BRANCHENREPORTSEPTEMBER 2026
ValIndex Intelligence · Alain Walder, M.A. HSG|Daten per 2026-09|21 Quellen zitiert
MEM: High-Tech, Luft-/Raumfahrt & Lieferkette

Firmenbewertung: Medizinische Auftragsfertigung

Laut der Val-Index-Analyse der Schweizer Handelsregisterdaten umfasst der Schweizer Sektor medizinische auftragsfertigung CHF ~6.8 Mrd., ~1 400 Unternehmen, ~63 000 Mitarbeitende. (Daten per 2026-09.) Rückgang 1,8%. Exportquote: ~92%. Dieser Bericht deckt SWOT-Analyse, Kostenstruktur-Benchmarks, Schlüsselakteure, Nachfolgekontext und regionale Cluster in allen 26 Kantonen ab.

Bewertungsüberblick
Deal-Multiplikator (EBITDA)
7.0 - 10.0×
Markttrend
Steigend

Indikative Bandbreiten auf Basis von Marktforschung. Tatsächliche Multiplikatoren variieren je nach Unternehmensgrösse, Wachstum und Marktbedingungen.

Wichtigste Erkenntnisse
  • Marktgrösse: CHF ~6.8 Mrd.
  • Deal-Multiplikatoren: 7.0 - 10.0× EBITDA (Trend: steigend)
  • Wachstumsrate: -1,8%
  • Aktive Unternehmen: ~1 400
  • Top-Trend: Der US-Zoll auf Schweizer Medtech ist heute produktspezifisch: 12,5% oder der MFN-Satz

1.0Marktüberblick

CHF ~6.8 Mrd.
Indikativer Umsatz der Schweizer Medizinproduktefertigung und Auftragsproduktion. Zur Vintage: Die Referenzquelle der Branche, die SMTI-Branchenstudie von Swiss Medtech, publiziert ihre Ausgabe 2026 am 9. September 2026 in Bern; jede vor diesem Datum zitierte Zahl — auch diese — liegt vor der aktuellen Studie.
~1 400
Geschätzte Zahl der Schweizer Medizinproduktehersteller und Auftragsfertiger. Swiss Medtech gibt an, dass 95% der Branche KMU sind — die für die Nachfolge entscheidende Strukturtatsache. Die nächstliegende Messgrösse ist die STATENT 2024 des BFS (publiziert am 20.08.2026): 3 752 Arbeitsstätten in der NOGA-Abteilung 32 "Herstellung von sonstigen Waren", die neben medizinischen und zahnmedizinischen Instrumenten auch Schmuck, Sportartikel und Musikinstrumente enthält.
~63 000
Geschätzte Beschäftigung über Schweizer Medtech-Fertigung, F&E und verbundene Dienstleistungen. Die NOGA-Abteilung 32, die nächstliegende Messkategorie, zählte in der STATENT 2024 30 364 Beschäftigte — +2,0% gegenüber 2022 und +14,6% gegenüber 2012, gegenüber Maschinenbau -1,1% und elektrischen Ausrüstungen -24,0% im gleichen Zeitraum.
~92%
Geschätzte Exportquote, eine der höchsten aller Schweizer Branchen. Swiss Medtech berichtet, dass Warenexporte der Branche 11,9% des positiven Handelsbilanzsaldos der Schweiz ausmachen — die gemessene Version derselben Aussage.
-1,8%
Veränderung der Swissmem-Medtech-Exporte im 1. Halbjahr 2026 — die frischeste publizierte branchenspezifische Zahl. Die im Februar 2026 geführten 4,2% liessen sich nicht belegen. Der breitere amtliche Näherungswert zeigt in die andere Richtung: Die Beschäftigung der NOGA-Abteilung 32 stieg zwischen STATENT 2022 und 2024 um 2,0%. Die am 9. September 2026 publizierte SMTI-Branchenstudie 2026 von Swiss Medtech ist die massgebliche Aktualisierung.

2.0Branchenüberblick

Marktumfang

Die Schweizer Medizintechnikfertigung verbrachte 2025 und 2026 damit, ein Zollregime zu verarbeiten, das sich viermal änderte. Das Zollportal von Swiss Medtech hält die Abfolge fest: Ende Februar 2026 entschied der US Supreme Court, dass die unter Notstandsbefugnissen verhängten reziproken Zölle unrechtmässig waren; während einer 150-tägigen Übergangsfrist galt für Importe in die USA aus allen Ländern ein pauschaler Zusatzzoll von 10 Prozent; und mit Ablauf dieser Frist am 24. Juli 2026 trat für Importe aus der Schweiz ein neuer Satz von 12,5 Prozent in Kraft, gestützt auf die Section-301-Untersuchung zu Zwangsarbeit. Für die Medtech ist die Belastung nun produktspezifisch: Liegt der Meistbegünstigungssatz unter 12,5 Prozent, gilt der Section-301-Satz von 12,5 Prozent; ist der MFN-Satz höher, bleibt dieser bestehen. Am 30. Juni 2026 reichte der Bundesrat beim US-Handelsbeauftragten eine Stellungnahme für Rechtssicherheit ein, mit vereinfachter Anerkennung von US-Standards für Konformitätsbewertungsstellen und Medizinprodukte unter den Anliegen; als entscheidend bezeichnet werden die beidseitige Einhaltung des im November zuvor geschlossenen Joint Statement und ein Maximalsatz von 15 Prozent.

3.0Branchen-Check (SWOT)

Interne Faktoren
Stärken5
  • Zertifizierung ist ein dauerhafter Burggraben. ISO-13485-Qualitätssysteme, EU-MDR-Dokumentation, Swissmedic-Aufsicht und Kundenfreigaben brauchen Jahre und wandern nicht mit einer günstigeren Offerte mit.
Schwächen5
  • Zollrisiko, das sich in achtzehn Monaten viermal änderte. Seit dem 24. Juli 2026 gilt für Importe aus der Schweiz ein Section-301-Satz von 12,5%, wo der Meistbegünstigungssatz tiefer liegt, und der höhere MFN-Satz, wo er es nicht tut — die Belastung unterscheidet sich also von Produkt zu Produkt und lässt sich nicht als eine einzige Zahl planen.
Externe Faktoren
Chancen5
  • Die Stellungnahme des Bundesrates an den US-Handelsbeauftragten vom 30. Juni 2026 verlangt ausdrücklich eine vereinfachte Anerkennung von US-Standards für Konformitätsbewertungsstellen und Medizinprodukte, was die Doppelzertifizierungskosten Schweizer Hersteller direkt senken würde.→ §5.0
Risiken5
  • Die Section-301-Unsicherheit bleibt. Swiss Medtech weist darauf hin, dass laufende US-Section-301-Untersuchungen über den ab 24. Juli 2026 geltenden Satz von 12,5% hinaus weitere handelspolitische Massnahmen nach sich ziehen könnten.
Branchenausblick
DefensivAusgeglichenWachstum
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8.0Regionale Cluster

Bern und Biel/Bienne

BE

Der dichteste Medtech-Korridor der Schweiz und jener, in dem sich Uhrmacherpräzision am direktesten in Medizinproduktefertigung übersetzt hat. Die Ypsomed AG in Burgdorf baut Selbstinjektions- und Infusionssysteme; die Cendres+Métaux SA in Biel/Bienne liefert Edelmetalllegierungen sowie dentale und medizinische Komponenten; die ebenfalls in Biel/Bienne ansässige MPS Micro Precision Systems AG fertigt Miniaturlager und mikromechanische Baugruppen für Geräte und Instrumente.

Solothurner Implantatgürtel

SO

Orthopädische Implantate und regulierte Auftragsfertigung. Die Mathys AG Bettlach in Bettlach baut Hüft-, Knie- und Schulterendoprothetik samt Instrumenten, und die Jabil Switzerland Manufacturing GmbH in Hägendorf betreibt Auftragsfertigung für Healthcare und andere regulierte Märkte. Der Wert des Clusters liegt in validierten Prozessen und Audithistorie, nicht in Maschinenkapazität.

Region Basel

BSBL

Implantatsysteme neben dem Pharmacluster. Die Medartis AG und die Medartis Holding AG sind in Basel eingetragen und bauen Osteosyntheseplatten und -schrauben für die kraniomaxillofaziale und Extremitätenchirurgie; Medartis gewann den Swiss Medtech Award 2026. Der Talentpool für Regulatory und Clinical Affairs wird hier mit der Pharma geteilt — Vorteil und Lohndruck zugleich.

Jurabogen und Genferseeraum

JUNEGE

Chirurgische Instrumente und Implantate am französischsprachigen Ende des Landes. Die Bien-Air Surgery SA in Le Noirmont (JU) baut chirurgische Motorsysteme und Handstücke, mit verbundenen Bien-Air-Einheiten in Biel/Bienne; die SpineArt SA in Plan-les-Ouates (GE) fertigt Wirbelsäulenimplantate und Instrumentensets; und die Jabil Switzerland Manufacturing GmbH hält eine eingetragene Zweigniederlassung in Le Locle (NE).

Quellen

Zefix — Swiss Central Business Name Index (register status and seats of Ypsomed, Medartis, Mathys AG Bettlach, Cendres+Métaux, Bien-Air Surgery, SpineArt, Jabil Switzerland Manufacturing, MPS Micro Precision Systems)Swiss Medtech — US Tariffs portal: Supreme Court ruling end of February 2026, 150-day 10% transition, 12.5% Section 301 rate for Switzerland from 24.07.2026, Federal Council statement to the USTR of 30.06.2026Swiss Medtech — Significance of the industry (medtech goods exports account for 11.9% of Switzerland's positive trade balance; innovation cycle 18-36 months)Swiss Medtech — Facts and figures (95% of the industry are SMEs; 40% women)Swiss Medtech — news and events, including publication of the SMTI 2026 industry study on 9 September 2026 in BernSwiss Medtech Award — Medartis, winner 2026BFS STATENT — establishments and employment by NOGA division (2024, published 20.08.2026); division 32 contains medical and dental instrumentsSwissmem — Tech Industry Key Figures Q2/2026 (medtech exports -1.8% H1 2026; capacity utilisation 81.1% vs 85.6% long-run average)Swissmem — Selective recovery with significant downside risks in the tech industry (Q2 2026)European Commission — medical devices: new regulations (MDR/IVDR)Swissmedic — Swiss Agency for Therapeutic ProductsSwitzerland Global Enterprise — Swiss medical technology industry fact sheetYpsomed — self-injection and infusion systems, Burgdorf (BE)Medartis — osteosynthesis systems, BaselMathys — orthopaedic implants and instruments, Bettlach (SO)Bien-Air — surgical and dental motor systems, Le Noirmont (JU) and Biel/BienneSpineart — spinal implants and instrument kits, Plan-les-Ouates (GE)Jabil Healthcare — contract manufacturing for regulated markets; Swiss entities in Hägendorf (SO), Le Locle (NE) and ZugMPS Micro Precision Systems — miniature bearings and micro-mechanical assemblies, Biel/BienneKPMG — Clarity on Swiss Mergers & AcquisitionsSECO — Swiss-US trade relations and tariff timeline
ValIndex Intelligence · Alain Walder, M.A. HSG|Daten per 2026-09|21 Quellen zitiert

9.0Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Medizinische Auftragsfertigung-Unternehmen in der Schweiz wert?

Ein durchschnittliches Schweizer Medizinische Auftragsfertigung-Unternehmen wird mit 5.5 - 7.5× EBITDA bei der steuerlichen Bewertung und 7.0 - 10.0× EBITDA bei tatsächlichen Transaktionen bewertet. Die Differenz zwischen steuerlichen und Deal-Multiplikatoren stellt eine wesentliche Arbitrage-Möglichkeit für informierte Käufer dar. Der aktuelle Markttrend ist steigend, mit einer als mittel bewerteten Arbitrage-Spanne. Die tatsächliche Bewertung hängt stark von wiederkehrenden Umsätzen, Kundendiversifikation, Führungstiefe und Anlagenmodernität ab.

Welche Faktoren beeinflussen die Bewertung eines Medizinische Auftragsfertigung-Unternehmens?

Zu den wichtigsten Bewertungstreibern zählen: Zertifizierung ist ein dauerhafter Burggraben. ISO-13485-Qualitätssysteme, EU-MDR-Dokumentation, Swissmedic-Aufsicht und Kundenfreigaben brauchen Jahre und wandern nicht mit einer günstigeren Offerte mit; Eine der höchsten Exportquoten aller Schweizer Branchen: Swiss Medtech berichtet, dass Warenexporte des Sektors 11,9% des positiven Handelsbilanzsaldos der Schweiz ausmachen. Bewertungsmindernd wirken: Zollrisiko, das sich in achtzehn Monaten viermal änderte. Seit dem 24. Juli 2026 gilt für Importe aus der Schweiz ein Section-301-Satz von 12,5%, wo der Meistbegünstigungssatz tiefer liegt, und der höhere MFN-Satz, wo er es nicht tut — die Belastung unterscheidet sich also von Produkt zu Produkt und lässt sich nicht als eine einzige Zahl planen; Der Regulierungsaufwand ist strukturell und steigt. EU-MDR-Konformität, Swissmedic-Aufsicht, FDA-Registrierung und der bis 2027 laufende Cyber-Resilience-Act-Übergang fallen alle in dieselbe Qualitätsorganisation, die in einer KMU aus einer Handvoll Personen besteht. Deal-Multiplikatoren liegen typischerweise bei 7.0 - 10.0× EBITDA, die tatsächlichen Preise variieren jedoch deutlich je nach Kundenkonzentration, Managementqualität, Umsatzstabilität und geografischer Reichweite in den 26 Schweizer Kantonen.

Wie viele Medizinische Auftragsfertigung-Unternehmen gibt es in der Schweiz?

Eine offizielle Zahl der Schweizer Medizinproduktehersteller existiert nicht; die häufig zitierten rund 1 400 Firmen — auch in der Februar-2026-Ausgabe dieses Berichts — sind eine Schätzung. Was Swiss Medtech publiziert, ist die entscheidende Strukturtatsache: 95% der Branche sind KMU. Die nächstliegende Messgrösse ist die STATENT 2024 des BFS, publiziert am 20. August 2026: 3 752 Arbeitsstätten und 30 364 Beschäftigte in der NOGA-Abteilung 32 "Herstellung von sonstigen Waren" — jener Abteilung, die medizinische und zahnmedizinische Instrumente enthält, aber auch Schmuck, Sportartikel und Musikinstrumente; sie ist damit eine Obergrenze und keine Zählung. Die Beschäftigung der Abteilung 32 liegt +2,0% über 2022 und +14,6% über 2012, während der Maschinenbau 1,1% und die elektrischen Ausrüstungen 24,0% im gleichen Zwölfjahreszeitraum verloren. Zwei Vorbehalte zur Vintage: Die SMTI-Branchenstudie von Swiss Medtech publiziert ihre Ausgabe 2026 am 9. September 2026 in Bern. September 2026 in Bern; jede vorher zitierte Sektorzahl liegt vor der aktuellen Studie. Und das Handelsregister ist die verlässliche Prüfung jedes Einzelnamens — für eine Rüeger SA, in früheren Ausgaben dieses Berichts als Hauptakteur geführt, besteht kein Schweizer Eintrag, und Jabils Schweizer Betriebe sind die Jabil Switzerland Manufacturing GmbH in Hägendorf (SO) mit eingetragener Zweigniederlassung in Le Locle.

Wie sieht die Nachfolgesituation im Schweizer Medizinische Auftragsfertigung-Sektor aus?

Swiss Medtech ordnet 95% der Branche den KMU zu; damit ist die Medizintechnikfertigung einer der tiefsten Nachfolgepools der Schweizer Industrie — und einer der technisch am schwersten übertragbaren. Ein Käufer erwirbt nicht Maschinenkapazität, sondern eine regulatorische Position: ISO-13485-Zertifizierung, EU-MDR-Dokumentation, Swissmedic-Registrierung, FDA-Listings, validierte Prozesse und eine Audithistorie, die eine benannte Stelle bereits akzeptiert hat. All das hängt auf dem Papier am Unternehmen und in der Praxis an zwei oder drei benannten Personen; verfällt es, kostet der Wiederaufbau zwölf bis vierundzwanzig Monate, in denen die Kundenbeziehung exponiert ist. Die Regulierungslast steigt zudem weiter: Neben MDR-Konformität und Swissmedic-Aufsicht läuft der Cyber-Resilience-Act-Übergang bis 2027 — und landet in derselben kleinen Qualitätsorganisation. Das Handelsumfeld ist günstiger, als die Schlagzeile vermuten lässt. Die Swissmem-Daten für das 1. Halbjahr 2026 zeigen Medtech-Exporte nur 1,8% tiefer, den mildesten Rückgang der Tech-Industrie, und Swiss Medtech berichtet, dass der Sektor 11,9% des positiven Handelsbilanzsaldos der Schweiz ausmacht. Zwei Dinge sollten das Timing prägen. Erstens änderte sich die US-Zolllage am 24. Juli 2026 zu einem produktspezifischen Regime — 12,5% nach Section 301, wo der Meistbegünstigungssatz tiefer liegt, und der MFN-Satz, wo er höher ist —, und Swiss Medtech weist darauf hin, dass laufende Section-301-Untersuchungen mehr bringen könnten. Zweitens erscheint die SMTI-Branchenstudie 2026 von Swiss Medtech am 9. September 2026; wer einen Prozess vorbereitet, sollte deren Zahlen und nicht jene der Vorausgabe verwenden. Eigentümer sollten die Zertifikatskontinuität als ersten Punkt des Nachfolgeplans behandeln, das Wissen der Regulatory-Leitung ausdrücklich benennen und dokumentieren und zwei bis drei Jahre Überlappung einplanen. Transaktionsmultiplikatoren liegen in der Branche typischerweise bei 7.0 - 10.0× EBITDA.

Was sind die wichtigsten Markttrends im Schweizer Medizinische Auftragsfertigung-Sektor?

Vier Trends prägen den Sektor 2026: (1) Der US-Zoll auf Schweizer Medtech ist heute produktspezifisch: 12,5% oder der MFN-Satz — Das Zollportal von Swiss Medtech hält die Abfolge fest: Ende Februar 2026 entschied der US Supreme Court, dass die unter Notstandsbefugnissen verhängten reziproken Zölle unrechtmässig waren; während einer 150-tägigen Übergangsfrist galt für Importe in die USA aus allen Ländern ein pauschaler Zusatzzoll von 10 Prozent; und mit Ablauf dieser Frist am 24. Juli 2026 trat für Importe aus der Schweiz ein neuer Satz von 12,5 Prozent in Kraft, gestützt auf die Section-301-Untersuchung zu Zwangsarbeit. (2) Bern verhandelt über Normenanerkennung, nicht nur über Sätze — Am 30. Juni 2026 reichte der Bundesrat im Rahmen einer Wirtschafts- und Wissenschaftsmission in die USA beim US-Handelsbeauftragten eine Stellungnahme ein, wonach die Schweizer Wirtschaft Rechtssicherheit benötigt. (3) Jede Sektorzahl ist bis zum 9. September 2026 vorläufig — Die SMTI-Branchenstudie von Swiss Medtech publiziert ihre Ausgabe 2026 am 9. September 2026 in Bern. (4) Ein Sektor zu 95% KMU, mit der Regulierung als Übertragungsrisiko — Swiss Medtech ordnet 95% der Branche den KMU zu. Das macht die Schweizer Medtech-Fertigung zu einem im Verhältnis zum Umsatz ungewöhnlich tiefen Akquisitionspool — und rückt zugleich das schwierigste Nachfolgeproblem des Sektors ins Licht.

Was sind die Hauptrisiken beim Kauf eines Medizinische Auftragsfertigung-Unternehmens?

Die wichtigsten Akquisitionsrisiken sind: (1) Die Section-301-Unsicherheit bleibt. Swiss Medtech weist darauf hin, dass laufende US-Section-301-Untersuchungen über den ab 24. Juli 2026 geltenden Satz von 12,5% hinaus weitere handelspolitische Massnahmen nach sich ziehen könnten; (2) Das im November 2025 geschlossene Joint Statement und sein Maximalsatz von 15% hängen an beidseitiger Einhaltung; das Abwärtsrisiko tragen die Schweizer Exporteure; (3) Der EU-Marktzugang bleibt regulatorisch und nicht automatisch, und die MDR-Konformitätskosten treffen kleine Hersteller mit schmalem Sortiment, auf das sie sich verteilen lassen, am härtesten. Käufer sollten Kundenkonzentration, regulatorische Compliance und Schlüsselpersonen-Abhängigkeiten sorgfältig prüfen. Deal-Multiplikatoren von 7.0 - 10.0× EBITDA können bei erhöhtem Risikoprofil abschlägig ausfallen.

Wie sieht die typische Kostenstruktur von Schweizer Medizinische Auftragsfertigung-Unternehmen aus?

Die typische Kostenaufschlüsselung eines Schweizer Medizinische Auftragsfertigung-Unternehmens ist: Rohmaterialien (Titan, Cobalt-Chrom, PEEK, Edelmetalle): 28%, Personalkosten (Reinraum-Operateure, Ingenieure, QA): 35%, Reinraumbetrieb & Validierung: 10%, Regulatorische Compliance & Qualitätssysteme: 8%, Anlagenabschreibungen & Instandhaltung: 9%, Gewinnmarge (EBITDA): 10%. Indikative Aufteilung für einen Schweizer Medizinproduktehersteller oder Auftragsfertiger. Zwei Positionen verhalten sich anders als in der allgemeinen Fertigung. Reinraumbetrieb und Validierung sind Fixkosten, die sich erst im Volumen amortisieren, und Regulatory Compliance und Qualitätssysteme sind wiederkehrend statt einmalig: EU-MDR-Konformität, Swissmedic-Aufsicht, FDA-Registrierung und der bis 2027 laufende Cyber-Resilience-Act-Übergang fallen alle in dieselbe Qualitätsorganisation, die in einer KMU aus einer Handvoll Personen besteht. Auf der Inputseite änderte sich die Zolllage am 24. Juli 2026 zu einem produktspezifischen US-Regime — 12,5% nach Section 301, wo der Meistbegünstigungssatz tiefer liegt, und der MFN-Satz, wo er höher ist —, sodass die Landed Costs heute von Produkt zu Produkt variieren. Swissmem meldete für das 2. Quartal 2026 eine Kapazitätsauslastung der Tech-Industrie von 81,1% gegenüber einem langjährigen Mittel von 85,6% (2015-2025), bei Medtech-Exporten von -1,8% im 1. Halbjahr 2026 — dem mildesten Rückgang des Sektors. Diese Benchmarks sind wichtig für Käufer zur Beurteilung der operativen Effizienz und des Margensteigerungspotentials nach der Übernahme.

Welche Regionen sind die wichtigsten Medizinische Auftragsfertigung-Cluster der Schweiz?

Die wichtigsten Medizinische Auftragsfertigung-Cluster der Schweiz sind: (1) Bern und Biel/Bienne (BE) — Der dichteste Medtech-Korridor der Schweiz und jener, in dem sich Uhrmacherpräzision am direktesten in Medizinproduktefertigung übersetzt hat. (2) Solothurner Implantatgürtel (SO) — Orthopädische Implantate und regulierte Auftragsfertigung. Die Mathys AG Bettlach in Bettlach baut Hüft-, Knie- und Schulterendoprothetik samt Instrumenten, und die Jabil Switzerland Manufacturing GmbH in Hägendorf betreibt Auftragsfertigung für Healthcare und andere regulierte Märkte. (3) Region Basel (BS, BL) — Implantatsysteme neben dem Pharmacluster. Die Medartis AG und die Medartis Holding AG sind in Basel eingetragen und bauen Osteosyntheseplatten und -schrauben für die kraniomaxillofaziale und Extremitätenchirurgie; Medartis gewann den Swiss Medtech Award 2026. (4) Jurabogen und Genferseeraum (JU, NE, GE) — Chirurgische Instrumente und Implantate am französischsprachigen Ende des Landes. Regionale Konzentration beeinflusst Bewertungen, da Unternehmen in etablierten Clustern von Zulieferer-Ökosystemen, spezialisierten Talentpools und Branchennetzwerken profitieren.

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