontakt
Alain Walder
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Über ValIndex
ValIndex erfasst Schweizer Privatunternehmen aus dem Handelsregister und dem Schweizerischen Handelsamtsblatt und veröffentlicht wöchentlich den Market Pulse zu Schweizer M&A- und Registeraktivität.